Fearne Cottons Buch Happy: Buchtipp – Glück statt Depression

Noch nie hat Fearne Cotton öffentlich über ihre Depression gesprochen. Nun tut sie es persönlich in ihrem neuen Buch “Happy”.
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von evidero Redaktion
Glückliche Frau auf einer Frühlingswiese© Pixaby

Fearne Cotton, die erfolgreiche britische Radio- und Fernsehmoderatorin, ist in Deutschland vor allem durch die Moderation von Kindersendungen bekannt. Die Mutter von zwei kleinen Kindern begann ihre Karriere bereits mit 16 als Moderatorin des Disney Clubs. Ihre spaßbetonte Lebensweise als aufstrebender Star bewertet die Moderatorin im Rückblick als naiv und leichtsinnig, denn auf extreme Höhen folgten stets auch extreme Tiefen bis hin zur Depression.

Darüber hat sie bisher noch nie öffentlich gesprochen. Jetzt tut sie dies in ihrem neuen Buch “Happy” und zeigt, wie sie die Kontrolle über ihr eigenes Glück wieder zurückgewonnen hat. Wir stellen euch heute das persönliche Vorwort zu Fearne Cottons neuem Buch “Happy” als Leseprobe vor.

Was ist eigentlich Glück

Viele nehmen an, dass es irgendwo auf uns wartet, dass es in der Macht anderer liegt, ob es uns begegnet, oder dass es einer bestimmten Kategorie von Menschen vorbehalten ist. Das Glück ist aber die ganze Zeit in uns, wo es nur darauf wartet, von uns angenommen zu werden.

Ich ging auf Erkundungsreise in das nebulöse Gebiet des Glücks, weil es in meinem Leben immer wieder Augenblicke gab, in denen ich alles andere als glücklich war, in denen ich in ein dunkleres Terrain stolperte und die graue und dornige Schwester des Glücks kennenlernte: die Depression.

Schon immer wollte ich die Welt aus vielen Blickwinkeln sehen und alle Emotionen und deren Grenzen ausloten; früher auf eher naive und leichtsinnige Art und Weise. Ich wollte Aufregung, und zwar sofort. In einem meiner alten Tagebücher steht sogar: »Ich will alles erleben. Alles!«

Ich warf mich dem Vergnügen in die Arme, ohne Sorge, ohne Angst, und tat alles, um Spaß zu erleben. Doch auf der anderen Seite der Höhen, die ich erklomm, warteten zwangsläufig steile Abhänge auf mich, die ich einen nach dem anderen hinabstürzte, nur um mir unten rasch den Staub aus den Kleidern zu klopfen und den nächsten aufregenden Gipfel zu erstürmen. Heute bewundere ich mein jüngeres Selbst für diesen Optimismus und die Gleichgültigkeit gegenüber allem Negativen, das mir zustieß. Aber, bei Gott: Es war ermüdend!

Ich war überzeugt, ich wäre dann glücklich, wenn ich Anerkennung erlangt und Karriere gemacht hätte. Es gab Glück in meinem Leben, doch führte mein wilder Lebensstil auch dazu, dass ich mich verletzte, mich manchmal leer fühlte und mehr mit dem Kopf als mit dem Herzen lebte.

Dann kam die Depression

Viele haben sie selbst erlebt oder kennen andere, die daran leiden. Vielleicht haben auch Sie schon mal eine Depression gehabt, aber noch nie darüber geredet. Depressionen sind etwas Privates, man sollte sich aber mit anderen darüber austauschen.

Ich habe noch nie öffentlich über meine Depressionen gesprochen; aus Angst, das würde ihnen noch mehr Bedeutung verleihen; aus Angst, andere würden denken, ich dramatisierte oder würde nach Aufmerksamkeit heischen. Jetzt aber ist es, denke ich, an der Zeit, über meine Erfahrungen zu sprechen. Ehrlich mit sich selbst und anderen zu sein ist immer eine gute Sache und der Austausch kann vielleicht auch anderen helfen.

Dinge, die man zum Glück braucht

In diesem Buch erzähle ich Ihnen, wie ich Depressionen erlebt habe, aber Sie werden auch eine Menge Glück darin finden. Jeder von uns hat eine andere Vorstellung vom Glück. Ob Sie sich gerade betrübt, ganz gut oder toll fühlen – dieses Buch hilft Ihnen hoffentlich dabei, zur Ruhe zu kommen, nachzudenken und Ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen. Meiner Ansicht nach braucht man für Glück und Ausgeglichenheit Eigenschaften wie Aufgeschlossenheit, Großmut und Disziplin.

Heute liebe ich die Einfachheit: Geben Sie mir frische Luft, das Lachen meiner Kinder, einen Pinsel zum Malen, Menschen, für die ich kochen kann, einen blauen Himmel und viel Schlaf. Das sind die Dinge, die ich heute zu meinem Glück brauche.

Manchmal bin ich ganz aufgeregt und möchte geradezu jauchzen. Ich weiß aber, was mir wirklich die Ausgeglichenheit und das Glück schenkt, wonach ich mich immer gesehnt habe. Natürlich muss jeder auch mal harte Zeiten durchmachen: Wir müssen uns von geliebten Menschen verabschieden, Fehler machen und uns hin und wieder für irgendetwas geißeln.

Das Glück liegt in uns selbst

Wir müssen erkennen und akzeptieren, dass das Glück nicht irgendwo außerhalb von uns ist. Ich weiß das heute, nachdem ich lange überall danach gesucht habe, nur nicht in mir selbst.

Ich habe in vielen Ländern Sonnenuntergänge bewundert, bin auf Berge geklettert, habe bis zum Morgengrauen gefeiert und Jobs angenommen, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Ich schätze mich glücklich, all diese Augenblicke geschenkt bekommen zu haben, die mir viel Spaß und Freude brachten. Sie führten mich jedoch nicht zu meiner persönlichen Insel der Glückseligkeit. Immer wieder holte mich die Depression ein und stellte sich mir harsch in den Weg – mit verheerenden Folgen.

Es ist zwar schmerzhaft, mich jetzt daran zu erinnern und darüber zu schreiben, aber ich bin froh darüber, dass ich es tue. Ich bin dankbar für den Wendepunkt in meinem Leben, obwohl ich noch heute anfällig für die Finsternis bin und achtgeben muss, wie ich mit allem um mich herum umgehe.

Einfache Dinge, die den Geist beruhigen

Ich habe ein paar einfache Dinge gelernt, die mir dabei helfen, mir meine persönliche Version eines glücklichen Gemütszustands zu bewahren. Diese Dinge unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Ich schätze meine kleine Liste sehr, denn sie hilft mir, in ruhigere Bahnen zurückzukehren, wenn ich in stürmisches Gewässer geraten bin.

Das Malen etwa erweckt die Träumerin in mir, weil ich das, was in meinem Kopf ist, ausdrücken kann. Kochen verschafft mir ein kreatives Ventil und ist beinahe mit einer Meditation vergleichbar. Das sind nur zwei der Mittel, die insgesamt entscheidenden Einfluss auf mein Leben und meine Einstellung dazu haben. In diesem Buch habe ich meine persönliche Liste kleiner Hilfen zusammengefasst, die – zusammen mit kleinen Übungen und Visualisierungen – hoffentlich auch Ihnen helfen, Ihren Geist zu beruhigen.

Bilder aus dem Buch

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© Jessica May Underwood

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© Fearne Cotton

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© Fearne Cotton

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Schreiben als Instrument zum Glücklichsein

Das Schreiben ist ein mächtiges Instrument: Es hilft mir immer, das Chaos in meinem Kopf zu ordnen und Gedanken, Ängste und Träume zu verarbeiten. Deshalb geht es auch bei vielen Übungen in diesem Buch um das Schreiben. Ich hoffe sehr, dass es Ihnen ebenso gute Dienste leistet wie mir.

Letztlich sollen mein Buch es Ihnen erleichtern und Sie dazu anregen, das freizusetzen, was in Ihrem Kopf vor sich geht, um Sie auf Kurs zu Ihrem Glück halten. Zu den einfachen Dingen. Zu den tiefgründigen Dingen, die Sie seelisch nähren.

Ob Sie das Buch nur ab und an zur Hand nehmen, wenn Sie es brauchen, oder die Übungen zu Ihrem täglichen Ritual machen – ich hoffe, es bringt Ihnen Freude, Ruhe und Klarheit.

Gesegnet sei das Schreiben!

von Fearne Cotton, Leseprobe aus dem Vorwort von “Happy”.

Buchtipp
Hier findet ihr das vorgestellte Buch