Gesunde Erdbeeren: Diese Beere ist eigentlich eine Nuss

Erdbeeren haben etwa von Mai bis August Saison. Wenn man sie frisch vom Feld pflücken kann, ist genau die richtigste Zeit für Obstsalat, Erdbeershake oder einfach pure Gaumenfreude.
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von evidero Redaktion
Erdbeeren sind gesundes Sommerobst© Christian Jung - Fotolia.com

Die Erdbeeren sind botanisch gesehen keine Beeren, eben so wenig wie Himbeeren und Brombeeren, sondern Sammelnussfrüchte. Das leckere rote Fruchtfleisch ist nur eine Scheinfrucht, während die eigentlichen Früchte der Erdbeere die kleinen gelben Nüsschen an der Oberfläche sind.

Der Fruchtknoten der Erdbeerpflanze bildet ein Nüsschen aus, dessen Teile durch das Wachstum der später markant roten Blütenachse während der Reifezeit auseinander gerückt werden. Für die Vermehrung nutzt die Pflanze Tiere, die die auffällige Erdbeerfrucht fressen und die kleinen hartschaligen Nüsschen, die sich auf dem Fruchtfleisch befinden, wieder ausscheiden, so dass die Nüsschen – soweit sie geeignete Standortbedingungen vorfinden – keimen können (sogenannte Endochorie).

In Europa sind es Säugetiere wie Rotfuchs, Dachs, Igel, Rötelmaus und Siebenschläfer; Vögel wie Amsel, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke und Wirbellose wie Weinbergschnecke, einige Käferarten und Tausendfüßer, die von den Früchten angelockt werden. Sogar Ameisen schleppen die Früchte in ihre Baue, verfüttern das Fruchtfleisch an ihre Larven und tragen anschließend die verbliebenen Nüsschen wieder weg.

Die Erdbeere benutzt allerdings nicht nur die Endochorie als Ausbreitungsmechanismus. Früchte, die an den Stängeln verbleiben, vertrocknen nach einiger Zeit, wobei die Nüsschen herabfallen. Diesen Mechanismus bezeichnet man als Barochorie.

Es gibt ungefähr zwanzig Erdbeer-Arten, die meisten in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel sowie eine Art in Chile.

Die Erdbeere gibt es schon seit der Steinzeit – Geeignet auch für Paleo

Die Erdbeere ist ein historisches Relikt aus längst vergangenen Tagen, aus jener Zeit, die weltweit als früheste Epoche unserer Geschichte gilt: aus der Steinzeit. Das bestätigen archäologische Untersuchungen, die in das Jahr 2200 v. Chr. reichen. Bei uns wurde sie zunächst im Mittelalter wieder als kleine Walderdbeere kultiviert, aber dann entdeckten französische Siedler entlang des Sankt-Lorenz-Stroms in Nordamerika eine wildwachsende Frucht mit wesentlich größeren Früchten.

Diese Art wurde bei uns dann erst im 18. Jahrhundert eingeführt und zunächst in Botanischen Gärten gezüchtet, bis sie dank zahlreicher Kreuzungen in der uns heute vertrauten Form und Vielfalt angeboten wird.

Warum sind Erdbeeren so gesund? Diese Inhaltsstoffe enthalten die roten Früchte

Erdbeeren beinhalten Vitamine von A bis K, Mineralstoffe und besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe. Erdbeeren haben einen hohen Gehalt an Ballaststoffen (vor allem Pektine und Zellulose), Fruchtsäuren und Fruchtzuckern.

Hervorzuheben ist der die Immunabwehr stärkende Vitamin-C-Gehalt, etwa 60 Milligramm pro 100 Gramm, was mehr ist, als Zitrusfrüchte enthalten. Je dunkler und reife die Beere, desto mehr Vitamin C enthält sie. Kaum eine Frucht enthält so viel Folat (Vitamin B9) wie die Erdbeere. Folat, ein Abkömmling der Folsäure kann vom Körper nicht hergestellt werden, aber die Zellen brauchen den Stoff. Sie ist für die Zellteilung und Blutbildung notwendig. Deswegen ist Folat auch für Schwangere so wichtig.

Wegen ihres hohen Gehalts an Folat und Eisen wird die Erdbeere gegen Blutarmut empfohlen. Auch an Mineralstoffen fehlt es der Erdbeere nicht: Kalium, Magnesium, Calcium, Zink, Eisen, Jod und Phosphor sind nur einige davon. Magnesium und Kalium kräftigen und schützen das Herz, Eisen stärkt die Abwehrkräfte und Zink soll unter anderem die Libido anregen. Der hohe Calcium-Gehalt schützt die Knochen vor Osteoporose.

Erdbeeren sollen vor Entzündungen schützen können

Selbst die in den Erdbeeren enthaltenen Säuren tun Gutes für deinen Körper. Salicylsäure lindert die Beschwerden von Gicht und Rheuma. Phenolsäuren schützen vor Krebs und beugen Arteriosklerose vor. Ellagsäure (ein Polyphenol) soll krebserregende Schadstoffe, die in den Körper gelangen, unschädlich machen.

Den Polyphenolen der Erdbeere wird eine entzündungsvorbeugende und keimabtötende Wirkung nachgesagt. Die Pflanzenstoffe wirken als Antioxidantien, das heißt, dass sie den durch oxidativen Stress verursachten Abbau von Körperzellen behindern oder aufhalten können. Antioxidantien fangen die gefürchteten Radikale (reaktionsbereite Molekülbruchstücke) im Stoffwechsel ab.

Doch damit enden die guten Eigenschaften der Erdbeere nicht. Auch der Pflanzenfarbstoff Kämpferol soll gegen die Bildung von Krebs helfen, indem er bestimmte Enzyme hemmt, die krebsfördernd wirken können.

Durch den hohen Anteil an Ballaststoffen (Pektin und Zellulose) in Erdbeeren wird zudem die Verdauung angeregt.

Gutes Obst zum Abnehmen: Erdbeeren enthalten wenig Fruchtzucker

Im Vergleich zu anderen Früchten enthalten Erdbeeren wenig Zucker, etwas mehr als fünf Gramm pro 100 Gramm – daher sind die Früchte auch für Diabetiker erlaubt. Erdbeeren eignen sich für eine Low-Carb-Ernährung, da sie auch wenige Kohlenhydrate aufweisen (5,5 Gramm pro hundert Gramm).

Und das Beste: Erdbeeren haben aufgrund ihres hohen Wassergehalts von etwa 90% nur sehr wenig an Kalorien. 100 Gramm enthalten gerade einmal 35 Kalorien und weniger als ein Gramm Fett. Du kannst ohne schlechtes Gewissen bei Erdbeeren beherzt zugreifen. Damit sind Erdbeeren ein ideales “Schlankmacher-Obst“. Das gilt natürlich nur, solange man sie nicht mit Kristallzucker -auch in Form von Eis- und Schlagsahne verschandelt.

Am besten ist es, Erdbeeren pur zu genießen oder wenn notwendig gesüßt mit etwas Honig. Dann sind Erdbeeren nicht nur ein voller Genuss, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur gesunden Ernährung.

Erdbeeren zubereiten – So kannst du die Beeren lecker kombinieren

Erdbeeren können vielseitig verwendet werden. Besonders gut schmecken sie frisch. Sie lassen sich aber auch leicht verarbeiten, z.B. zu Püree, Kompott, Gelee oder Marmelade. Eine beliebte Zutat sind sie in Obstkuchen. Sehr gut passt ihr feines Aroma zu Milchprodukten wie Buttermilch, Joghurt oder Quark. Erdbeeren lassen sich gut mit anderen Früchten wie z.B. Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Bananen und Rhabarber in Fruchtsalaten kombinieren. Milder Pfeffer und dunkler Balsamicoessig harmonieren sehr gut mit Erdbeeren.

Pflücken und Lagern von Erdbeeren

Unreife Früchte erkennt man an grün-weißen Rändern. Sie sollten noch an der Staude gelassen werden, da sie nicht nachreifen. Überreife Früchte erkennst du an der matten Fruchthaut. Erdbeeren lassen sich generell schlecht lagern. Am besten werden sie ungewaschen an einem kühlen Ort abgedeckt verwahrt. Schimmelige oder faulige Früchte sollten unbedingt entfernt werden. Im Gemüsefach halten sie zwei bis drei Tage. Eingefroren, eingekocht oder getrocknet lassen sie sich länger lagern.

Erdbeeren reagieren empfindlich auf Druck und geben leicht Saft ab. Beim Kauf sollten Erdbeeren deshalb auf keinen Fall Druckstellen aufweisen, nicht überreif sein und in geeigneten Behältnissen gepflückt und gelagert werden. Am besten verwende dazu eine flache Schüssel. Erdbeeren möglichst trocken ernten, so sind sie länger haltbar.

Um beim Einfrieren die Form der Früchte möglichst zu erhalten, können die Erdbeeren z.B. auf einem Tablett im Gefrierschrank vorgefroren werden, um ein Zusammenkleben zu vermeiden. Da sich Erdbeeren leicht ansaugen und matschig werden, sollten sie nicht lange im Wasser liegen – nur kurz und vorsichtig im Ganzen und mit Stielen sowie Kelchblättern waschen.

Wenn du wirklich gesunden Erdbeeren willst, pflücke die Früchte selbst direkt vom Feld!

evidero-Rezept:
Cremiges Erdbeer-Bananen ”Nice Cream”- Eis

  • 200 g gefrorene Erdbeeren
  • 1 gefrorene Banane
  • 5 EL Kokosmilch
  • 1 EL Honig oder Ahornsirup
  1. Alle Zutaten in einem Hochleistungsmixer zu einer cremigen Eismasse pürieren.
  2. Sofort kalt servieren, pur oder auf einer Eiswaffel.

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