Heilung mit Kitchari: Lerne alles über das traditionell ayurvedische Gericht Kitchari

Kitchari ist ein bekömmliches und leckeres Gericht mit heilenden Eigenschaften. Es besteht aus Reis, Bohnen und indischen Gewürzen und ist leicht zuzubereiten
Gina Capitoni
von Gina Capitoni
Kitchari Rezept © FomaA - Fotolia.com

Kitchari wird oft als das indische ‘’Essen für die Seele’’ beschrieben. Es ist ein einfaches Gericht aus Reis und Bohnen. Geschätzt wird es wegen seiner ausgleichenden Eigenschaften: Leicht bekömmlich, besonders nahrhaft und wohlschmeckend. Es enthält vollwertige Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette und eignet sich gut zur Entlastung des Verdauungsapparates.

Kitchari – Das traditionelle indische Gericht zur Heilung und Reinigung

Kitchari, ausgesprochen Kich-ah-ree ist auch bekannt unter der Schreibweise Khichadi oder Khichdi. Es stammt aus Indien und wird schon lange im Ayurveda, der ältesten ganzheitlichen Heilkunst der Menschheit, verwendet. Traditionell wurde Kitchari zur Heilung der Kranken und Alten oder als erste feste Nahrung für Babies eingesetzt. Gesunde Menschen nutzten es während Reinigungen, Kuren und Spiritueller Praxis.

Die heilenden Eigenschaften von Kitchari ist seiner Wirkung auf die Verdauung

Kitchari ist eine Kombination aus gespaltenen Mungbohnen und Reis. Bei traditionellem Kitchari wird mit weißem Basmati Reis gekocht, da dieser sehr einfach zu verdauen ist. Und diese Eigenschaft ist es auch, was Kitchari zu einem heilenden Gericht macht.

Unsere oft strapazierte Verdauung wird durch Kitchari ins Gleichgewicht gebracht. Es unterstützt Stoffwechsel und Körper bei der natürlichen Entgiftung, reinigt die Leber und frischt unser Blut auf. Eine Kitchari Mahlzeit oder Kur eignet sich sehr gut nach einer Krankheit, bei Überarbeitung und beim Wechsel der Jahreszeiten.

Kitchari enthält perfektes und komplettes Protein wie tierisches Eiweiß

Es gibt zwanzig Aminosäuren, die miteinander verbunden Eiweiße produzieren, die der Körper braucht. Zehn von ihnen kann der Körper selbst herstellen. Die anderen zehn sind essenzielle Aminosäuren, das bedeutet, wir können sie selbst nicht herstellen und müssen sie durch unsere Ernährung aufnehmen. Tierische Eiweiße sind komplett, sie beinhalten also schon alle zehn essenziellen Aminosäuren. Pflanzliche Lebensmittel müssen erst kombiniert werden, um ein komplettes Protein zu werden.

Reis ist wie die meisten Getreide Sorten sehr arm an der Aminosäure Lysin. Hülsenfrüchte und Linsen haben dafür sehr viel Lysin, aber wenig Methionin, Tryptophan und Cystin. Diese drei sind aber wiederum reichlich in Reis enthalten. Kombiniert man Reis und Bohnen, wie bei Kitchari, enthält man komplettes Protein mit allen zehn essenziellen Aminosäuren.

Die Ayurveda Heillehre – Gesund durch intakte Verdauung

Die Verdauung ist in der Ayurvedischen Medizin einer der wichtigsten Aspekte unserer Gesundheit. Und aus gutem Grund. Viele Krankheiten und Beschwerden sind auf den Darm zurückzuführen. Ein gutes Kitchari sollte einfach zu verdauen, nicht zu schwer und leicht genug sein, um unserem Körper zu erlauben, sanft zu entgiften. Kitchari heilt und beruhigt die Darmwände. Die Verdauungsprozesse kommen während einer Kitchari Kur zur Ruhe, der Körper entspannt und die Nährstoffe können aufgenommen werden.

Kitchari als Detox Fastenkur ohne Hunger oder Entbehrungsgefühle

Während einer Kur ist genügend Eiweiß wichtig, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und den Körper Fett verbrennen zu lassen. Ein Grund, wieso sich bei manchen Menschen Probleme beim Fasten einschleichen, ist ein instabiler Blutzuckerspiegel, der durch die Entgiftungsprozesse noch verschlimmert wird. Während einer Fastenkur wird meist auf mehrere Lebensmittel-Gruppen verzichtet oder gar nur Säfte oder Tee getrunken.

Für viele kann dieses “entsagende” Fasten die Blutzuckerspeicher belasten und erschöpfen. Dies führt zu starkem unkontrollierbaren Hunger und endet mit Kopfschmerzen durch den niedrigen oder gestürzten Blutzucker. Das Ziel einer Kur ist aber nicht nur den Fettstoffwechsel anzuregen, sondern sanft den Organismus zu entgiften. Und das ohne weiteren Stress zuzuführen, denn bei neuem Stress fängt der Körper sofort wieder an, Fett zu speichern.

Mit Kitchari sorgt man für Nährstoffe und komplettes Eiweiß, das den Bluzuckerspiegel stabil hält. So kann der Körper während einer Kur ganz entspannt Gifte lösen und Fett verbrennen.
Dreimal täglich isst man Kitchari, so stellt sich kein Hunger oder Entbehrungsgefühl ein.

Basic Kitchari Rezept, ausgleichend für alle ayurvedischen Dosha Typen

Es gibt zahlreiche Variationen, abgestimmt auf Jahreszeiten, Dosha-Typen und Ursprungsort. Zum Beginn zeigen wir euch ein Basis Rezept, ausgleichend für alle drei ayurvedischen Dosha-Typen (Vata, Pitta und Kapha) und die Zutaten findet ihr leicht in Bioläden.

  • 1 Tasse grüne Mungobohnen
  • 1 Tasse Basmatireis
  • 3 TL Ghee
  • 1 TL Kreuzkümmel, ganz
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL frischer geriebener Ingwer
  • 1 Prise Hing (Asafoetida Pulver)
  • 1 TL Kurkuma
  • 3 grüne Kardamomsamen
  • 1 TL Pfefferkörner
  • Etwas Salz
  • 8 Tassen Wasser
  • Eine Handvoll Gemüse ( zum Beispiel Karotten)
  1. Mungobohnen über Nacht in Wasser einweichen.
  2. Am nächsten Tag gut waschen. Kreuzkümmel, Kardamamom und Pfeffer im Mörser zerkleinern.
  3. Das Ghee in einem großen Topf erhitzen, erst Kreuzkümmel, danach die restlichen Gewürze zufügen und kurz anbraten lassen. Nun die Mungobohnen, Reis und Salz hinzugeben. Mit dem Wasser ablöschen und einmal aufkochen lassen. Hitze reduzieren und ca. 40 Minuten zugedeckt köcheln lassen.
  4. Karotten klein schneiden und nach 20 Minuten unterrühren. Die Lorbeerblätter entfernen. Warm genießen.
Gina Capitoni
Gina Capitoni schreibt seit 2015 für evidero. Sie ist Ernährungsexpertin, Yogalehrerin und veranstaltet Events...
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