Essen bei Autoimmunkrankheiten: So kann sich die Ernährung auf Multiple Sklerose, Rheuma oder Morbus Crohn auswirken

Bei einer Autoimmunkrankheit greift der Körper sich selbst an. Dabei spielen nicht nur die Gene, sondern auch die Einflüsse aus unserer Umwelt eine Rolle. Wir erklären dir, wie die Ernährung die Krankheit beeinflusst.
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von evidero Redaktion
Frau mit Diabetes isst gesund© Photographee.eu - Fotolia.com

Die Krankheitsbilder einer Autoimmunkrankheit sind vielseitig. Von Beschwerden im Darm bis hin zu Problemen an der Schilddrüse können alle möglichen Symptome auftreten. Die Frage, warum sich unser Immunsystem auf einmal selbst angreift, ist dabei bis heute noch nicht richtig geklärt.

Bei einer Autoimmunkrankeit denkt das Immunsystem, dass körpereigene Bausteine schädlich sind und greift diese an. So entstehen chronische Entzündungen. Dabei ist zu unterscheiden, ob nur ein Organ oder gleich mehrere angegriffen werden. Abhängig davon, wie viele und welche Organe angegriffen werden, unterscheiden sich auch die Symptome und somit die Krankheit. Autoimmunkrankheit ist nicht gleich Autoimmunkrankheit. Es können viele unterschiedliche Krankheitstypen auftreten.

Warum entstehen Autoimmunkrankheiten?

Die Ursachen sind noch immer nicht ganz geklärt. Zum einen haben die Gene Einfluss auf die Erkrankung, aber auch die Umwelt spielt eine große Rolle. Stress oder Rauchen können eine Autoimmunkrankheit begünstigen. Manche gehen auch davon aus, dass die Ernährung Einfluss hat. Fest steht aber, dass mehr Frauen von der Überfunktion des Immunsystems betroffen sind als Männer. Wie so vieles bei dieser Krankheit ist das Warum hier auch noch richtig geklärt.

Welche Autoimmunkrankheiten gibt es?

Dadurch, dass bei einer Autoimmunkrankheit unterschiedliche Organe angegriffen werden, entstehen auch verschiedene Krankheiten. Zu den häufigsten und bekanntesten zählen folgende:

  • Bei Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an. So kann Zucker nicht mehr richtig verarbeitet werden und lagert sich im Blut ab. Wenn sich Betroffene nicht mehrmals am Tag Insulin spritzen, können schwerwiegende Schäden an den Organen, Nerven und Gefäßen auftreten.
  • Multiple Sklerose greift das Nervensystem an und kann den Sehnerv, das Rückenmark und das Gehirn befallen. Der Krankheitsverlauf kann sich extrem unterscheiden und über Sehstörungen bis hin zu Lähmungen führen. Multiple Sklerose ist nicht heilbar, durch moderne Medizin können die Symptome aber eingedämmt werden.
  • Lupus erythematodes kommt in vielen unterschiedlichen Fällen vor, aber auch hier handelt es sich um Entzündungen, die die Haut, aber auch die inneren Organe betreffen kann. Die Symptome sind ganz unterschiedlich und können sich in rötlichen Hautverfärbungen, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Fieber und verschiedenen Entzündungen äußern. Früh genug erkannt kann die Behandlung die Lebensqualität der Patienten stark positiv beeinflussen.
  • Rheuma erythematodes, kurz Rheuma, kann in über 100 unterschiedlichen Arten auftreten. Genau so unterschiedlich können die Ursachen sein – eine Autoimmunkrankheit gehört zu den möglichen Verursachern. Rheuma äußert sich in angeschwollenen Gelenken, Schmerzen und Steifheit.
  • Bei der Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis greift der Körper die Schilddrüse an, was erst zu einer Über- und dann zu einer Unterfunktion führt. Die Folge können Gewichtszu- und abnahme, Nervosität, Durchfall, Herzklopfen oder Depressivität sein. Die Entzündung in der Schilddrüse kann nicht geheilt werden, die Symptome sind aber gut behandelbar.
  • Morbus Crohn greift den Verdauungstrakt an. Am häufigsten ist dabei der Dünndarm betroffen. Es entsteht eine tief liegende Entzündung bis zur Darmwand, die Durchfall und starke Bauchschmerzen in Schüben auslöst. Wie bei den anderen Krankheiten ist der Verlauf aber nicht zu verallgemeinern. Die Betroffenen müssen Medikamente gegen die Symptome einnehmen und sich gegebenfalls operieren lassen.
  • Bei der Zöliakie handelt es sich um eine lebenslange Glutenunverträglichkeit, allerdings als Autoimmunkrankheit. Der Dünndarm ist chronisch entzündet und der Klebeeiweiß in Weizenprodukten kann nicht verarbeitet werden. Zur Behandlung gehört eine glutenfreie Ernährung, geheilt werden kann die Krankheit allerdings nicht.

Was kann ich selbst gegen die Autoimmunkrankheit tun?

Autoimmunkrankheiten lassen sich selten gänzlich heilen, aber mit der richtigen Behandlung positiv beeinflusst werden. Besonders bei der Multiplen Sklerose und Rheuma hilft viel Bewegung. Auch ein ausgeglichener Alltag ohne viel Stress hat gute Auswirkungen.

Bestimmte Entspannungstechniken helfen dabei. loszulassen. Außerdem gibt es verschiedene Theorien, dass auch bestimmte Ernährungformen die Symptome lindern oder sogar ganze Krankheiten heilen.

Mit Paleo die Symptome von Morbus Crohn lindern

Anhänger der Paleo-Ernährung berichten von diversen Erfolgen nach einer Ernährungsumstellung auf die Steinzeit-Diät. Besonders bei Krankheiten im Magen-Darm-Bereich wie Morbus Crohn hilft eine spezielle Diät, aber auch bei Multipler Sklerose.

Bei der Paleo-Ernährung bei Autoimmunkrankheiten werden zusätzlich Lebensmittel gestrichen, die potentielle Allergene enthalten. Die Ernährung wird auf Obst, Gemüse hochwertiges Fleisch und Fisch, gesunde Fette und probiotische Lebensmittel reduziert.

Getreide- und Milchprodukte sind hingegen komplett tabu. So soll die Darmdurchlässigkeit, die durch Gluten und die in Hülsenfrüchten enthaltenden Lektinen verursacht werden soll, verhindert werden. Probiotische Lebensmittel wie Sauerkraut schützen die Darmflora.

Low-Carb bei Autoimmunkrankheiten

Auch die Low-Carb-Ernährung soll einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben oder besser gesagt: Zu viele Kohlenhydrate werfen das Immunsystem aus der Bahn. Wer sich “low-carb” ernährt, reduziert den Verzehr von Kohlenhydraten und ernährt sich stärker von Eiweißen und Fetten, sodass die Funktion des Immunsystems wieder intakt sein soll.

Fest steht, dass eine passende Ernährung bestimmt die Symptome lindern kann. Wie diese Ernährung im einzelnen aussehen muss, sollte mit dem behandelnden Arzt und einem Ernährungsexperten abgesprochen werden.

Die Reduzierung von Ballaststoffen kann zum Beispiel Probleme bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich lindern, aber auch hier spricht jeder Patient anders auf die Diät an. Natürlich spielt auch der Fortschritt und die Stärke der Autoimmunkrankheit eine Rolle.
Die Krankheit nur durch die Ernährung zu behandeln wäre allerdings fahrlässig.

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