Verschiedene Zucker: Die wichtigsten Zuckerverbindungen und wie sie auf den Körper wirken

Was haben Traubenzucker, Haushaltszucker und Stärke gemeinsam? Sie bestehen aus verschiedenen Verbindungen von Glucose und sind damit Energielieferanten unseres Körpers.
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von evidero Redaktion
Diese Zucker gibt es© Yingko - Fotolia.com

Zucker ist Zucker, oder etwa nicht? Außerdem ist es ein natürliches Produkt, denn es kommt ja in Pflanzen vor oder wird aus Pflanzen gewonnen. Oder etwa nicht? Tatsächlich hat Zucker viele Namen und das macht sich die Industrie gerne zu Nutzen. Wir haben für euch in der Übersicht zusammengefasst, welche Zuckervarianten es gibt und wo sie enthalten sind.

Wer an Zucker denkt, hat erst einmal den üblichen weißen Haushaltszucker vor Augen, den wir zum Backen, im Kaffee oder zum Süßen von Nachtischen nutzen. Doch Zucker gibt es noch in vielen anderen Formen und unter vielen anderen Namen. Wer erkennen will, wieviel Zucker tatsächlich in einem Produkt enthalten ist, der muss sich mit den einzelnen Zuckerarten auskennen.

Zucker wohin man blickt – Hinter diesen Namen verbirgt sich Zucker

  • Traubenzucker / Glucose / Dextrose
  • Fruchtzucker / Fructose
  • Glucose-Fructose-Sirup / Isoglucose
  • Schleimzucker / Galactose
  • Milchzucker / Lactose
  • Malzzucker / Maltose
  • Rohrzucker / Rübenzucker /Saccharose

Einfachzucker – Geht schnell ins Blut und liefert Energie

  • Das bekannteste Beispiel für Einfachzucker ist der Traubenzucker. Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich hier um Glucose.
  • Ein weiterer Einfachzucker ist die Fructose, der Fruchtzucker. Er ist Bestandteil von Obst und sorgt für seine natürliche Süße. Menschen mit einer Fructoseintoleranz vertragen diesen Zucker nicht.

Glucose kommt in der Natur nicht als einzelnes Molekül vor, das heißt, dass Traubenzucker durch Aufspaltung von Stärke gewonnen werden muss, die aus einer Kombination von Glucosemolekülen besteht.

Einfachzucker gehen schnell ins Blut und versorgen so das Gehirn mit der nötigen Energie. Aus diesem Grund werden Einfachzucker von vielen gerne vor Prüfungen oder Meetings zu sich genommen.

Doch Achtung! Traubenzucker, also reine Glucose, treibt den Blutzuckerspiegel stark in die Höhe, führt deshalb zu einer hohen Insulinausschüttung und kann damit nach dem Energie-Hoch auch direkt zu einem Energie-Tief führen.

Tipp: Ein besserer schneller Energielieferant ist daher ein Stück Obst, denn Fructose liefert zwar auch viel Energie, lässt den Blutzuckerspiegel aber nur langsam ansteigen. Vor dem Meeting eignet sich also etwa ein Apfel, um ausreichend Power zu haben. Dauerhaft betrachtet ist Fructose jedoch kein guter Glucoseersatz, denn durch die geringe Insulinausschüttung tritt auch kein Sättigungsgefühl ein. Nach Obstkonsum wird man schnell wieder hungrig. Außerdem leiden viele Menschen an einer Fructoseunverträglichkeit!

Zweifachzucker – Zuckermoleküle aus zwei Einfachzuckern sind der Standard

Werden mehrere Einfachzucker miteinander kombiniert, erhält man komplexe Zuckermoleküle, die vom Körper erst aufgespalten werden müssen, um die Energie nutzen zu können. Die bekanntesten sind:

  • Der Malzzucker oder Maltose. Besteht aus zwei Glucosemolekülen und findet sich vor allem in Bier, Kartoffeln oder Pasta, wenn die Stärke darin aufgespalten wird.
  • Unser Standard Haushaltszucker hingegen besteht aus je einem Molekül Fructose und einem Molekül Glucose. Sein chemischer Name lautet Saccharose, doch da er aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen wird, wird er auch oft Rohrzucker oder Rübenzucker genannt.
  • Verbinden sich ein Molekül Glucose und ein Molekül Galactose entsteht Lactose, der Milchzucker. Mit dieser Zuckerverbindung haben viele Menschen Probleme, denn um ihn abzubauen wird das Enzym Laktase benötigt, das vielen Menschen fehlt.

Steht auf einer Lebensmittelverpackung in der Zutatenliste “Zucker”, so ist also zumeist die Saccharose gemeint.

Doch Achtung! Betrachtet man die Zutatenliste eines Produktes genauer, findet man meistens nach der Zutat “Zucker” auch noch Glucosesirup oder Glucose-Fructose-Sirup. Der tatsächliche Anteil von Glucose und Fructose ist also in der Regel höher, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Tipp: Die Zutatenliste eines Produktes immer vor allem auf die Worte “Zucker”, “Glucosesirup”, “Fructose”, “Glucose-Fructose-Sirup” und “Lactose” überprüfen, da diese Zuckerverbindungen am häufigsten zum Süßen und Haltbarmachen von Lebensmitteln verwendet werden.

Übrigens: Je weiter vorne ein Inhaltsstoff in der Zutatenliste steht, desto mehr davon ist im Produkt enthalten. Und eine Menge Zutatenlisten beginnen mit “Zucker”.

Vielfachzucker – Auch Stärke ist Zucker

Wenn sich mehr als zehn Glucosemoleküle verbinden, spricht man von Polysacchariden, also Vielfachzuckern. Das bekannteste Beispiel dafür ist die oben bereits erwähnte Stärke. Sie findet sich in Kartoffeln, Weizen, Reis oder Mais und ist auch in vielen Fertigprodukten vorhanden. Im Gegensatz zu Einfach- oder Mehrfachzuckern schmecken Polysaccharide nicht süß, dieser Geschmack entwickelt sich erst bei der Aufspaltung.

Viele werden nun denken: Moment! Diese Lebensmittel bestehen doch vor allem aus Kohlenhydraten! Aber ja, denn Kohlenhydrate sind nichts anderes als chemische Zusammensetzung aus Sacchariden. Also: Zucker.

Tipp: Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten sind unser wichtigster Energielieferant. Da die Polysaccharide erst aufgespalten werden müssen, bieten sie eine beständige Energieversorgung, ohne den Blutzuckerspiegel zu belasten und sorgen so für ein langes Sättigungsgefühl. Dabei gilt: Je komplexer, desto besser. Ein Vollkornbrot hält länger satt als ein Weißbrot.

Zucker als Energielieferant

Wenn wir also allgemein von Zucker reden, meinen wir nur einen ganz kleinen Teil der vielen Zuckerarten, die es gibt. Und die wir tagtäglich zu uns nehmen!

Denn Zucker wird mittlerweile den meisten Lebensmitteln zugesetzt, zum Beispiel für die Haltbarkeit. Zucker, Glucosesirup, Stärke – bei vielen Süßigkeiten finden sich sogar mehrere Zuckerverbindungen auf einmal und mogeln sich so am Verbraucher vorbei.

Dabei kommen diese Zuckerverbindungen eigentlich nur en top auf unseren eigentlichen Energielieferanten, die Kohlenhydrate und den natürlich vorkommenden Fruchtzucker. Wer davon spricht, dass wir Zucker als Energielieferanten benötigen, der sollte sich also eigentlich an den tatsächlichen natürlichen Zucker halten. Nämlich an die Zuckerverbindungen, die in Pflanzen vorkommen, ohne von uns verarbeitet werden zu müssen.

Tipp: Wer seine Energiezufuhr reduzieren möchte – zum Beispiel um abzunehmen – ist gut beraten, zuerst an den künstlichen, industriellen Zuckern zu sparen. Also an Süßigkeiten, Süßgetränken und Fertigprodukten. Auf Kohlenhydrate per se können wir nicht verzichten – sie sind der Brennstoff für unseren Körper. Komplett kohlenhydratfrei zu essen ist also auf Dauer nicht gesund.

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Zuckeralarm
Auf Zucker mehr und mehr verzichten
  • Stephan Schlampp

    Sorry – die Aussage ohne Kohlenhydrate können wir nicht leben ist nicht korrekt!
    Der Mensch ist in der Lage auch völlig ohne Kohlenhydrate zu leben – das hat die Geschichte der Menschheit gezeigt. Über hunderttausende von Jahren ernähren sich viele Volksstämme OHNE Kohlenhydrate (vor allem Jäger ) und erfreuten sich bester Gesundheit! . Unsere Leber ist nämlich in der Lage Zucker für das Gehirn in ausreichender Menge selbst zu produzieren (Medizinisch : Glukoneogenese). Die effektivste und gesündeste Energie wird vor allem aus Fetten gewonnen ! (Siehe auch Lehrbücher der Biochemie!)

    • Christian Mikl

      Das ist FALSCH! In der Biochemie ist einer der wichtigsten Sätze, dass nur Pflanzen aus Fett Pyruvat aufbauen können (Glyoxylatzyklus). Tiere können das NICHT. Der Mensch kann nur zur Not Protein sehr umständlich, verschwenderisch und für den Stoffwechsel belastend abbauen um zu Pyruvat zu kommen. Deswegen wird bei Nahrungsmangel auch sehr schnell Muskel abgebaut, was nicht sinnvoll ist. Ein konstanter Blutzuckerspiegel ist überlebenswichtig. Sinkt dieser zu schnell ab, wird man bewusstlos und stirbt irgendwann, weil das Gehirn davon abhängig ist. Das Gehirn erlaubt keine zu starken Schwankungen. Wer lange hungert bei dem startet das Notprogramm, d.h. das Herz und Hirn lernt sehr langsam auch Ketonkörper zu verbrennen. Das Hirn bevorzugt aber absolut Kohlenhydrate. Fett ist nur als Reservestoff für Hungersnöte gedacht.

      Bitte weggehen von dem Ideologiestreit, die Lehrbücher der Biochemie lehren Fakten, keine ideologische Theorien.

    • Christian Mikl

      Das stimmt so nicht. Das trifft nur für absolute
      Notsituationen zu. In der Biochemie ist einer der wichtigsten Sätze, dass nur
      Pflanzen aus Fett (Acetyl-CoA) Pyruvat aufbauen können (Glyoxylatzyklus). Tiere
      können das NICHT. Pyruvat ist aber der Ausgangsstoff für die Gluconeogenese.
      Der Mensch kann nur zur Not relativ verschwenderisch und für den Stoffwechsel
      belastend Protein abbauen um zu Pyruvat zu kommen. Deswegen wird bei Nahrungsmangel
      auch schnell Muskel abgebaut, was man absolut nicht will. Ein konstanter
      Blutzuckerspiegel ist überlebenswichtig. Sinkt dieser schnell ab, wird man
      sogar bewusstlos und stirbt irgendwann, weil das Gehirn davon abhängig ist. Das
      Gehirn erlaubt keine zu starken Schwankungen.

      Große Mengen an Fett sind für den Menschen extrem ungesund.
      Fett wird vom Körper nur zum Überbrücken von längerem Hunger bzw. bei großem
      Energieverbrauch verwendet. Fett zu verbrennen verlangt viel Sauerstoff in
      kurzer Zeit, d.h kann nur in Ruhephasen passieren. Deswegen brauchen Sportler
      viel Kohlenhydrate und ein hungernder Mensch bewegt sich langsam und ist/fühlt
      sich körperlich passiv.

      Fett durch ein wässriges System wie Blut zu transportieren
      verlangt Transportkörper – siehe LDL, HDL. Der Transport von großen Mengen an
      Fett führt zu Verstopfung der Arterien, zu einer Entzündung und Immunreaktion
      und irgendwann zu Arteriosklerose und anderen Herz-Kreislaufkrankheiten. Wer
      länger hungert bei dem startet das Notprogramm, d.h. das Herz und Hirn lernt
      sehr sehr langsam Fett in Ketonkörper umzuwandeln und ebenfalls zu verbrennen.
      Das Hirn bevorzugt aber absolut Kohlenhydrate. Fett ist nur als Reservestoff
      für Hungersnöte gedacht.

      Zusammenfassend: Protein kann zur Not den Blutzuckerspiegel
      konstant halten, was aber absolut nicht gesund und erstrebenswert ist (das ist wie
      mit Perlen Schweine füttern – eine biochemische Verschwendung und Belastung)
      Fett ist die ungesündeste aller Energieformen, wird aber vom Körper in
      Hungersituationen wie Nahrungsmangel oder großer Energieverbrauch und nur zur
      Not zum Überleben verwendet.

      Leider ist Ernährung immer mehr eine Frage der Ideologie. Lehrbücher
      der Biochemie lehren aber nur Fakten, keine ideologische Theorien.

      „Die effektivste und gesündeste Energie wird vor allem aus
      Fetten gewonnen!“ Das wird man so in keinem biochemischen Lehrbuch der Welt
      finden. Fett = konzentrierte Energie- ja, gesund –nein.

  • Christian Mikl

    Korrekter wäre zu sagen “Zucker gehört zu den Kohlehydraten”, nicht umgekehrt.
    Bei den Lebensmitteln steht deswegen gut zu sehen:
    “Kohlenhydrate: … davon Zucker:” Da sind dann auch gleich schon alle Zucker zusammengezählt angeführt.

    Honig ist was Zucker betrifft das gleiche wie Glucose-Fructose-Sirup / Isoglucose (bzw. Maissirup), eine Glucose/Fructose Mischung.