Kartoffeln sind gesundes Gemüse: Kartoffeln gehören erst in den Keller und dann auf den Teller

Kartoffeln sind Gemüse, enthalten aber viele Kohlenhydrate und sind deshalb eine typische Beilage bei warmen Mahlzeiten. Dennoch lassen sich auch Vitamine in der Kartoffel finden.
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von evidero Redaktion
Kartoffeln sind gesundes Gemüse© Lenslife - Fotolia.com

Die Kartoffel gehört weltweit zu den Grundnahrungsmitteln. Zu Unrecht wurde ihr in den Modewellen der Ernährungspropheten zeitweilig der Keller zugewiesen. Sie wurde gar als Dickmacher verschrien und von manchen entsprechend gemieden. Dabei enthält die Kartoffel noch viel mehr als nur Kohlenhydrate.

Die Kartoffel war das Hauptnahrungsmittel in Südamerika

Das Ursprungsgebiet der Kartoffel ist Südamerika. Sie war neben Mais das Hauptnahrungsmittel der Ureinwohner in den Anden und in vielen Sorten kultiviert; besonders in höheren Lagen ersetzte sie den Mais und wurde bis in 4000m Höhe angebaut.

Die Kunde von der Kartoffel wurde zunächst durch die spanischen Eroberer im 16. Jhdt. nach Europa gebracht. So berichtet Francisco López de Gómara in seiner „Historia general de las Indias“ bereits 1552 nach Berichten anderer, dass die Bewohner des Altiplano sich von Mais und Papas(Kartoffeln) ernähren und über hundert Jahre alt werden.

Aus Frachtbelegen und historischen Berichten weiß man, dass die Kartoffel dann in der zweiten Hälfte des 16.Jhdt. den europäischen Kontinent erreicht hatte.

Auf die Britischen Inseln soll die Kartoffel ohne den Umweg über Spanien gelangt sein. Wer die Kartoffel dorthin gebracht hat, ist unbekannt. Historisch belegt ist, dass die Kartoffel spätestens 1596 in England angekommen war, denn in diesem Jahr wurde in London von einem Botaniker ein Katalog mit Pflanzen veröffentlicht und darin kam auch die Kartoffel vor. In Irland scheint die Kartoffel zwischen 1586 und 1588 angekommen zu sein. Bereits ab 1606 ist ihr Anbau nachgewiesen und noch vor dem Ende des 17. Jahrhunderts hatte sie sich den Platz als Grundnahrungsmittel der Iren erobert.

Kartoffel als Heilmittel in der Volksmedizin bei Migräne und Ohrenschmerzen

Noch heute wird Kartoffelsaft, aus rohen Kartoffeln gepresst, in Reformhäusern und Bioläden angeboten. Entsprechend der späten Einwanderung der Kartoffel nach Europa kann es keine Verwendung im Mittelalter oder der Antike des Mittelmeerrauems geben.

Kartoffelsaft hat sich innerlich bei Magenbeschwerden und äußerlich bei Verletzungen oder Geschwüren bewährt. Kartoffelsaft hat eine sehr gute antibakterielle Wirkung.

In der Volksmedizin wurden die Kartoffeln auch für verschiedene Umschläge verwendet. Mit Brei aus frischen Kartoffeln hat man Verbrennungen umwickelt, in Scheiben geschnittene, rohe Kartoffeln haben bei Migräne geholfen und ein Umschlag mit gekochten Kartoffeln linderte die Ohrenschmerzen.

Kennst du Stimmungsschwankungen, Überempfindlichkeit, Reizbarkeit, Aggression? Diese Gefühle können leicht in Depression und Lethargie umschlagen. Die Probleme können die Folge von Stress und falscher Ernährung entstanden. Kartoffeln können deine Nerven stärken und sie sind Balsam für die Verdauung.

So gesund sind Kartoffeln: Das sind ihre Inhaltsstoffe

Außer 80% Wasser liefern die Kartoffel viele Kohlenhydrate, insbesondere Stärke, Protein und Fasern. Außerdem verbergen sie erhebliche Mengen an Mineralstoffen Kalium, Magnesium, Kalzium und die Vitamine B, C und K. Damit Vitamin C erhalten bleibt, gib die Kartoffeln direkt ins kochende Wasser oder koche sie in der Haut im Dampf.

Zwei Kartoffeln decken ein Zehntel des täglichen Faserbedarfs. Die Kartoffelstärke ist nicht nur eine Energiequelle, sondern verbessert die Verdauung, reguliert den Blutzucker und mindert schlechte Fette im Blut.

Diese Mineralstoffe finden sich in Kartoffeln

Phosphor befindet sich in Kartoffeln mit Calcium in einem idealen Verhältnis. Phosphor stärkt nicht nur Zähne, Nägel und Knochen, sondern auch Abwehrkräfte. Kartoffeln beinhalten mehr Kalium als Bananen. Ohne Kalium werden Muskeln nicht richtig funktionieren, der Aufbau von Konochensubstanz wird gestört und der Körper wird Probleme mit seinem Wasserhaushalt bekommen.

Zwar wird Vitamin C während des Kochens teilweise abgebaut, es bleibt aber in Kartoffeln immer noch genug für gesunde Knochen, Muskeln und Zähne. Es erleichtert die Aufnahme von Eisen. Die Gruppe der B Vitamine ist für den Zuckerstoffwechsel und Energieproduktion unverzichtbar. B- Vitamine sind vorteilhaft für die Haut und Nervensystem. Vitamin E verhindert die Umwandlung von freien Radikalen in schlechtes Cholesterin, das die Blutgefäße verstopft und den Blutdruck erhöht.

Kartoffeln richtig zubereiten und lagern

Die Kartoffeln im Ganzen mit der Schale kochen, bis sie fast weich sind. Wenn du sie vor dem Kochen schälst, verlieren sie sehr viele positive Stoffe. In einer Schüssel Senf mit Essig, etwas Olivenöl Salz und Pfeffer zu einer Soße anmischen. Kartoffeln in dicke Scheiben schneiden, Schnittlauch, Petersilie und die Soße zufügen.

Übrigens: Kartoffeln lagert man am besten dunkel, trocken und kalt – zum Beispiel in einer Speisekammer oder im Keller. Sie sollten nicht zusammen mit Obst gelagert werden, da sie dann schneller verderben können.

Machen Kartoffeln dick?

Hast du Kartoffeln aus deinem Menü ausgeschlossen, um schnell Gewicht zu verlieren? Überdenke dies noch einmal. Was ist mit deinem Bluthochdruck? Bei übergewichtigen Personen hat sich der hohe Blutdruck durch tägliches Konsumieren einer Portion Kartoffeln reduziert. Und das sicher und ohne Gewichtszunahme. Eine Portion, das sind zwei mittelgroße Kartoffeln und vom Gewicht her etwa 250 Gramm.

Der Kaliumgehalt der Kartoffel hilft Menschen mit hohem Blutdruck. Warum hatten Menschen in der Vergangenheit kein Übergewicht und keinen Bluthochdruck? Weil sie gekochte Kartoffeln jeden Tag in großen Mengen aßen!

Jedoch ist bei der Umstellung auf Kartoffeln Vorsicht geboten: Weißbrot sättigt dreimal mehr als Kartoffeln mit dem gleichen Kaloriengehalt. Wer also nicht aufpasst und sich zu schnell umstellt, isst also schnell zu viele Kartoffeln.

Besonders Menschen mit Nierenfunktionsstörungen, denen der Arzt eine Beschränkung der Kaliumaufnahme empfohlen hat, sollten darauf achten, nicht zu viele Kartoffeln zu essen.

Grüne Kartoffeln enthalten Giftstoffe

Roher, selbst hergestellter Kartoffelsaft kann je nach Sorte, Reife und Jahreszeit unterschiedliche Mengen des Alkaloid Solanin enthalten, das giftig ist. Schon weniger als 0,5 Gramm Solanin kann für einen gesunden Erwachsenen tödlich sein, dafür benötigt man allerdings mehrere Kilogramm rohe Kartoffeln.

Erste Vergiftungssymptome: sind Brennen und Kratzen im Hals, Durchfall, Übelkeit, Benommenheit, Angstzustände, Schweißausbrüche, Atemnot, Bewusstlosigkeit und Krämpfe. Deswegen sollte auch Kartoffelsaft, wie andere Naturmedizin dringend mit der gleichen Vorsicht und Zurückhaltung verwendet werden, die bei üblichen Medikamenten angezeigt ist.

Für Kinder (besonders Säuglinge) sowie für schwangere und stillende Frauen ist Kartoffelsaft nicht geeignet.

Kartoffeln und der Glykämische Index – Zu viele Kohlenhydrate?

In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann man damit, Lebensmittel nach dem Verhältnis der verwertbaren Gesamtmenge an Kohlenhydraten eines Lebensmittels zum Traubenzucker, der gleich 100 gesetzt wurde, zu bewerten und nannte diese Verhältniszahl multipliziert mit 100 den Glykämischen Index (GI).

Dies erfolgte, nachdem man erkannt hatte, dass eine Herleitung der ernährungsphysiologischen Wirkung von Lebensmitteln allein aus der chemischen Struktur der aufgenommenen Kohlenhydrate nicht möglich war. Um aber auch die üblicherweise verzehrte Menge eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels pro Mahlzeit mit berücksichtigen zu können, definierte man zusätzlich die Glykämische Last (GL) als Produkt aus GI und der verzehrten Menge in Gramm, geteilt durch 100.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärte bereits 2004 in einer Stellungnahme: „Es ist wissenschaftlich nicht begründbar, das Konzept des GI umzusetzen und beispielsweise vom Verzehr von Kartoffeln und (Vollkorn-)Getreideprodukten mit hohem GI bzw. hoher GL abzuraten.“

Es kommt eben sehr darauf an, wie der Blutzuckerspiegel im Verlauf der Zeit ansteigt, welche anderen Nahrungsmittel mit verzehrt werden und wie der Körper die Gesamtheit durch beispielsweise sportliche Belastung wieder abbaut und nicht nur auf den Absolutwert des glykämischen Index.

In einer wissenschaftlichen Stellungnahme hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den Stand bis 2013 zeitnah zusammen gefasst:

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2013/01_13/EU01_2013_M026_M038.2.pdf

So wichtig war die Kartoffel in der Geschichte

Die Vielseitigkeit der Kartoffel spiegelt sich auch darin nieder, dass sich im 19. Jhdt. große Teile der irischen Bevölkerung fast ausschließlich von Kartoffeln ernährten, weil der Ertrag auf geringer Anbaufläche ausreichend war, um eine Familie auf dem Lande am Leben zu halten.

Als aber die Kartoffelernten durch eine neuartige Krankheit, die Kartoffelfäule, nur noch gering ausfielen, starben allein zwischen 1845 und 1852 eine Million Menschen oder etwa 12% der irischen Bevölkerung. Weiteren zwei Millionen gelang noch die Auswanderung nach Nordamerika, aber auch diese waren so geschwächt, dass viele die Überfahrt nicht überlebten oder bald nach der Ankunft verstarben. Die Geamtbevölkerung Irlands nahm von 1845 bis 1935 von 8,1 Millionen auf 4 Millionen ab.

evidero-Rezept: Pesto-Kartoffel-Salat

  • 2 kg Kartoffeln
  • 1 Handvoll Cashews
  • 1 Handvoll Pinienkerne
  • Etwas Parmesan oder 4 EL Hefeflocken
  • 10 g Basilikum
  • 3 EL Olivenöl
  • Saft einer Zitrone
  • 1 TL Meersalz
  • Frischer Pfeffer
  • 3-6 EL Wasser
  1. Die Kartoffeln kochen und danach abkühlen lassen. Schneide sie in Viertel und gib sie in eine große Schüssel.
  2. In einem Mixer die Cashews, Pinienkerne, Parmesan oder Hefeflocken, Basilikum, Zitrone, Salz und Pfeffer zu Pesto verarbeiten. 3-6 Esslöffel Wasser hinzufügen.
  3. Gib das Pesto zu den Kartoffeln. Sofort servieren.

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