Dick durch Krankheiten und Medikamente: Dick oder krank? Diese Krankheiten beeinflussen Gewicht und Aussehen

Übergewicht ist meist schädlich und ungewollt. Doch nicht immer ist das Essverhalten eines Menschen Schuld daran. Manche Krankheiten und Medikamente führen zu einer Gewichtszunahme, die der Betroffene nicht durchs Essen beeinflussen kann.
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von evidero Redaktion
Dick aussehen durch Krankheiten© 1dbrf10 - Fotolia.com

Die häufigste Ursache für Übergewicht ist schlichtweg eine zu hohe Aufnahme an Kalorien. Wer zu viel isst, bei dem lagert sich die überschüssige Energie als Fettreserve im Körper ab. Doch auch manche Krankheiten haben den Effekt, dass Fett eingelagert wird oder die Nahrung nicht richtig verarbeitet werden kann. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten können Schuld daran sein, dass man dick aussieht.

1. Dicke Beine durch Lipödem

Diese Krankheit äußert sich an Beinen und Hüfte, sie tritt fast ausschließlich bei Frauen auf. Im Anfangsstadium ist sie kaum von einer Adipositas zu unterscheiden, jedoch zeigt sich im Verlauf die spezifische Verteilung des Fettgewebes. Füße und Hände sowie die Körpermitte bleiben schlank, während Beine, Hüfte, Gesäß und manchmal auch die Arme immer dicker werden.

Meistens beginnt die Krankheit Lipödem in der Pubertät oder nach Schwangerschaften, weswegen ein hormoneller Zusammenhang vermutet wird.

Was passiert bei einem Lipödem?

Im kranken Fettgewebe vermehren und vergrößern sich die Fettzellen überdurchschnittlich. Dies hat Auswirkungen auf die Gefäße des Körpers: Die Blutgefäße werden verletzlicher, es entstehen schnell blaue Flecken. Darüberhinaus wird mehr Lymphflüssigkeit produziert, die von den Lymphgefäßen nicht mehr vollständig abtransportiert werden kann: Es kommt zusätzlich zum Fettgewebe zu Wassereinlagerungen (Ödeme).

Hilfe bei Lipödem: So kann man die Krankheit behandeln

Ein Lipödem hat nichts mit der Nahrungsaufnahme zu tun und kann daher auch nicht durch das Essverhalten reguliert werden. Weder Diäten noch eine Ernährungsumstellung können helfen, jedoch ist Bewegung sehr wichtig, da die Symptome bei längerem Sitzen verstärkt auftreten. Darüberhinaus können Lymphdrainagen helfen, die überschüssige Lymphflüssigkeit abzutransportieren. Diese kann man bei einem Physiotherapeuten machen. Kompressionsstrümpfe sollen ebenfalls Linderung verschaffen.

Dauerhaft kann jedoch vor allem eine Fettabsaugung helfen. Diese wird jedoch leider nicht von den Krankenkassen bezahlt. Wenn du vermutest, dass du vielleicht an einem Lipödem leiden könntest, kannst du folgende Ärzte konsultieren: Phlebologe, Lymphologe.

2. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Übergewicht führen

Unsere Schilddrüse ist dafür verantwortlich, wichtige Hormone zu produzieren, die die verschiedensten Funktionen im Körper steuern. Arbeitet sie nicht richtig hat dies deutlich sichtbare Auswirkungen, darunter auch eine Gewichtszunahme und schlechte Blutfettwerte. Andere Symptome sind etwa Müdigkeit, depressive Stimmung oder Appetitmangel.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein oder auch erst im Erwachsenenalter entstehen, zum Beispiel durch die Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis. Problematisch ist sie, weil sie den ganzen Hormonhaushalt des Körpers durcheinander bringt.

Wie behandelt man eine Schilddrüsenunterfunktion?

Es gibt mehrere Möglichkeiten auf eine Schilddrüsenfehlfunktion zu reagieren. Das gängigste Mittel sind Hormontabletten, die die fehlenden Hormone schlicht ersetzen. Auch Jodidtabletten können helfen. In der Alternativen Medizin wird häufig auch Akupunktur eingesetzt.

Außerdem ist bei einer Schilddrüsenstörung die Ernährung sehr wichtig, denn es sollte eine größere Menge von Jod eingenommen werden (etwa 200 Mikrogramm täglich). Jod findet sich zum Beispiel in Seefischen, Meeresfrüchten und Milchprodukten. Zusätzlich kann man beim Kochen Jodsalz verwenden.

3. Dicke Gliedmaßen durch Wassereinlagerungen (Ödeme)

Neben dem Lipödem gibt es auch vom Fettgewebe unabhängige Wassereinlagerungen im Körper, die nach außen wie Übergewicht aussehen können. Dabei tritt Wasser aus Blutgefäßen oder Lymphgefäßen aus und sammelt sich im Körper, wo es nicht mehr abtransportiert werden kann. Ödeme können etwa durch einseitige Belastungen, einen gestörten Lymphfluss oder auch Allergien entstehen. Man kann sie häufig bei älteren Menschen beobachten.

Kritisch sind Ödeme vor allem dann, wenn sie lebenswichtige Organe oder die Atemwege beeinträchtigen können. Auch ein Ödem, das nicht von selbst wieder vergeht, das schmerzt oder gerötet ist, darf nicht als harmlos abgetan werden. In einem solchen Fall sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Was hilft gegen Wassereinlagerungen?

Zum Glück kann man Ödemen leicht entgegenwirken. Sind etwa die Füße betroffen kann es schon helfen, die Beine hochzulegen, um den Lymphtransport zu unterstützen. Lmyphdrainagen, Entwässerungstees und durchblutungsförderne Behandlungen (zum Beispiel Wassertreten nach Kneipp) sind ebenfalls sehr wirksam.

Auch mit der richtigen Ernährung kann man nachhelfen Entwässernd wirken unter Anderem: Brennnessel, Ingwer, Spargel, Reis, Sauerkraut oder Tomaten.

4. Übergewicht durch Nebenwirkungen von Medikamenten

Jedes Medikament, das eine Wirkung hat, hat auch eine Nebenwirkung. Manchmal besteht diese in einer Gewichtszunahme, die kaum verhindert werden kann. So können etwa Psychopharmaka wie Antidepressiva Stoffwechsel und Appetit beeinflussen. Auch Medikamente bei Diabetes wie Insulin oder Antidiabetika können zu erhöhtem Gewicht führen, da der Blutzuckerspiegel auf ein gesundes Maß sinkt und sich der Stoffwechsel so stark verändert.

Betablocker (Medikamente gegen Bluthochdruck) reduzieren den Energieumsatz des Körpers, sodass bei gleichbleibender Ernährung ebenfalls eine Gewichtszunahme die Folge sein kann. Im Gegensatz dazu steigern kortisonhaltige Tabletten den Appetit und verlangsamen gleichzeitig den Stoffwechsel – eine für das Gewicht sehr schlechte Kombination.

Wer Medikamente einnehmen muss, bei denen bekannt ist, dass sie sich auf das Gewicht auswirken können, sollte sehr genau auf seine Ernährung achten und diese entsprechend anpassen. So kann eine ungewollte Gewichtszunahme begrenzt werden.

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