Praktische Tipps zum Gärtnern in der Stadt Teil 1: Salat und Kresse auf der Fensterbank

Praktische Tipps zum Gärtnern in der Stadt: Kinder pflanzen Kressebilder, Salat von der Fensterbank, Minigemüse vom Balkon oder Mitmachen im Selbsterneprojekt.
von Janine Otto
Kresse selbst anbauen© Diana Taliun - Fotolia.com

Der Start in ein grüneres Leben kann ganz leicht sein und schon auf dem eigenen Balkon anfangen. Denn dort kann man vieles anpflanzen: Salat, Gewürze, Obst. Das ist nicht nur Bio, sondern spart auch Geld und macht Spaß.

Salat auf der eigenen Fensterbank anbauen

Warum sollten nur Primeln oder Geranien und nicht mal Salat auf der Fensterbank wachsen? Im Frühjahr gesät kann man ihn bereits Ende Mai ernten. Wird beim Aussäen kein Kopf-, sondern ein Pflücksalat ausgesucht, ist die Ernte sogar den gesamten Sommer garantiert. Hierzu besorgt man sich im Frühjahr idealerweise einen  Blumenkasten mit einem Wasserreservoir, damit auch in der Hitze des Sommers die Wasser liebenden Pflanzen genug Feuchtigkeit bekommen. So brauchst du zum Gärtnern gar keinen eigenen Garten.

Zum Befüllen sollte man im Gartencenter lieber zu Bio-Gartenerde statt Blumenerde greifen. Hierdurch ist man sicher, dass keine umwelt- oder gesundheitsschädlichen Düngemittel und Stoffe in die Ernte gelangen. Diese wird nun in den Blumenkasten gefüllt, das Saatband hineingelegt, mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt und angegossen. Fertig! Wenn man nun regelmäßig wässert und düngt, darf man sich den gesamten Sommer hindurch auf den eigenen Salatteller freuen.

Obst und Gemüse ohne eigenen Garten anbauen

Selbsterntegärten sind optimal für Anfänger! Sie folgen einem einfachen Prinzip: Man übernimmt Anfang Mai ein Beet, auf dem im Gewächshaus vorgezogenes Gemüse bereits gepflanzt ist. Den ganzen Sommer über kann man zusehen, wie es wächst, kann jäten, gießen und ernten und selbst Sachen ausprobieren.

So erhält man frisches, ökologisch angebautes Gemüse, macht ohne Risiko die ersten Erfahrungen, kommt in Kontakt mit anderen Leuten und kann schauen, ob man Freude daran findet. Die Gebühr (je nach Beetgröße ca. 50-150 Euro pro Saison, bei den kommerziellen Anbietern z.T. auch mehr) lohnt sich meist schon durch den Gegenwert an Obst und Gemüse. Achten sollte man darauf, dass der Garten nicht zu weit vom Wohnort entfernt ist.

Minigemüse vom Balkon

In vielen Supermärkten wird seit einigen Jahren immer mehr Minigemüse als gesunder Pausensnack angeboten: Gurke, Zucchini, Cherrytomaten. Lecker! Das besondere an diesen neuen Zuchtformen ist, dass sie auch hervorragend auf dem eigenen Balkon gedeihen. Hierzu befüllt man im Frühjahr einen Terrakottatopf mit Bio-Gartenerde und sät das Minigemüse aus. Wie auch jede andere Balkonpflanze muss auch das junge Gemüse regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Hierbei soll man darauf achten, dass man Biodünger verwendet, damit keine schädlichen Stoffe an die Pflanzen gelangen. Die Auswahl an Samen ist in den letzten Jahren gewachsen: Auch Mini-Blumenkohl, Mini-Mais und Mini-Karotten können heute auf jedem sonnigen Balkon quasi vom Topf in den Mund wachsen.
Natürlich bieten viele Gartencenter solche Ein-Topf-Gärten auch schon vorgezogen an. Mal abgesehen vom Preis: So spart man Zeit – aber auch eine interessante Lernerfahrung.

Kresse anbauen geht auch im Winter – vor allem mit Kindern

Gerade in der dunklen Jahreszeit sehnen sich viele Kinder nach der Natur. Warum diese ihnen nicht die Natur ins Haus holen? Ein gesätes Bild aus Kresse hilft durch die dunklen Tage. Hierzu wird eine Schicht Watte oder Küchenpapier auf einen Teller gelegt, angefeuchtet und die Samen als Muster aufgestreut. Der Fantasie stehen dabei alle Formen zur Verfügung.

Nach dem Aussäen wird nun das Kunstwerk auf eine warme Fensterbank gestellt. Die nächsten Tage muss man darauf achten, dass das Substrat feucht bleibt, die Samen dabei jedoch nicht „ertrinken“. Da Kressesamen Lichtkeimer sind, kann man nach wenigen Tagen der Kresse förmlich beim Wachsen zusehen. Tipp: Es gibt nicht nur grüne, sondern auch rote Kresse, sodass man auch zweifarbige Bilder “malen” kann.

Hier erfährst du mehr über den ersten Gemeinschafts-Garten in Köln.

Autorin: Janine Otto
Studium: Biologie, Mathematik und Physik. Nach 5 Jahren als Lehrerin und Ausbilderin am Berufskolleg begann sie ihr Volontariat als Technische Redakteurin. Seit 2007 ist Janine Otto Redakteurin und freie Autorin - hauptsächlich für Technik und Naturwissenschaft. Ihre größte Leidenschaft ist das Kochen.

Unsere Empfehlungen
Deiner Garten-Arbeit steht nichts mehr im Weg.
  • Eine wirkliche tolle Idee gerade auch für "Stadtkinder". Obst und Gemüse auf dem Balkon – und auch noch selbstgezüchtet – da ist die Freude groß, wenn die erste pralle, selbstgeerntete Frucht verspeist werden kann…
    Wir haben es mit Tomaten (Jungpflanze), Chilischoten (Samen), Paprika (Samen), Erdbeeren (Jungpflanze, wir hatten "immertragende" Erdbeeren), Karotten (Samen) und sogar Kartoffeln (Triebe) ausprobiert – alles natürlich in Bioerde (Anfang April) verpflanzt. – Besonders gute Erfahrung haben wir mit den Cocktail-Strauchtomaten (wir haben von 2 Jungpflanzen ca. 70 lecker-aromatische Früchte geerntet !), den wirklich "immertragenden" Erdbeeren, den Chilischoten und Paprika gemacht. (Die Möhren fielen leider etwas holzig aus- vielleicht lag es an de Sorte). – Und Kindern macht das Gärtnern einen Riesenspaß, am besten laßt Ihr die Kinder die Samen und Pflanzen selbst aussuchen und einpflanzen. Das Pflegen kommt vor lauter Neugier dann von ganz alleine, denn jeden Tag wird mit Garantie mindestens einmal erwartungsvoll nachgeschaut, wie weit die gezüchtete Pflanze denn schon gewachsen ist 😉