Gesund durch Bewegung: Laufen tut auch der Seele gut

Sport tut Körper und Geist gut, meint evidero-Experte Dieter Trzolek, und hilft auch mal beim Abschalten.
von Dieter Trzolek
Laufen tut der Seele gut© baranq - Fotolia.com

Ein gesunder Körper braucht ausreichend Bewegung, findet evidero-Experte Dieter Trzolek: „Es heißt schließlich Bewegungsapparat, nicht Sitzapparat.“

Sport tut dem Körper gut – egal in welchem Alter. Er stärkt gleichermaßen Immunsystem und Herz-Kreislaufsystem. Wichtig ist, dass man sich ein Bewegungsprogramm zurechtlegt, das man regelmäßig, also bei jedem Wetter durchführen kann. Das hat meine langjährige Erfahrung als Physiotherapeut in der Fußball-Bundesliga gezeigt.

Schon wer regelmäßig 30 Minuten läuft, stärkt sein Herz-Kreislauf-System. Dabei sollte man immer nur so schnell laufen, dass man sich noch bequem unterhalten kann.

Wer laufen will um abzunehmen, sollte daran denken, dass er dafür mindestens 45 Minuten laufen muss. Erst dann setzt die Fettverbrennung ein. Es nützt nichts, wenn man 30 Minuten schnell läuft, man verliert dabei kein Pfund!

Bei meiner Arbeit als Naturheilkundler und Physiotherapeut im Profisport war mir immer die ganzheitliche Sicht auf den Menschen sehr wichtig. Ist die Seele krank, leidet der Körper. Wer aber den Körper trainiert, trainiert auch die Seele. Körper und Geist sind ein Team. Stress und Aggressionen lassen sich sehr gut beim Laufen abbauen. Danach fühlt man sich ruhiger und ist wieder belastbarer.

Mit Laufsport den Kopf frei bekommen

So beugt man auch dem heute so häufig beschriebenen „Burnout“ vor. Leider wird das in vielen Betrieben und Firmen noch nicht erkannt. Wenn sich die Mitarbeiter regelmäßig etwa zu einer Lauf-Stunde treffen würden, wären sie nicht nur gesünder, sondern zudem auch motivierter.

Dabei sollte immer gelten: Laufen ohne zu schnaufen! Man sollte sich mit dem Sportpartner unterhalten können. In meiner Praxis in Gut Landscheid erfahre ich oft, dass mehr übereinander geredet wird als miteinander.

Ganz nebenbei merkt man beim gemeinsamen Sport vielleicht ja auch, dass der Kollege, den man bislang nicht sonderlich mochte, doch ganz nett sein kann. Es wäre für große Betriebe kein Problem, einmal in der Woche eine Sport-Stunde anzubieten. Das kann Laufen sein oder auch Gymnastik. Hauptsache Bewegung.

Joggen hilft, Körper und Sehnen zu stärken

Die Arbeits- und Lebenswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele Menschen kommen gar nicht mehr zur Ruhe. Und immer mehr Menschen leiden daran, keinen richtigen Feierabend mehr zu haben, nicht mehr buchstäblich abschalten zu können. Sie sind immer erreichbar, das Handy ist nie aus. Irgendwann aber muss auch mal Schluss sein. Sonst brennt man wirklich aus. Körper und Geist brauchen Zeit zur Erholung. Dabei kann regelmäßige Bewegung helfen.

Wer regelmäßig läuft und dann mal eine Woche nicht laufen konnte, stellt schnell fest: es fehlt etwas. Man fühlt sich nicht gut. Laufen macht den Kopf frei und hilft der Seele.

Tipps zum Laufen vom Profi:

  • Immer so trainieren, dass es nicht zu Muskelkater kommt. Wenn es doch mal passiert, sollte man die Beine mit Eis abreiben oder durch kaltes Wasser stapfen. Wärmende Salben ziehen das Blut an die Oberfläche. Das braucht aber der Muskel zum regenerieren.
  • Wer viel Sport treibt, braucht vielleicht hin und wieder zusätzlich Magnesium. Das sollte immer nur abends eingenommen werden, da es die Muskeln „weich“ macht. Nebeneffekt: man kann viel besser schlafen.

Aufgezeichnet von Nadja Gawrisewicz

Dieter Trzolek (Jahrgang 1947) war bis 2011 über 36 Jahre Sportphysiotherapeut im Profi-Fußball. Erst bei Bayer Leverkusen, dann beim 1. FC Köln. "Tscholli", wie ihn Spieler und Fans nennen, hat die Naturheilkunde in den Profi-Fußball eingeführt...