Schutz vor Energieräubern: 4 Arten, um mit negativen Menschen umzugehen

Der richtige Umgang mit negativen Menschen will gelernt sein, wenn man nicht selbst immer negativer werden möchte. Mitgefühl und Empathie sind wichtige Werkzeuge.
Fabian Merkle - Soul of Yoga
von Fabian Merkle
Glücklicher durch den richtigen Umgang mit negativen Menschen© Pixaby

Du kennst das vielleicht: Manche Menschen sind extrem negativ. Sie geben dir das Gefühl, dass du eigentlich nur wegrennen möchtest. Man kann nichts dagegen tun und man fühlt sich irgendwie machtlos. Manchmal können wir diesen Situationen schlichtweg entfliehen und in eine andere Richtung gehen – oft ist das aber einfach nicht möglich. Hier stellt sich die Frage: Gibt es eine Möglichkeit, mit diesen negativen Menschen umzugehen?

Auch ich habe mich in der Vergangenheit in Situationen wiedergefunden, in denen ich von negativen Personen umgeben war und ich möchte dir in diesem Artikel gerne vier Möglichkeiten vorstellen, die mir geholfen haben, damit besser umgehen zu können.

1. Mitgefühl mit schwierigen Menschen entwickeln

Die erste Möglichkeit, die ich immer als sehr hilfreich empfinde, ist es, erst einmal zu versuchen, die andere Person zu verstehen: Woher kommt diese Person? Was hat sie in ihrem Leben erlebt, dass sie so negativ geworden ist?

Viele Menschen, die nicht bewusst leben, sind ein Produkt ihrer Umwelt – also wie sie erzogen und von der Gesellschaft geformt wurden. Es gibt Menschen, die in harten Umständen aufgewachsen sind und das hat ihre Spuren hinterlassen. Wenn wir nun das Verständnis dafür entwickeln, dass diese Person deshalb so geworden ist, und wenn wir vor allem auch sehen, dass dieser Mensch eigentlich selbst unter dieser Negativität leidet (auch wenn er sich darüber vielleicht selbst gar nicht bewusst ist), dann kann sich in uns eine Art Mitgefühl entwickeln.

Dadurch können wir verstehen, dass diese Negativität nicht böse uns gegenüber gemeint ist, sondern dass dieser Mensch eigentlich völlig hilflos ist und von dieser Negativität von innen heraus festgehalten wird.

Mitgefühl ist dabei ein ganz natürliches Gefühl und ich denke, es ist schlichtweg auch viel angenehmer, einer Person mit Verständnis gegenüberzutreten als mit einem Gefühl von Wut. Ansonsten übernehmen wir wie in einem Teufelskreis selbst diese Negativität, und das ist ja das Letzte, was wir tun wollen.

Dieser erste Punkt hilft uns also dabei, Empathie zu entwickeln und dadurch das Gefühl von Mitgefühl und Verständnis entstehen zu lassen. So können wir diesen Teufelskreis von Negativität unterbrechen.

2. Die Situation als Herausforderung betrachten

Die zweite Möglichkeit, um mit negativen Menschen besser umgehen zu können, ist es, diese Situation schlichtweg als Herausforderung zu sehen. Sie kann eine Möglichkeit sein, sich selbst einmal zu überprüfen, wo man denn gerade steht.

Wenn wir Yoga machen oder Meditation, dann sind wir meistens daran interessiert, uns weiterzuentwickeln und unsere Grenzen zu überwinden. Eine der Grenzen, die uns sehr stark bestimmt in unserem Leben, ist emotionaler Natur: Wir haben nicht die vollständige Kontrolle über unsere Emotionen. Deshalb sind wir oft eingeschränkt, weil wir eben negative Emotionen erleben, die wir eigentlich gar nicht erleben wollen.

Durch ein bewussteres Leben bekommen wir mehr und mehr Zugang dazu, diese Emotionen zu steuern. In Situationen, in denen wir mit negativen Menschen zu tun haben, haben wir die Möglichkeit zu sehen, wie viel Kontrolle wir eigentlich schon über uns selbst erlangt haben – oder wie schnell wir uns von dieser Negativität mitreißen lassen. Das kann ein wichtiges Feedback dafür sein, wo wir uns in unserer Entwicklung gerade befinden.

In diesen Situationen können wir auch üben, wie man Herr über die eigenen Emotionen wird und sich von dieser Negativität innerlich abschottet. Dabei geht es nicht darum, alles zu blockieren, was diese Person sagt, sondern dass wir es annehmen und versuchen zu verstehen, dass sich dieser negative Mensch eigentlich in einer sehr bemitleidenswerten Situation befindet und das alles nichts mit uns zu tun hat. Wir können diese Situationen also als Herausforderung sehen und sie so auch nutzen.

3. Der anderen Person helfen, zu wachsen

Wenn wir erst einmal wirklich dieses Mitgefühl und Verständnis entwickelt haben, dann können wir überlegen, ob wir dieser Person vielleicht helfen können. Manchmal kann es hilfreich sein, subtile oder auch sehr deutliche Hinweise zu geben. Das hängt natürlich davon ab, wie wir mit dieser Person vertraut sind, wie eng wir uns kennen und man muss natürlich wissen, wie weit man dabei gehen kann.

Ich denke, dass Mitgefühl eine sehr gute Basis ist, um der anderen Person zu helfen. Das gelingt natürlich nicht, wenn wir uns selbst von Wut einnehmen lassen und uns dann zu einer hitzigen Diskussion verführen lassen. Wenn wir aber wirklich Herr unserer Emotionen sind und eine klare Sicht auf die Dinge haben, gibt es vielleicht auch eine Möglichkeit, dieser Person weiter zu helfen.

4. Sich von negativen Personen abschirmen und sie meiden

Die vierte Möglichkeit ist, dass wir versuchen, uns ganz bewusst von negativen Menschen abzuschirmen. Ich persönlich denke, das ist in manchen Situationen absolut berechtigt.

Diese Entscheidung muss man für sich selbst und individuell treffen. Zuerst einmal ist es natürlich wichtig, ob dies überhaupt möglich ist. Ist der negative Mensch ein Fremder auf der Straße? Dann kann ich einfach weitergehen. Wenn ich jedoch eine enge Beziehung zu ihm habe, ist es schwieriger. Dann kann man aber auch irgendwann die Beziehung beenden oder sie schlichtweg meiden.

Außerdem hängt es davon ab, in welcher Entwicklung man sich selbst gerade befindet. Ich habe dabei dieses Bild von einer kleinen, jungen Pflanze im Kopf: Am Anfang, wenn diese Pflanze noch sehr klein ist, muss man sie noch vor äußeren Einflüssen schützen, damit sie überhaupt eine Chance hat, ihre Wurzeln zu setzen und zu wachsen. Sobald sie aber größer wird, darf man sie nicht zu stark abschotten, denn der Wind und das Unwetter helfen der Pflanze auch zu wachsen und stärker zu werden. Dadurch kann die Pflanze dann ihre Wurzeln noch tiefer in die Erde stecken und noch kräftiger werden.

Man muss also schauen, wo man sich in seinem persönlichen Wachstum gerade befindet. Bin ich momentan eher eine junge, empfindliche Pflanze, oder bin ich gerade in einer Phase, in der ich jede Herausforderung in meinem Leben mitnehme, um mein eigenes Wachstum voranzutreiben?

Wenn man das Gefühl hat, von negativen Menschen umgeben zu sein und damit momentan einfach nicht klarkommt, dann ist es, denke ich, wichtig und berechtigt, sich zu überlegen, ob man diese negativen Menschen nicht zu einem gewissen Umfang auch aus seinem Leben ausschließen kann, vielleicht auch nur temporär.

Denn wenn man dieses Gefühl von Mitgefühl vielleicht gerade nicht entwickeln kann oder sich dieser Herausforderung nicht stellen will und dieser Person vielleicht auch nicht weiterhelfen kann, dann ist es bestimmt oftmals eine gute Option, sich in eine andere Richtung zu orientieren und zu versuchen, andere positive Menschen um sich herum zu versammeln.

Ich hoffe, diese vier Punkte, die mir immer wieder im Umgang mit negativen Menschen helfen, sind vielleicht auch für dich hilfreich. Wenn dir der Artikel gefallen hat, schreib gerne ein Kommentar! Ich würde mich freuen!

Liebe Grüße aus Konstanz,
Fabian Merkle

Fabian Merkle - Soul of Yoga
Experte: Fabian Merkle
Fabian Merkle ist Yogalehrer, Blogger und Gründer von Soul of Yoga. Er gibt Kurse in Konstanz und Zürich.
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