Hopfen als Heilpflanze: Diese Zutat darf in keinem Gute-Nacht-Tee fehlen

Hast du manchmal Einschlafprobleme, willst aber keine Schlafmittel nehmen? Dieses Heilkraut könnte dir helfen.
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von evidero Redaktion
Hopfen hilft beim Einschlafen© Pixaby

Huch, ein Heilkraut aus der Familie der Hanfgewächse, da denkt man ja gleich an Cannabis. Aber zunächst wirst du beim Echten Hopfen an das Bierbrauen und das Deutsche Reinheitsgebot denken: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s, wie es landauf, landab im Bayrischen klingt. Echter Hopfen war aber auch die Arzneipflanze des Jahres 2007. Bis auf Afrika findet man Anbaugebiete auf allen Kontinenten.

Der Hopfen stand schon im Hochmittelalter unter der Förderung der Herrscher, so wurde der Hopfenanbau unter Kaiser Karl IV. im 14. Jhdt. erheblich ausgeweitet.

Hopfen ist eine extrem schnell wachsende, schlingende Kletterpflanze mit zackigen Blättern und grüngelben Zapfen, die in der Heilkunde verwendet werden. Die Kletterranke wächst er bis zu einer Höhe von zehn Metern. Verwendet werden nur die Zapfen der weiblichen Blüten.

So ist das Deutsche Reinheitsgebot entstanden

Unsere Vorfahren nutzten den Hopfen als Heilpflanze. War es doch schon im Mittelalter bekannt, dass er guten Schlaf schenkte und bei der Verdauung half. Sie verzehrten die Blätter und Hopfenblüten mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl.

Hopfen fand erst zu einem späteren Zeitpunkt als Geschmacksverbesserer Eingang in die Braukunst des Bieres; seine Bedeutung lag zunächst in der konservierenden Wirkung, die schon von Hildegard von Bingen (gest. 1179) erwähnt wurde: “Mit seiner Bitterkeit hält er gewisse Fäulnisse von den Getränken fern, denen er beigegeben wird, so dass sie umso haltbarer sind.”

Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich im klösterlichen und städtischen Brauwesen die Hopfenkultur des Brauwesens und gipfelte schließlich in dem Deutschen Reinheitsgebot, das auf dem Landtag zu Ingolstadt im Jahre 1516 erlassen wurde. Seitdem ist Hopfen nach deutscher Brauart als alleinige Würze zugelassen.

Hopfen als Heilpflanze

Hopfen als natürliches Schlafmittel und Beruhigungsmittel

Es wurde schon früh erkannt, dass die Hopfenpflücker durch den gelegentlichen Verzehr der Blüten leichter müde wurden. Die Müdigkeit und Schläfrigkeit verursacht Lupulin, ein im Harz der Blüte enthaltener Bitterstoff.

Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung ist Hopfen in vielen Schlaf- oder Entspannungstees enthalten. Eine Kombination mit Baldrian bietet sich an, um den Einschlafprozess optimal zu fördern. Der Effekt tritt nicht sofort ein, daher sollte der Tee etwa 30-60 Minuten vor dem Zubettgehen getrunken werden. Du solltest dies auch regelmäßig tun, da sonst unter Umständen gar kein Effekt eintritt.

Wenn du Probleme damit hast, nachts auf die Toilette zu müssen, kannst du es auch einmal mit Hopfen-Dragees versuchen. Bitte bedenke aber, dass auch pflanzliche Heilmittel Arzneimittel sind und sprich mit deinem Arzt, wenn du versuchst, eine Schlafstörung zu behandeln.

Hopfen für die Verdauung und den Appetit

Durch Trocknungsprozesse erhöht sich die Konzentration erheblich. Dank den Substanzen Humulin und Lupulin ist der Hopfen gut für die Verdauung. Die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle steigern auch den Appetit. Er ist damit geeignet bei Appetitlosigkeit. Er wirkt harntreibend und ist dadurch ein Diuretikum.

Hopfen in der Menopause

Hopfen erleichtert Frauen die Menopause. Dies liegt an den enthaltenen Phytohormonen, die dem Östrogen ähnlich sind. Je weiter die Wechseljahre voranschreiten, desto niedriger ist der Östrogenspiegel, welcher mit Hopfentee etwas ausgeglichen werden kann. Die typischen Symptome fallen dann geringer aus.

Hopfen hat außerdem positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel, trägt zu dessen Absenkung im Blut bei und zählt zu den Antioxidationsmitteln.

Traditionelle Zubereitung von Hopfentee

Übergieße zwei Teelöffel Hopfen mit einem halben Liter kochenden Wasser, lasse 15 Minuten ziehen, gieße durch ein Sieb ab und trinke zwei bis drei Tassen davon am Tag. Der Tee hat einen angenehm bitteren Geschmack. Die empfohlene Tagesdosis beträgt maximal 15 Gramm.

Achtung: Nicht für schwangere Frauen geeignet!

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