Vorurteile Meditation: 13 falsche Ansichten oder Ausreden zur Meditation

Einerseits ist Meditation in aller Munde. Andererseits gibt es immer noch sehr viele Vorurteile gegenüber Meditation und Achtsamkeit. Wir zeigen die 13 häufigsten Irrtümer.
Der lächelnde Mönch
von Der lächelnde Mönch
Junge Frau meditiert mit Kopfhörern© AYAimages

Seit einigen Jahren ist Achtsamkeitsmeditation ein salonfähiges Gesprächsthema, man stößt darauf in der Presse, aber auch am Kaffeeautomaten. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben ihren Nutzen bewiesen und manchen Skeptiker zum Schweigen gebracht, aber einige Vorurteile halten sich hartnäckig. Diese Vorurteile dienen nur allzu häufig als Ausrede, um sich nicht mit der Praxis der Meditation zu beschäftigen. Im Interesse jedes Einzelnen wollen wir die Gelegenheit zur Richtigstellung nutzen.

 

Meditieren bedeutet Nachdenken, Nabelschau betreiben

Meditieren bedeutet, die Dinge sein zu lassen, wie sie sind, die Gedanken kommen zu lassen, ohne Reflexion oder Analyse zu betreiben. Während der Meditation interessiert uns der Inhalt der Gedanken nicht. Man beobachtet sie einfach wie Seifenblasen.

Meditieren bedeutet, sich von der Welt abzuschneiden, egozentrisch zu werden

Im Gegenteil, meditieren bedeutet, sich mehr und besser mit der Außenwelt zu verbinden. Man stoppt eher das obsessive Um-sich-selbst-kreisen, verstärkt Altruismus und versucht, in Beziehungen präsenter zu sein.

Meditieren bedeutet, nicht zu denken, man muss seinen Geist leer machen oder seine Gedanken blockieren

Das ist unmöglich (es sei denn, man nimmt Betäubungsmittel). Die Achtsamkeit wird eher verstärkt und man beobachtet wohlwollend seine Gedanken. Sieht wie sie auftauchen, von alleine wieder verschwinden. Lässt nicht zu, dass sie den Geist überschwemmen oder besetzen. Die Gedanken sind das Salz der Meditation. Beobachte auch die Momente der Stille, die es bereits gibt, in dem Raum zwischen den Gedanken.

Zum Meditieren braucht man absolute Stille

Das ist nicht nötig, man sollte die Geräusche seiner Umgebung annehmen, die Realität akzeptieren, so wie sie ist. Eine ruhige Umgebung unterstützt jedoch die Meditation.

Meditieren beginnt man am besten mit einem 15 Tage Retreat in Indien

Es ist besser, öfters ein wenig zu meditieren, als manchmal viel. Daher integriere Meditation in deinen Alltag, das reicht völlig aus.

Meditation ist eine Art Entspannung

Nein. Durch Meditation lernt man nicht, Spannungen loszulassen, sondern vielmehr sie ganz genau anzusehen. Man verändert seine Erfahrung nicht, sondern ist achtsam dabei. Nichtsdestotrotz entsteht eine Art kurzfristiger Erleichterung oder Entspannung, wenn man so den Ursprung seiner inneren Konflikte loslässt.

Meditation bedeutet, eine Art Religion anzunehmen

Meditation als Methode ist nicht konfessionell gebunden und offen für alle: Nicht Gläubige und Gläubige aller Religionen. Viele Anhänger verschiedener Religionen praktizieren Meditation und sehen darin keinen Widerspruch zu ihrem Glauben.

Zum Meditieren braucht man bestimmte Fähigkeiten

Bestimmte Eigenschaften oder Kenntnisse sind nicht erforderlich. Alle Menschen haben die Fähigkeit, zu meditieren. Man analysiert oder reflektiert ja nicht über etwas, sondern spürt und erlebt vollständig eine Erfahrung.

Meditieren ist nur für Leute mit einem nicht zu unruhigen Geist

Es ist eher das Gegenteil der Fall: Unruhe zeugt vielmehr von dem Bedürfnis, seine Gedanken anzunehmen, seine Fähigkeit zur Aufmerksamkeit zu verbessern, mehr Klarheit in seinen Geist zu bringen: und das ist das Herz der Meditation.

Man meditiert, um Nirvana zu erreichen

In der Meditation gibt es weder Erfolg noch Misserfolg, kein Ziel und auch kein Ende. Jede Form von Erwartung ist aufzugeben, um sich nicht unter diesem Zwang zu verkrampfen. Manchmal erwartet man vielleicht einen gewissen Zustand tiefen Friedens, der Ruhe und der Klarheit, aber starke Erfahrungen sind nicht zwangsläufig das Ergebnis.

Meditieren bedeutet, eine exotische Kultur anzunehmen (Lotussitz, Dekoration, Gong, Zen, Räucherstäbchen, Rückzug ins Kloster…)

Das schadet natürlich nichts, aber wir empfehlen, nur mit einem Sitzmittel und bequemer Kleidung zu meditieren. So kannst du es überall tun: auf der Arbeit, im ÖPNV…

Meditieren ist kompliziert

Meditieren ist entsetzlich einfach: Dein Geist beginnt umherzuschweifen, du merkst das, du lässt das Umherschweifen vorbeiziehen, du richtest deine Aufmerksamkeit wieder auf dein Anfangsobjekt. Und das wird wiederholt. Wichtig ist, in seinem eigenen Rhythmus vorzugehen und die positiven Auswirkungen dieser Übung nach und nach zu spüren.

Meditieren ist eine Art Flucht

Im Gegenteil, du tauchst tief in die Realität ein, richtest deine Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick. So überkommt man störende Gedanken und geistige Wiederholungsschleifen, entwickelt Klarheit über sich und seine Umgebung.

Bam Bu App

Redaktionstipp: “BamBu – Mit Meditation zur Achtsamkeit“ ist eine neue App zur Achtsamkeitsmeditation. Sie ist die deutsche Adaptation der französischen Erfolgsausgabe Petit BamBou, dem Liebling der Franzosen zur Meditation ohne religiösen Hintergrund. Die Herangehensweise ist einfach und spielerisch: geführte Meditationen nehmen den Nutzer an der Hand, anschauliche Zeichentrickfilme erklären die Grundlagen, eine liebevolle Grafik verbildlicht Inhalte, eine Übersicht der eigenen Fortschritte halten das Interesse in der entscheidenden Anfangszeit aufrecht. Gewohnheit ist der Schlüssel zum Erfolg. Ruhe, Gelassenheit und Innerer Frieden sind erreichbare Zustände, bedürfen aber des kontinuierlichen Trainings. BamBu begleitet jeden Meditierenden täglich auf seinem Weg.

Der lächelnde Mönch
“Der lächelnde Mönch” versucht, seine Weisheit und seine Kenntnis der Meditation durch Aufklärung und geführte Sitzungen zu teilen...
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