Stallluft für ein gesundes Immunsystem: Schmutz und Staub für die Gesundheit deines Kindes

Regelmäßiger Kontakt mit Stallstaub in der frühen Kindheit kann genetisch bedingtes Asthma-Risiko senken und das Immunsystem fördern.
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von evidero Redaktion
Stallstaub für die Lunge© mariesacha - Fotolia.com

Eigentlich sind Staub und Dreck etwas, vor denen Erwachsene ihre Kinder zu bewahren versuchen. Jedoch können aufgenommene Bakterien vor allem im frühen Kindesalter den späteren Gesundheitsfaktor maßgeblich bestimmen. Denn ist das Immunsystem im Kindesalter selten mit Bakterien und Viren beschäftigt, kennt das Abwehrsystem diese Erreger nicht und wird sie später nicht erfolgreich abwehren können.

Viele Anfälligkeiten für bestimmte Erkrankungen werden durch Vererbung weiter gegeben. Ein simples Beispiel sind Muttermale. Haben Vater und Mutter einer Generation am Kinn ein Muttermal, wird das Kind dieser beiden Partner sehr wahrscheinlich auch ein Muttermal am Kinn haben. Andere Krankheiten kann man in der Kindheit beeinflussen – zum Beispiel auch Allergien und Asthma.

Stallluft kann das Asthma-Risiko reduzieren

Kinder, die im Alter von unter einem Jahr bereits Stallluft ausgesetzt wurden, zeigen im späteren Lebensverlauf weniger Symptome einer Atemwegserkrankung. Besonders in den Industrienationen haben Kinder immer weniger Kontakt mit Tieren in Stallungen. Wenn Kinder allerdings schon früh Kontakt mit Tieren haben, kann dies hilfreich sein.

Allein in Deutschland leiden bis zu 15% der Kinder und Jugendlichen an allergisch bedingtem Bronchialasthma. Nimmt man Neurodermitis und Heuschnupfen dazu, kommt man sogar auf einen Anteil von 40%.

Mit Stallstaub Allergien vorbeugen

Die Körper der Kinder müssen mit den Mikroorganismen in der Atemluft zurecht kommen. Denn die kleinen Partikel im Stallstaub gelingen tief in die Lunge. Die löslichen Bestandteile des Staubes setzen sich an der Lungenwand ab und gelingen so teilweise in unseren Körper. So kennt der Körper diese Bakterien schon von klein auf und kann auf spätere Krankheitserreger besser reagieren. Eine typische Abwehrreaktion auf Fremdkörper oder Staub in der Lunge ist das Abhusten.

Hustenreiz beim Einatmen ist die Reaktion auf Fremdkörper

Durch Krankheit kann auch die Leistung der Lungenhärchen beeinflusst werden. Die Aufgabe der Lungenhärchen besteht hauptsächlich darin, unsere Lunge von Schleim und Staub zu befreien. Ist das Immunsystem allerdings gestört, sind die Lungehärchen weniger aktiv.

Bei Schwierigkeiten mit der Atmung hilft beispielsweise eine Inhalation mit ätherischen Ölen oder auch Vitamin C, was die Lungenhärchen bei ihrer Arbeit unterstützt. Auch Flavonoide sind ein bewährtes Mittel, um unseren Körper in seine täglichen Atmearbeit zu unterstützen. Diese sind besonders in Äpfeln, Trauben, Beeren und sogar in dunkler Schokolade enthalten.

Blockiert Schleim die Lunge, so hilft auch moderate Belastung – also leichter Sport – die Lunge wieder frei zu bekommen.

Der Umgang mit Tieren für die Gesundheit des Kindes

Um das Immunsystem von Kindern zu stärken kann es hilfreich sein, regelmäßigen Kontakt mit Tieren zu haben. Viele Kinder lieben es sowieso, mit Tieren Zeit zu verbringen. Auch Pferde und Hunde haben es den Kindern angetan. Um einem genetischen Asthma-Risiko vorzubeugen, kann es hilfreich sein, mit dem Kind Ferien auf dem Bauern- oder Reiterhof zu machen. Denn mittlerweile haben viele Ställe die Möglichkeit für sich entdeckt, Kinder während den Ferien zeitweise in Obhut zu nehmen.

Zum einen werden die Eltern entlastet und zum anderen lernen die Kinder den richtigen Umgang mit den Tieren. Außerdem scheuen die Kinder sich weniger vor der damit verbundenen Arbeit. Auch wenn der Geruch am Stall nicht sehr gefällt, ist es sicherlich ein Gewinn für das Kind und seine Gesundheit.

Quellen:

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