Körper und Geist mit Hatha Yoga stärken: So macht dich das Grundlagen-Yoga gesund und glücklich

Wenn wir in den westlichen Ländern von Yoga sprechen, ist in den meisten Fällen von Hatha Yoga die Rede. Das klassische Grundlagen-Yoga versucht mithilfe von Körperhaltungen, Atemübungen und Meditation ein harmonisches Gleichgewicht von Körper und Geist herzustellen.
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von evidero Redaktion
hatha yoga© wariom - Fotolia.com

Wenn du als Anfänger mit einer Yogaart beginnst, wird das in den meisten Fällen Hatha Yoga sein. Dieser Stil ist bei uns die am weitesten verbreitete Yogaart – für viele Menschen steht er sogar als Synonym für Yoga an sich. Das ist jedoch nicht richtig: Bei Hatha Yoga handelt es sich um eine spezielle Richtung mit jahrhundertealter Tradition.

Der aus dem Sanskrit stammende Begriff “Hatha” bedeutet etwa so viel wie “Kraft” oder “Anstrengung” und verweist darauf, dass bei dieser Yogaart intensive körperliche Übungen erforderlich sind, um die angestrebte Harmonie von Körper und Geist zu erreichen. Eine weitere, poetischere Bedeutung des Wortes gibt es auch: Demnach steht “Ha” für die Sonne und “Tha” für den Mond.

Hatha Yoga: Mit körperlichen Übungen zum geistigen Wohl

Hatha Yoga hat drei Bestandteile: Am bekanntesten sind wohl die Asanas. Unter diesem Begriff versteht man bestimmte Körperhaltungen. Mit diesen Yogaübungen soll nicht nur der Körper gefordert werden, ihr Ziel ist es auch, das Gedankenkarussell in deinem Kopf zum Stillstand zu bringen und dich das Hier und Jetzt ganz bewusst spüren zu lassen. Dazu kommen Atemübungen, die sogenannten Pranayamas. In Kombination mit den Asanas helfen sie dir ebenfalls, dich ganz auf deinen Körper zu konzentrieren. Als dritte Säule kommt die Meditation hinzu. Du lernst, dein Bewusstsein frei zu machen, deine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen, und kannst dem Alltag nach Ende einer Yogastunde so mit neuer Kraft entgegentreten.

Von den Ursprüngen zur modernen Yoga-Praxis

Der Legende nach soll das Hatha Yoga von der hinduistischen Gottheit Shiva auf die Erde gebracht worden sein. Der Gott soll das Wissen über die Yogaübungen auf einer einsamen Insel an seine Frau Parvati weitergegeben haben, wurde dabei jedoch vom Fischer Matsyendra in Gestalt eines großen Fisches belauscht. Matsyendra wurde der Sage nach später nicht nur zum Begründer des Tantra, sondern auch zum ersten Yogalehrer.

In der historischen Realität waren die körperlichen Übungen des Hatha Yoga zuerst vor allem als Vorbereitung auf die Meditation gedacht oder wurden genutzt, um andere, spirituell orientierte Yogaarten zu unterstützen.

Die ersten derartigen Bezugnahmen auf Hatha Yoga finden sich in buddhistischen Texten aus dem 8. Jahrhundert. Die Abgrenzung des körperlichen Hatha Yoga von den rein spirituellen Yogawegen (wie zum Beispiel dem Raja Yoga) erfolgte später: Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert wurden die Grundlagen des klassischen Hatha Yoga in drei Texten niedergelegt: “Hatha Yoga Pradipika” von Svāmi Svātmārāma, “Shiva Samhita” von einem unbekannten Autor und “Gheranda Samhita” von Gheranda.

Bereits im 19. Jahrhundert begann Hatha Yoga, auch in den westlichen Ländern bekannt zu werden. Der erste Yogalehrer tourte in den 1890ern durch Europa, und auch die spirituell interessierten Theosophen des frühen 20. Jahrhunderts bekundeten ihr Interesse an Yogapraktiken. Populär wurden Hatha Yoga und andere Yogarichtungen in den USA und Europa dann in den 1960er- und 1970er-Jahren, als mit der Flower-Power-Bewegung im Westen eine generelle Faszination für hinduistische Spiritualität erwachte.

Mit dem seit den 1990ern anhaltenden “Yoga Boom” erhielt insbesondere das Hatha Yoga einen großen Popularitätsschub. Dank seiner körperbetonten Ausrichtung wird es von vielen Menschen als Sportart betrieben, mit der sie persönliche Fitness und mentale Ausgeglichenheit erreichen wollen. Auch die gesundheitlichen Wirkungen von Yoga wurden zunehmend anerkannt – inzwischen bieten sogar einige Krankenkassen Zuschüsse für Hatha Yoga als Präventivkurs an.

So gesund ist Hatha Yoga

Mit den Übungen des Hatha Yoga tust du deinem Körper etwas Gutes. Zwar kann die Schulmedizin das Warum noch nicht hundertprozentig erklären, Ärzte bestreiten die positiven Effekte jedoch kaum noch. Yoga wirkt – so zum Beispiel beim Stressabbau, beim Lösen von Verspannungen und in der Therapie von psychosomatischen und chronischen Krankheiten.

Yoga kann sogar gegen die chronischen Erschöpfungszustände von Krebs- oder MS-Patienten helfen und die Beschwerden bei Migräne lindern. Gezielt angewendet kann Yoga auch in der Therapie von Rückenleiden eingesetzt werden – hier ist aber wie bei allen medizinischen Anwendungen von Yogaübungen stets Rücksprache mit einem Facharzt notwendig.

Im Alltag helfen dir die Übungen des Hatha Yoga, deinen Körper besser kennenzulernen und ihn bewusster zu nutzen. Du stärkst mit den Asanas und Atemübungen nicht nur deine Muskeln, sondern auch deine Konzentration und nimmst deine Umgebung mit größerer Achtsamkeit wahr. Durch das verbesserte Körperbewusstsein kann sich auch deine Haltung verbessern. Viele Menschen berichten außerdem, dass ihnen die Pranayama-Atmung hilft, besser zu schlafen.

Wichtig ist bei den körperlich fordernden Übungen des Hatha Yoga jedoch, dass du deine Grenzen kennst. Übe komplizierte Asanas wie den “Sarvangasana” (Schulterstand) oder den “Halasana” (Pflug) immer zuerst unter Anleitung eines erfahrenen Yogalehrers, damit du dich nicht überdehnst oder Muskeln, Sehnen und Nerven anderweitig verletzt.

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