Gesunder Stangensellerie: Weshalb sind plötzlich alle verrückt nach frischem Selleriesaft?

Roher Staudensellerie bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Besonders im Trend liegt der rohe Sellerie in Saftform. Warum und was hinter dem Trend steckt, verraten wir dir hier.
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von evidero Redaktion
Selleriesaft ist gesundPhoto by Jose Soriano on Unsplash

So langsam kommt der Trend auch in Deutschland an. Frischer Selleriesaft aus Stangensellerie (auch Staudensellerie genannt), am besten noch vor dem Frühstück, wird als kleines Wundermittel gehandelt, aber was steckt dahinter?

Täglich 500 Milliliter frischer Selleriesaft ohne jegliche zusätzliche Zutaten auf leeren Magen soll bei Darmproblemen, Rosazea, Akne, Neurodermitis und vielen weiteren Beschwerden helfen. Sellerie ist reich an Vitamin B, Vitamin C und besonders an Vitamin K. Außerdem steckt das Gemüse voller Kalium und Flavonoiden, besonders Apigenin und Luteolin. Er soll im Darm ein basisches Milieu fördern, entzündungshemmend wirken und die Galle stärken.

Ursprung des neuen Trends: Selleriesaft

Bekannt wurde die morgendliche Trinkkur durch Anthony Williams. Sein Heilwissen soll er durch langjährige Erfahrung haben, die er unter anderem in Mediale Medizin: Der wahre Ursprung von Krankheit und Heilung veröffentlicht. Wissenschaftliche Nachweise sucht man dabei vergebens. Studien zeigen durchaus eine positive Wirkung auf die Gesundheit, aufgrund der Antioxidantien und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe. Die besondere Wirkung des Safts am Morgen konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Die heilenden Eigenschaften des Staudenselleries wird schon seit Jahrhunderten in der Heilmedizin geschätzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Selleriesaft gegen Bluthochdruck verwendet. Im Ayurveda wird Sellerie bei Verdauungsstörungen und Demenz empfohlen.

Wirkung des Selleriesafts

Die erste Veränderung, die den meisten auffällt, ist eine verbesserte Verdauung. Das liegt vermutlich hauptsächlich an den Ballaststoffen. Auch eine Verbesserung der Haut soll für viele erkennbar sein.

Zu Beginn der Umstellung berichten viele Menschen von einer Erstverschlechterung. Die Rede ist unter anderem von Durchfall, verschlimmerter Akne und Neurodermitis. Davon sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen, denn eine Erstverschlechterung ist bei Entschlackungskuren, Basenfasten und vergleichbarem sehr häufig.

Erstens sind viele Menschen die Menge an Ballaststoffen nicht gewohnt, zweitens soll der Körper durch den Saft aufgeräumt werden, wodurch Giftstoffe austreten können, welche die Haut zu Beginn verschlechtern. Bewiesen ist die Entschlackung durch Lebensmittel allerdings nicht. Wer sich bisher eher Ballaststoffarm ernährt hat, sollte mit einer kleineren Menge beginnen und beobachten, wie der Körper reagiert. Mit der Zeit kann man sich dann an größere Mengen herantasten.

Auch diejenigen, die mit dem Geschmack nicht zurechtkommen, sollten mit einem kleinen Glas Selleriesaft beginnen. So ist die Überwindung geringer und man gewöhnt sich langsam an den Geschmack.

Warum genau 500 ml Staudensellerie am Morgen auf leeren Magen?

Die Wirkung des Selleriesafts soll pur am effektivsten sein. Am Morgen kommt der Stoffwechsel in Schwung und zusätzlich hat man schon eine große Portion Flüssigkeit zu sich genommen. Das soll im übrigen eine stärker energiegebende Wirkung haben als Kaffee am Morgen.

Zubereitung: Wie sollte man den frischen Selleriesaft zubereiten?

Der Saft sollte täglich frisch zubereitet werden, da man sonst zu viele Vitamine verliert und er frisch am wirkungsvollsten ist. Bereitet man den Saft doch mal für zwei Tage vor, sollte man ihn in einer luftdichten Flasche gekühlt aufbewahren.

Welchen Teil des Selleries kann man verarbeiten?

Geschmacklich macht es einen großen Unterschied, ob man die Blätter der Pflanze mitverarbeitet. Der Staudensellerie schmeckt für viele anfangs eher gewöhnungsbedürftig, sein erfrischender Geschmack wird aber auch geschätzt. Die Blätter schmecken eher bitter, sind aber auch reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Wie bewahrt man den Sellerie am besten auf?

Am besten ist es natürlich, den Sellerie auch frisch zu kaufen. Täglich frischen Sellerie kaufen ist aber offensichtlich sehr aufwändig. Daher lagert man ihn am besten in einem feuchten Tuch eingewickelt im Kühlschrank.

Zubereitung mit einem Entsafter

Am effektivsten ist ein Entsafter, in diesem Fall muss man die Selleriestangen nur waschen, bei vielen nicht einmal kleinschneiden und dann langsam in das Gerät geben. Die Reste kann man beispielsweise mit Möhren vermengen und daraus Gemüsetaler zubereiten.

Zubereitung im Hochleistungsmixer

Alternativ kann man den gewaschenen Sellerie auch in einen Mixer geben, fein pürieren und anschließend durch einen Nussbeutel geben. Das Ganze braucht etwas mehr Zeit, das Ergebnis ist aber ähnlich gut.

Wenn auch kein Hochleistungsmixer vorhanden ist, funktioniert die Zubereitung auch mit einem Pürierstab. Dafür wie im Hochleistungsmixer die Selleriestangen waschen, grob zerkleinern und pürieren. Das Püree durch einen Nussbeutel geben. In der Regel entsteht dabei etwas weniger Saft.

Empfohlen wird, am Morgen wirklich nur den Saft zu trinken, denn dieser enthält wichtige Klastersalze. Diese Salze sollen in relativ hoher Konzentration stark antiseptisch (keimtötend) wirken.

Wann hat Sellerie Saison?

Saison hat der Stangensellerie zwischen Juli und September. Als Freilandware bekommt man ihn außerdem zwischen Mai und Oktober. Getrunken wird der frische Selleriesaft auch im Winter.

Ob er dann wirklich die gleiche Wirkung hat bleibt zu bezweifeln, denn außerhalb der Saison kommt er hauptsächlich aus Spanien, Italien, Israel, England und den Niederlanden. Für den Transport wird der Staudensellerie früher geerntet, was auf die Vitaminkonzentration in der Regel einen schlechten Einfluss hat.

Eine gesündere Alternative zu Milchkaffee und Co. ist der frische Saft aber definitiv.

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Tipp der Redaktion
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