Sellerie ist Heilpflanze und Gemüse: Kann nicht nur Suppe – Der Sellerie

Auch wenn Sellerie einen starken Eigengeruch hat, sollte man ihn in der Küche häufiger verwenden, denn er kann bei Rheuma und Gicht helfen.
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von evidero Redaktion
Gesundes Gemüse Sellerie© Printemps - Fotolia.com

Die Kulturpflanze „Echter Sellerie“ ist dir sicher als Gemüse geläufig. Zumeist kennst du sie als Bestandteil eines Bündels Suppengemüse. In diesem Falle wird auf die Varietät Knollensellerie zurückgegriffen. Vom Sellerie kannst du aber auch den Stängel als Bleichsellerie und die Blätter als Schnittsellerie mit Vorteil verwenden.

Wie entsteht der starke Geruch von Sellerie?

Das Gemüse Sellerie enthält in allen Pflanzenteilen ätherische Öle, die durch die enthaltenen Phtalide das typische Selleriearoma prägen. Ohne hier zu sehr auf die Chemie eingehen zu wollen, kennst du vielleicht Phenolphtalein, einen Abkömmling der Phtalide, das als farblicher Anzeiger (Indikator) häufig im Chemie Unterricht verwendet wird.

Die Wildform unserer Pflanze, aus der die Kulturformen gezüchtet wurden, ist der Sumpf-Sellerie. Dieser ist in Mitteleuropa nahezu ausgestorben. Vom Wildsellerie im Alten Ägypten über Griechen und Römer lässt sich der Weg des Selleries bis zu den heutigen Kulturpflanzen stetig verfolgen.

Wie kann man Sellerie zubereiten?

Der schon erwähnte Knollensellerie wird klassisch als Suppengrün eingesetzt; andere Verwendungen in der heimischen Küche sind: als Röst- oder Wurzelgemüse für Schmorgerichte, als Beilage zu Püree, dann in dem bekannten Waldorf-Salat und anderen Salaten oder als Hauptgericht in Scheiben gebraten sowie in Suppen.

Die langen fleischigen Blattstiele des Bleichselleries können wie Lauch zu Salaten oder als Gemüsebeilage verarbeitet werden. Besonders das feine Aroma der Stängel wird geschätzt.
Vom Schnitt- oder Würzsellerie verwendet man die an Petersilie erinnernden Blätter als Gewürzkraut. Die Blätter enthalten ein ätherisches Öl mit einem an Orangen erinnerten Geschmack (Limonen). Getrocknete Blätter gemischt mit Salz sind als Selleriesalz bekannt.

Heilkraft: Sellerie hilft bei Rheuma und senkt den Blutdruck

Sellerie wurde in der Volksmedizin gegen rheumatische Beschwerden, als Mittel zur Blutdrucksenkung, gegen Verdauungsstörungen und neurologische Altersbeschwerden genutzt.

Beim Staudensellerie ist besonders sein hoher Kaliumgehalt zu erwähnen, der wegen seiner harntreibenden Wirkung, erfolgreich zur Förderung des Harnflusses genutzt wird. Diese harntreibende Wirkung hat sich bei Gicht und Rheuma für das Abführen der auslösenden Harnsäure bewährt. Allein 100 g frischer Sellerie enthalten fast 350 mg Kalium, was 10% der Tagesdosis entspricht.

Die in der Selleriepflanze vorhandenen ätherischen Öle wirken auf die Nierenfunktion und die Sekretion von Verdauungssäften. Sellerie wirkt ebenso effektiv auf den Stoffwechsel und das Nervensystem. Er beruhigt und fördert die Verdauung und man sagt ihm nach die Potenz bei Männern zu heben. Bewiesen ist das nicht, aber was gesund macht, sollte auch da nützlich sein.

Sellerie in Bioqualität kaufen oder selbst anbauen ist gesünder

Sellerie wird in der konventionellen Landwirtschaft leider viel mit Pestiziden gespritzt. Die amerikanische Information über die Belastung von Nahrungsmitteln mit Pestiziden,“Shoppers Guide to Pesticides“ (2014) der Organisation Environmental Working Group, Washington, D.C., zählt Sellerie zu jenen 12 Früchten und Gemüsen, auf denen am häufigsten Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln gefunden werden. Diese Einschätzung wird auch vom deutschen Pestizid-Aktions-Netzwerk geteilt, die Kontrollergebnisse veröffentlichten, in denen konventionell angebauter Stangensellerie 69 verschiedene Pestizide enthielt.

Für den konventionellen Anbau von Obst und Gemüse erlaubt das Pflanzenschutzgesetz dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bei “Gefahr im Verzuge” das Inverkehrbringen nicht-zugelassener Pestizide zu genehmigen. Nun ist aber „Gefahr im Verzuge“ ein unbestimmter Rechtsbegriff und lässt sich weitherzig auslegen.

So weist auch PAN-Germany darauf hin, dass unerwünschte Beikräuter der landwirtschaftlichen Produktion, gemeinhin als Unkraut bezeichnet, nicht gleich mit krebsverdächtigen, reproduktionstechnisch und hormonell wirksamen und stark wassergefährdenden Chemikalien wie Linuron bekämpft werden müssen, wenn es sich um die Verunkrautung in kleinflächigen Kulturen wie Sellerie, Möhren, Schnittpetersilie und der Heilpflanze Angelika handelt. Das BVL gestattet dies jedoch jährlich von April bis Juli, um gefährliche Unkräuter zu eliminieren.

Gemüsebauern der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) und andere Bio-Bauern greifen dagegen bewusst auf mechanische Methoden zurück, um der schneller wachsenden Konkurrenten der Nutzpflanzen Herr zu werden. Welchen Nutzen bringt uns eine vermeintlich gesunde Ernährung, wenn wir billigere Gemüse einkaufen, die unter Verwendung von Herbiziden ökonomisch konkurrenzfähiger angebaut wurden. Überlege, wer letzten Endes einen höheren Preis bezahlt!

Spätestens jetzt solltest du einmal darüber nachdenken, ob es beim Kauf von Obst und Gemüse nicht besser ist, auf Bio-Qualität zu setzen oder sich als MitgärtnerIn einer regionalen SoLaWi anzuschließen.

Haselnuss-Sellerie-Schnitzel

  • 1 Sellerieknolle
  • 150 g gemahlene Haselnüsse
  • 2 EL Kokosöl
  • Etwas Milch (Pflanzlich oder Kuhmilch)
  • Salz & Pfeffer
  1. Sellerie schälen und in große Scheiben schneiden. Diese halbieren.
  2. Einen Topf mit Wasser füllen und die Scheiben darin 10-15 Minuten köcheln lassen.
  3. Eine große Pfanne mit Kokosöl erhitzen.
  4. In eine kleine Schüssel die Haselnüsse füllen, in eine weitere etwas Milch geben.
  5. Die Selleriestücke nun erst in die Milch und dann von beiden Seiten in den gemahlenen Haselnüssen wälzen.
  6. Für 5-10 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze von beiden Seiten anbraten.
  7. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zu Salat oder Quinoa servieren. Guten Appetit!

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