Achtsamkeit zu Weihnachten: 5 Tipps, wie du die Tücken des Weihnachtsfestes gelassener meisterst

Wünschst du dir, dieses Jahr die Feiertage ohne Stress, Streit und diese typischen extra Pfunde auf den Hüften zu überstehen? Achtsamkeit ist das Geheimnis.
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von evidero Redaktion
Ein Marshmallow-Schneemann entspannt in heißer Schokolade - So geht Entspannung an Weihnachten© azurita - Fotolia.com

Bald ist wieder Weihnachten! Wir freuen uns auf das Fest der Liebe – doch gleichzeitig macht es doch auch jedes Jahr etwas Sorge. Die Tücken der Feiertage: Zu viel plötzliche Nähe zur Familie birgt die Gefahr, dass Konflikte ausbrechen könnten. Nach der stressigen Vorweihnachtszeit sind die Nerven eventuell bereits strapaziert. Dazu kommen die Verlockungen von meist zu viel fettigem oder süßem Essen, viel Alkohol, wenig Bewegung. Was können wir tun, um die Feiertage gesund und glücklich zu überstehen? Hier unser Vorschlag für ein achtsames Weihnachtsfest.

Das Üben von Achtsamkeit ist natürlich das ganze Jahr ein wertvolles Werkzeug, um das Leben intensiver wahrnehmen und genießen zu können. Doch besonders zur Weihnachtszeit kann achtsames Gewahr-Sein des gegenwärtigen Moments sehr hilfreich sein: Wenn wir in nahem und liebevollen Kontakt mit uns selbst bleiben, können wir auch anderen mit Mitgefühl und Wärme begegnen. Oder, wo nötig, mit Ruhe und Gelassenheit in einem respektvollen Abstand verweilen.

Das tut nicht nur unserer Seele gut, sondern ist auch für den Körper eine Wohltat: Denn wenn wir uns achtsam Aufmerksamkeit schenken, können wir unsere eigenen Bedürfnisse besser wahrnehmen und umsetzen. Statt uns mit zu viel Essen und Alkohol zu betäuben, spüren wir ganz natürlich, wann wir alleine sein möchten, wann wir satt sind und wann wir etwas Bewegung brauchen. Das hat außerdem den Vorteil, dass wir die Zeit bewusster wahrnehmen und genießen können.

Mit diesen Achtsamkeitsübungen machst du dich fit für’s Weihnachtsfest

1. Achtsame Präsenz im gegenwärtigen Moment an Heiligabend: Zelebriere den Augenblick mit allen Sinnen

Wenn wir in Gedanken ganz woanders sind, lässt es sich nicht gut feiern. Also raus aus dem Kopf und rein ins körperlich-sinnliche Erleben. Je bewusster du dein Umfeld mit allen Sinnen wahr nimmst, desto präsenter bist du im Hier und Jetzt – und desto mehr kannst du das Fest genießen.

Nutze alle deine Sinne, um dein Umfeld zu erforschen: Wie riecht der Raum? Was hörst du? Beschreibe ganz detailliert, was du siehst: Wie ist der Weihnachtsbaum geschmückt? Welche Möbel umgeben dich? Welche Farbe haben die Polster und welche Textur? Wie fühlt sich der Stuhl an, auf dem du sitzt?

Suche dir eine Sache aus, die du längere Zeit anschaust, anfasst und ganz genau untersuchst, beispielsweise ein Kissen oder eine Blume, und beschreibe in Gedanken, was du wahrnimmst. Du wirst bemerken, dass dir immer mehr Details auffallen, die du vorher noch nie bemerkt hast. Deine Sinne sind plötzlich so offen und auf Empfang gepolt, dass du völlig im gegenwärtigen Augenblick präsent bist. Jetzt kann Weihnachten beginnen.

2. Bewusstes Weihnachts-Essen mit Genuss: Mit Achtsamkeit essen schmeckt doppelt gut

Wenn du dir dieses Jahr die Lethargie des üblichen Festschmaus-Komas und die möglichen Extra-Pfunde ersparen möchtest, versuche es doch einmal mit mehr Bewusstheit beim Essen.

Schau dir aufmerksam an, was du isst und trinkst. Bemerke in Gedanken die Farbe, die Form und den Geruch. Bevor du loslegst, spüre in dich hinein: Was möchtest du überhaupt jetzt essen? Was braucht dein Körper? Wenn du einen Bissen in den Mund nimmst, dann kaue nicht sofort los, sondern fühle den Bissen auf deiner Zunge. Wie fühlt sich der Kartoffelbrei oder die Sahnetorte an? Schmilzt das Essen warm und weich auf der Zunge? Stößt es gegen den Gaumen? Wenn du jetzt kaust, dann nimm bewusst den Geschmack wahr. Beim Trinken verfährst du genau so.

Du verlangsamst so das Essen, genießt den vollen Geschmack und gibst deinem Körper die Chance, dir rechtzeitig das Signal zu geben, wann du satt bist. Du machst das Essen zu einem sinnlichen Fest, das dich nährt und dir Energie gibt, anstatt dich müde und träge werden zu lassen.

3. Liebevolle Achtsamkeit für dich selbst: Gönne dir während der Feiertage Auszeiten, um frische Energie zu tanken

Im Trubel der Feierlichkeiten und umgeben von vielen Menschen kann es passieren, dass wir den Kontakt zu uns selbst verlieren. Dann spüren wir eventuell gar nicht mehr, ob wir hungrig oder satt oder müde sind und folgen den anderen beim Essen, Spazierengehen, Schlafen nur noch so wie ein Schaf seiner Herde. Doch gerade bei so viel Nähe zu Menschen ist es wichtig, dass du immer wieder zu dir selbst zurückkehrst und deine eigenen Bedürfnisse wahrnimmst.

Spüre immer wieder in deinen Körper hinein: Egal wo du sitzt, stehst oder gehst, richte deine Aufmerksamkeit auf ein Körperteil deiner Wahl. Nimm beispielsweise deinen Bauch wahr: Wie fühlt sich der Bauchraum an? Eng? Weit? Weich? Hart? Gefüllt? Überfüllt? Beobachte auch alle Emotionen und Gedanken, die mit der Aufmerksamkeit für deinen Bauch auftauchen.

Wandere mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen gesamten Körper. Wie fühlt sich die Kleidung auf deiner Haut an? Kannst du deinen Herzschlag spüren? Ein Pulsieren in den Beinen? Wie fühlt sich der Kontakt deiner Füße zum Boden an? Wo in deinem Körper kannst du deinen Atem spüren?

Je mehr wir mit uns selbst liebevoll verbunden sind, desto besser können wir unsere Bedürfnisse spüren: Vielleicht brauchen wir einen Moment für uns allein? Vielleicht sehnt sich unser Körper nach Bewegung und unser Kopf nach frischer Luft? Gerade an Weihnachten dürfen wir uns Auszeiten nehmen, um Energie und Liebe zu tanken. Wenn wir für unser Wohl sorgen, kommt das auch unserer Familie zugute.

4. Achtsamkeit im Umgang mit der Familie an Weihnachten: Lerne deine Verwandten neu kennen

Wir kennen die meisten Mitglieder unserer Familie unser Leben lang. Lasse dieses Weihnachtsfest eine Gelegenheit sein, deine Verwandten neu kennenzulernen, so wie sie jetzt und hier sind.

Vielleicht hilft es, dir vorzustellen, dass du einen Fremden vor dir siehst. Wenn du deine Mutter, deine Geschwister, deinen Onkel nicht kennen würdest, wie würdest du sie sehen? Wenn du dein Gegenüber anschaust, betrachte das Gesicht und den Körper in allen Details. Auch hier verzichtest du auf eine Wertung: Nimm eher eine wohlwollende Beobachter-Haltung ein und beschreibe in Gedanken, was du siehst.

Vielleicht fallen dir Lachfältchen auf, ein müder Schatten unter den Augen oder die Art, wie ein Mundwinkel schelmisch zuckt. Rührt dich irgendetwas, was du an dem anderen entdeckst? Findest du neben all den möglichen Unterschieden auch Gemeinsamkeiten, die euch verbinden?

Sei neugierig und interessiert. Stelle Fragen – zur Kindheit, Jugend, der ersten großen Liebe, den Träumen, die jemand früher hatte. Schau deinem Gesprächspartner in die Augen, lächle ihn an, höre wirklich zu. Lass deine Handy in der Tasche. Drücke hin und wieder deine Wertschätzung für einen Gedanken oder eine Meinung aus. So kann das Weihnachtsfest eine Gelegenheit zu einer echten, tiefen Verbindung sein.

5. Achtsamkeit in schwierigen Beziehungen: Suche dir Quellen der Kraft und Liebe

Wenn es dir partout nicht möglich ist, einem Familienmitglied mit Offenheit und Wohlwollen zu begegnen, dann denke eventuell vorher darüber nach, ob ein Aufeinandertreffen wirklich nötig ist. Falls es unumgänglich ist, versorge dich selbst mit allem, was dir bei der Begegnung hilft, um in deiner Ruhe und Kraft zu bleiben.

  • Suche dir in dem Raum eine Kraftquelle: Eine Kerze, eine Blume, ein schönes Bild oder deine Lieblingstasse. Wann immer du merkst, dass die Gegenwart eines Menschen dir Energie raubt, nimm alle Gefühle wahr, die in dir ausgelöst werden, ohne sie in eine impulsive Handlung umzusetzen. Konzentriere dich stattdessen auf deine Kraftquelle und atme ruhig ein und aus. Wenn du dich beruhigt hast, kannst du besser entscheiden, ob du einen Konflikt jetzt oder lieber später ansprechen möchtest.
  • Vielleicht bittest du vor dem Fest einen Verwandten, als eine Art Liebesquelle an deiner Seite zu bleiben. Konzentriere dich auf die positiven Gefühle, die du von diesem Menschen bekommst – anstatt dich während der Feiertage ständig mit dem Negativen zu beschäftigen, das die andere Person in dir auslöst.

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