TCM im Frühling: Mit der 5-Elemente-Lehre Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen

Die 5-Elemente-Lehre basiert auf dem jahrtausende alten Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und sieht ihre Funktion vor allem darin, den Organismus so zu stärken, dass Krankheiten vorgebeugt werden und der Körper sich in harmonischem Gleichgewicht entfalten kann.
Sabine Spielberg
von Sabine Spielberg
Junge Frau liegt im Frühling auf einer Wiese unter schönen roten BlütenPhoto by A L L E F . V I N I C I U S Δ on Unsplash

Nach den kalten Wintertagen erwärmt sich die Luft und löst Natur und Mensch aus der Zurückgezogenheit. Die Natur blüht auf, die Energie in der Natur bewegt sich nach oben und das sollte beim Menschen nicht anders sein. Sabine Spielberg, Gesundheitscoach nach den 5 Elementen der TCM, gibt uns einfache Tipps für mehr Vitalität in dieser Jahreszeit.

In der TCM repräsentiert das Holz-Element die Energien des Frühlings. Die Kräfte, die in der stillen Dunkelheit des Winters geruht haben, streben nun nach oben, um sich kraftvoll zu entfalten. Es ist eine aufsteigende Energie, die mit Wachstum assoziiert wird – am liebsten dynamisch, leicht, spontan, unbeschwert und ohne Einschränkung.

So wird diesem Element vor allem der Beginn und das In-Gang kommen einer Bewegung zugeschrieben, es vermittelt die Idee des Neubeginns und des Hervorbringens, wie zum Beispiel der Morgen als Beginn eines neuen Tages und die Kindheit als Beginn des Lebens.

Holz symbolisiert auch das sprießende junge Grün des Frühlings und der Bambus ist wohl das treffendste Symbol für diese Wandlungsphase: Immergrün, schnell sprießend, ungemein stark und trotzdem nach allen Seiten beweglich.

Neue Energie mit TCM im Frühling: beweglich und dynamisch

Die Bewegung der Holz-Energie ist nach oben und außen gerichtet. Das Holz-Element will sich seiner Bestimmung nach ausdehnen und entfalten. Wird es dabei gestört oder eingeengt, stagniert diese Energie und es entsteht Stress. Kommen noch heftige Emotionen wie Ärger, Zorn und Wut hinzu, gerät die Energie aus dem Gleichgewicht.

Bewusste Lebensführung, Körper- und Entspannungsübungen und die richtige Ernährung hingegen unterstützen das Holz-Element und bringen das Qi wieder in Fluss. Mit den folgenden Tipps gelingt das einfacher, als du vielleicht denkst.

1. Tipp: Erobere dir die Natur zurück – mit TCM im Frühling

Endlich ist die graue, kühle Zeit vorbei! Die ersten Sonnenstrahlen ziehen uns nach draußen und inspirieren zur Bewegung im Grünen. Gehe spazieren, gerne auch zügig, in einem Park oder Wald, und atme dabei ganz bewusst die frische Luft, die gerade jetzt im Frühling wie eine regelrechte Sauerstoffdusche wirkt. Und wenn dir danach ist, dann mache ruhig auch mal ein paar Luftsprünge, wie es sich bei Kindern so schön beobachten lässt.

2. Tipp: Biegsam wie ein junger Zweig – Energie durch Dehnung

Mache regelmäßig Dehnübungen, am besten direkt nach dem Aufstehen am Morgen. Gerade dort, wo du dich steif fühlst und an den häufig vergessenen Körperseiten tun einfache Dehnbewegungen sehr gut und bringen das Qi wieder in Fluss. Aber auch sanfte Bewegungen wie zum Beispiel aus dem Yoga, QiGong oder TaiChi sind hervorragend zur Dehnung und Kräftigung geeignet.

3. Tipp: Mit Meditation Stress auflösen – bringe das Qi wieder in Fluss

Wähle eine bequeme Sitzposition, entweder am Boden oder gerne auch auf einem Stuhl. Schließe die Augen und bringe deine Aufmerksamkeit zu der Mitte deines Schädels.

Stelle dir mit der nächsten Ausatmung vor, den gesamten Kopf von innen nach außen heraus zu entspannen und loszulassen. Wiederhole das fünf Mal. Verwende dabei gerne das Bild von einer Welle der Entspannung, die von innen nach außen fließt. Denke nicht nur „locker“ sondern fühle auch „locker“. Wandere nun mit deiner Aufmerksamkeit weiter in die Mitte deines Hals- und Nackenbereiches. Wiederhole die Technik des Entspannen und Loslassens beim Ausatmen wieder fünf Mal.

Fahre genau so fort mit…
• Armen
• Brustkorb und Schulterblättern
• Oberbauch
• Unterbauch
• Wirbelsäule
• Becken
• Oberschenkel
• Knie
• Unterschenkel
• Knöchel
• Füße und Fußsohlen

4. Tipp: Neue Frühlingsenergie – Sauer macht lustig, grün beschwingt

Der für das Holz-Element unterstützende Geschmack ist sauer, weil er einen Gegenpol zu der nach oben strömenden Energie darstellt – denn sauer sammelt und zieht zusammen und bewahrt so die kostbaren Körpersäfte. Der saure Geschmack findet sich vor allem in vielen Früchten und Obstsorten, aber auch Joghurt und Tomaten, Essig und milchsauer eingelegtes Gemüse (Pickles, Sauerkraut) gehören dazu.

Die Farbe des Holzes ist Grün, wie das junge Grün, das sich jetzt in der Natur zu zeigen beginnt – und somit sollten im Frühling jede Menge grüne Nahrungsmittel auf unserem Teller landen. Grünes Blattgemüse wie Spitzkohl, Mangold oder Brokkoli bringt die Holz-Energie in uns zum Schwingen, wie auch frische Kräuter und Wildgemüse uns jetzt in Schwung bringen.

5. Tipp: Widme deinen Augen passend zur Holz-Zeit einen Augenblick

Das Holz-Element hat einen besonderen Bezug zu den Augen. Nutze also die „Holz-Zeit“, um jeden Tag bewusst ein paar Augenübungen zu machen – zum Beispiel jetzt gleich. Rolle die Augen, bewege sie weit hin und her und fokussiere ganz bewusst abwechselnd nahe und ferne Gegenstände. Das darf passend zur Holz-Zeit gerne der Baum gegenüber sein.

Und noch ein ganz einfacher Tipp für den Alltag:

Atme zwischendurch immer wieder ganz bewusst für ein oder zwei Atemzüge. Suche mit den Augen ein Stückchen Grün, erfreue dich daran und genießen es, die milde, warme Luft einzuatmen. Es ist Frühling. Endlich!

Sabine Spielberg
Sabine Spielberg ist Köchin und Ernährungsberaterin nach den 5 Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie gibt regelmäßig Kochkurse in Köln und betreibt einen veganen Foodblog...
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