Kräuter Kosmetik: Mit Wildkräutern zu schöner Haut und Haar

Du möchtest Haut und Haar pflegen, dafür aber keine chemischen Produkte verwenden? Probiere doch mal, deine Beauty-Produkte selbst mit Kräutern aus deinem Garten herzustellen.
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von evidero Redaktion
Wildkräuter in der Kosmetik© daffodilred - Fotolia.com

Im Frühjahr blühen endlich wieder die ersten Knospen und frische Kräuter und die schenken uns unglaublich viele Möglichkeiten. Kräuter helfen nicht nur unserer Gesundheit, sondern bringen auch unsere Schönheit zum Strahlen. Wir verraten dir, welche Kräuter du jetzt sammeln kannst und wofür sie gut sind.

Zwischen April und Mai ist eine tolle Zeit, mal wieder eine Runde im Wald zu drehen und die frische Frühlingsluft zu genießen. Die Gelegenheit solltest du auch gleich nutzen, um dir genauer anzuschauen, welche Kräuter und Blüten jetzt am Wegrand wachsen.

Für neue Kosmetikprodukte gehen die meisten als erstes in die Drogerie. Warum probierst du nicht ein mal aus, deine Kosmetik selbst herzustellen? Als Maske für reine Haut oder Tinktur für glänzendes Haar – die Natur hält bestimmt die richtigen Kräuter für dich bereit.

Für das Sammeln von Wildkräutern solltest du ein paar Regeln beachten:

  • Kräuter an Straßenrändern oder neben Feldern sind meist zu stark von Umweltbelastungen beschädigt und sollten nicht gesammelt werden.
  • Habe Respekt vor der Natur und sammele nur so viele Pflanzen, dass sie sich danach auch wieder gut vermehren können und auch andere Sammler noch ein paar Exemplare vorfinden.
  • Die beste Zeit zum Sammeln ist der Vormittag. Die Kräuter sollten vom Tau wieder trocken sein und trotzdem noch frisch von der Nacht.
  • Nur saubere und unbeschädigte Pflanzen sammeln.

Die meisten Kräuter kannst du aber auch sehr gut in deinem eigenen Garten anbauen.

Rosmarin sorgt für reine Haut und glänzendes Haar

Ursprünglich kommt das wohlschmeckende Kraut aus dem Mittelmeerraum, wird aber auch in Deutschland angebaut und eignet sich gut für den heimischen Kräutergarten. In der Naturheilkunde gilt es als anregend und wird deswegen gerne als Mittel bei niedrigem Blutdruck verwendet.

Aber auch für unsere Schönheit hat das Heilkraut einiges im petto. Hier ist es nämlich besonders für seine klärende Wirkung bekannt – für Haut und Haare.

Wer zu einem fettigen Ansatz neigt, kann eine Rosmarintinktur ausprobieren, die nach dem Waschen auf der Kopfhaut einmassiert wird. Dafür werden circa 10 Rosmarinzweige mit kochenden Wasser übergossen. Circa 10 Minuten ziehen lassen und dann durchsieben. Um die Wirkung noch zu verstärken, empfiehlt es sich die Rosmarinzweige in Apfelessig ziehen zu lassen. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag für einen glänzenden Schopf verwenden.

Wer gerade Rosmarin-Öl zu Hand hat, kann dieses mit destillierten Wasser mischen und als klärendes Gesichtswasser verwenden.

Strahlend weiße Zähne mit dem Wunderkraut Salbei

Salbei gehört auch zu den Kräutern, die eigentlich aus dem Mittelmeerraum stammen, aber in unseren Breitengraden ebenfalls sehr gut wachsen. Und das ist auch gut so, denn das Heilkraut kann Zähne aufhellen und die Haut gründlich reinigen.

Regelmäßiges Teetrinken ist zwar sehr gesund, kann aber auch leider die Zähne verfärben. Zahnpasten, die diesen Effekt entgegenwirken, beinhalten leider häufig kleine Partikel, die dem Zahn eher schaden, als nutzen. Probiere deswegen doch mal die natürliche Variante und reibe deine Zähne jeden Tag mit einem frischen Salbeiblatt ab.

Auch fettige Gesichtshaut kann mit einer Salbeikur behandelt werden. Dafür wird ein Teelöffel Salbeiblätter mit kochenden Wasser übergossen. Die Tinktur sollte 10 Minuten einwirken. Danach ein sauberes Tuch darin einweichen und für mindestens 5 Minuten auf dem Gesicht liegen lassen.

Diese Mischung eignet sich nicht nur für das Gesicht, sondern auch für fettige Haare. Allerdings sollten Blondinen auf Mischungen mit Salbei verzichten. Es kann zu Verfärbungen kommen. Auch Schwangere sollten auf den Verzehr von Salbei verzichten.

Trockene Hände mit Thymian wieder geschmeidig machen

Thymian kann zwischen April und Oktober geerntet werden. Das Gewürz wirkt wie fast alle Kräuter desinfizierend und wird besonders gerne als natürliches Mittel gegen Husten verwendet.

Aber auch im pflegenden Bereich kann Thymian gute Dienste leisten. Doch Vorsicht: Manche Menschen vertragen die ätherischen Öle im Thymian nicht und reagieren mit roter und brennender Haut. Deswegen das Produkt lieber vorher auf einer kleinen Hautstelle ausprobieren.

Ein Thymian-Aufguss kann genau so wie Salbei und Rosmarin bei fettigen Haaren verwendet werden. Besonders hilfreich ist es auch bei rissigen Händen. Dafür wird ein Teelöffel Thymian mit einem halben Liter kochenden Wasser übergossen. Das ganze sollte über Nacht einwirken und kann am nächsten Morgen mit Alaun aus der Apotheke verfeinert werden. Diese Mischung hilft auch bei Fußgeruch und kann als Zusatz in das nächste Fußbad gegeben werden.

Löwenzahn hellt blondes Haar natürlich auf

Wer kennt ihn nicht, den leuchtend gelben Löwenzahn? Von vielen Hobby-Gärtnern als Unkraut verschmäht, hat er es als Heilpflanze doch wirklich in sich.

Als Extra im Salat sorgt der Löwenzahn für jede Menge Vitalstoffe. Schon von innen wirkt er klärend auf unsere Haut und hilft dem Körper dabei, Giftstoffe auszuscheiden. Aber auch äußerlich angewendet hat das Kraut einiges zu bieten.

Löwenzahn wirkt vitalisierend. Genau so wie der Salbei kann es deswegen als Tinktur für das Gesicht verwendet werden, wirkt aber eher erfrischend und lässt die Haut strahlen. Auch eine Kopfmassage mit der Löwenzahntinktur wirkt anregend.

Für eine leichte Farbaufhellung können Blondinen ebenfalls zu den frischen Blüten der Pflanze greifen. Eine Handvoll der gelben Blätter werden mit kochenden Wasser übergossen. Die Mischung sollte bei der letzten Spülung der Haare verwendet werden. Ein Aufguss aus Kamillenblüten hat übrigens einen ähnlichen Effekt auf blondes Haar.

Hier gibt es noch mehr Tipps, wie du deine Haare natürlich färben kannst

Melisse reinigt und beruhigt sensible Haut

Die Melisse stammt ursprünglich aus Asien, bereichert aber schon länger auch unsere heimischen Gärten. Dank ihres frischen Duftes ist sie auch als Zitronenmelisse bekannt und lässt sich toll als natürlicher Raumduft verwenden.

Hinzu kommt ihre beruhigende und antibakterielle Wirkung. Eine Waschung mit Melissentee gilt schon lange als Schönheitsmittel, denn es befreit die Haut von Unreinheiten. Für den Tee sollte ein Teelöffel Melisse mit kochenden Wasser übergossen werden. Die Tinktur 10 Minuten ziehen lassen und dann durchsieben.

Die Melisse ist besonders bei Komsetikprodukten beliebt, da sie auch für reifere Haut geeignet ist und Irritationen und Rötungen vorbeugt.

Wie bei allen Kosmetikprodukten, sollten die Produkte zunächst auf einer kleinen Hautstelle getestet werden, um Irritationen und Allergien zu vermeiden.

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Tipp
Naturkosmetik mit Kräutern