Motivation ist eine Entscheidung: Woher kommt die Motivation beim Sport?

Unser Fitness-Experte Robert Rode arbeitet seit vielen Jahren hauptberuflich als Personal Trainer. Seinen großen Wissensschatz und Erfahrungen teilt er auf seinem Blog und heute auch mit uns. Zum Einstieg gibt es ein immer wiederkehrendes und manchmal auch leidiges Thema: die Motivation beim Sport.
von Robert Rode
Junge Frau im FitnessstudioPhoto by juan pablo rodriguez on Unsplash

Motivation findet man nicht in Motivationsbüchern, auf Tschakka Tschakka Seminaren oder in bunten Fitnessblättern. Hohe Motivation kommt ausschließlich von innen, sie ist hausgemacht. Impulse, Rahmenbedingungen, oder auch ein unterstützender Trainer im Außen können innere Motivation des einzelnen nicht herstellen, allerdings fördern und verstärken.

Langanhaltende Motivation liegt in der Eigenverantwortung und ist somit auch Kopfarbeit. Motiviert zu bleiben erfordert vor allem, sich im Vorfeld einer Zielsetzung Gedanken über das WARUM und WOFÜR zu machen. Warum tue ich es etwas und wofür, muss mit einem wirklich starken Motiv untermauert sein. Ist das nicht der Fall, sind allen guten Vorsätzen zum Trotz, die “schönsten Vorhaben” recht schnell wieder Vergangenheit.

“Ich sollte eigentlich mehr Sport machen” – Wie Motivation nicht funktioniert

Menschen, die ihr persönliches Warum und Wofür nicht klar definiert haben, können wir schnell erkennen. Sie benutzen sprachliche Weichmacher, die wirken wie eine Selbstsabotage, wie zum Beispiel: “ich müsste, sollte und könnte mal versuchen“. Das lässt viele Hintertüren offen, installiert ein falsches Programm und kalkuliert das Scheitern von Anfang an mit ein.

Die gesamte Fitnessindustrie lebt zum Teil von diesem nicht unerheblich großen Personenkreis mit degressiven Autosuggestionen. Studios und Fitnessketten haben oft im Januar einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, der ab März bereits mit Abwesenheit glänzt. Das funktioniert beim Training nach folgendem Prinzip: “ausfallen lassen, schleifen lassen, sein lassen“. So zerbröselt die Motivation schneller als ein vertrockneter Keks zwischen den Fingern.

Visualisiere deine Ziele und entwickle Gewohnheiten

Das betrifft nicht nur den Fitnesstrainingsbereich, sondern gilt generell auch für andere Lebenskontexte. Unter dem Strich sind es immer die “Motivationsgewohnheiten”, die darüber entscheiden, ob wir motiviert bis zum Erfolg und darüber hinaus bleiben. Und mit dem Erfolg ist das so eine Sache. Denn wirklicher Erfolg ist erst der Erfolg nach dem Erfolg. Sprich das Dranbleiben macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg!

Wir brauchen regelmäßig eine klare Handlung, die dem Motiv dient, bevor unser Gehirn uns zu anderen Ideen überreden will. Man muss immer wieder seine eigene Haltung, Handlung und Ergebnisse reflektieren, vielleicht nachbessern und sich an sein Ziel erinnern. Die stetige bildliche Vorstellung, wie es sich in all seinen Facetten anfühlt, wenn das Ziel erreicht ist, bedeutet diesem Leitbild zu folgen und muss letztlich zur Gewohnheit werden.

Wie Einstein schon sagte: “die Vorstellungskraft ist wichtiger als das Wissen“. Die Vorstellungskraft oder Visualisierung konsequent und kontinuierlich zu stärken hilft enorm!

Menschen mit einem klaren, Warum und Wofür nutzen diesen Motivationsbooster. Diejenigen, die Weltmeister werden und bleiben wollen, die, die eine Knieoperation vermeiden wollen, ihre Diabetes-Erkrankung in den Griff bekommen und starkes Übergewicht abbauen wollen, sind solche. Oder auch Menschen, die sich schlichtweg mit ihrem trainierten Körper körperlich und mental fit fühlen wollen, weil es insgesamt ihre Lebensqualität steigert.

Entwickle eigene Ziele anstatt fremden Zielen hinterherzulaufen

Wenn ein Ziel lediglich eine Kopie von Zielen anderer ist oder einem grassierenden “Optimierungswahn” entsprungen ist, wird bald die Luft ausgehen. Und für bestimmte Ziele braucht man häufig einen langen Atem.

Sportler mit unumstößlichen Vorsätzen und starken eigenen Motiven gehen jedenfalls auch an “schlechten Tagen” trainieren! Ich meine damit, jedes „Zipperlein“ gedanklich zu pflegen macht dieses nicht kleiner, eher größer und hält vom Training ab! Denn die nutzloseste Trainingseinheit ist nur die, die nicht stattgefunden hat.

Sportmotivation: Das WOLLEN und MACHEN ist wesentlich

Nämlich bevor mit genannter schwammiger Kommunikation “glaubwürdige” Ausreden kreiert werden. Motiviert bleiben ist kein Trick, sondern die Entscheidung darüber, sich voll und ganz mit seinem Sein, Handeln und Zielen zu identifizieren.

Ich brauche die klare Identität, dieser oder jener sein zu wollen. Diese Identität kommt von innen, selten durch ein Sixpack oder einen dicken Bizeps und Instagram induzierter Feedbacks von außen. Die Türen des Erfolges lassen sich nur von Innen nach Außen öffnen, niemals umgekehrt.

Realistische Ziele ermöglichen Erfolgserlebnisse

Sich über Etappen oder positive Zwischenergebnisse zu freuen hilft ebenfalls sehr dabei, motiviert bis zum Ziel zu bleiben. Denn es sind die kleinen Erfolge, die man sich an Tagen “schwächelnder” Motivation vor Augen halten muss, die mehr innere Zufriedenheit bringen als ständig an noch Nicht-Erreichtes zu denken. Natürlich muss es Spaß machen, den Weg auch zu gehen, der zu den gewünschten Ergebnisse führt, wenn nicht, ist der Weg der falsche. Es führen viele Wege nach Rom!

Spaß ist ein wichtiger Faktor und Humor unterstützt ein regelmäßiges Training. Damit meine ich nicht das Training selbst, denn ein intensives Training macht nicht immer Spaß, auch diese unbequeme Wahrheit gehört dazu. Es ist so ähnlich wie mit dem Hustensaft, der nicht immer schmeckt, dafür aber hilft. Nicht mehr Husten macht Spaß!

Wer Ziele erreichen will, braucht eine entsprechende und dauerhafte Grundeinstellung oder ein positives Mindset, um Pläne erfolgreich umzusetzen. Viele Menschen lassen sich schnell ablenken, verlieren die Konzentration und sind mit kleineren Erfolgen auf dem Weg unzufrieden. Somit stellen sie oft viel zu früh das gesamte Projekt infrage.

Sportziele erreichen: Arbeite an Lösungen, nicht an Problemen

Frustrationstoleranz und Geduld sind erforderlich, trotz manchmal auftretender Stillstände am Ball zu bleiben. Auch diese “mentalen Muskeln” müssen mit trainiert werden. Störfaktoren und Rückschläge müssen von Anfang an mit auf der Rechnung sein und akzeptiert werden.

Hierbei ist es ratsam, sich nicht auf die Rückschläge sondern auf die Lösung eventueller Probleme zu fokussieren. Wer über Probleme nachdenkt, bekommt häufig weitere Probleme, wer über Lösungen nachdenkt, bekommt zumeist Lösungen.

Glaube an dich selbst und erreiche deine Sportziele

Ein weiterer massiv wichtiger Bestandteil von Motivation ist der Glaube. Mit nur einer einzigen Frage kann man feststellen, wie es um die Gesamteinstellung bestellt ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung ist.

Glaubst du, dass du am Ende dein Ziel erreichst? Hier gibt es nur ja oder nein. Wer mit nein antwortet, glaubt sich selbst nicht und wird folglich Trainingsinhalte halbherzig und unglaubwürdig abhandeln.

Der berühmte eiserne Wille allein reicht nicht aus, der Wille braucht ein Fundament und der heißt Glaube. Nur, wenn Wille und der Glaube an sich selbst Hand in Hand ein Teamwork bilden, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit sehr hoch. Glaubst du, dass du dein Ziel erreichst? Sport Frei!

Experte: Robert Rode
Robert Rode ist vom Bundesverband Personal Training zertifizierter, hauptberuflicher Personal Trainer in Berlin und Brandenburg. Selbst aktiver Sportler, seit über 20 Jahren Fitnesstrainer und seit 2003 selbstständiger Personal Coach zeigen seinen sportlichen Verlauf...
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