Hochsensibilität und Esoterik: Warum Hochsensible mit Esoterik aufpassen sollten

Hochsensible Menschen sind aufgrund ihrer feinen Wahrnehmung empfänglich für esoterische Themen. Doch sie sollten stets kritisch hinterfragen, was an den Theorien dran ist und lieber für das eigenen Leben Verantwortung übernehmen.
Silvia Christine Strauch
von Silvia Christine Strauch
Hochsensible und Esoterik© jozefklopacka - Fotolia.com

Früher hat man Esoterik gerne mit „Geheimlehren“ übersetzt. Heutzutage meint man damit eher eine „höhere“ Erkenntnis und den Weg, der zu ihr führen soll. Man kann damit auch die tieferen, inneren Geheimnisse der Religion zählen. Mystisches rankt sich um alles mögliche Wissen, über Religionen, Sekten, Steine, Feen, Elfen, Feng Shui und vieles mehr. Seit Jahrzehnten werden diverse Kurse angeboten, um sich selbst zu finden, Schwingungen wahrzunehmen, Wasseradern zu finden oder den richtigen Schmuckstein zur entsprechenden Gelegenheit auszuwählen.

Hochsensible Personen sind für solche Dinge höchst empfänglich. Sie besitzen eine sehr feine Wahrnehmung und nehmen viele Dinge wahr, die von anderen übersehen werden.

Bei esoterischen Treffen findet man im allgemeinen viele Gleichgesinnte, viele hochsensible Personen, die einem durch das gegenseitige Verständnis die Kommunikation erleichtern. Schwierigkeiten bestehen allerdings meist mit der Abgrenzung.

Hochsensible brauchen Zeit zur Verarbeitung

Eine hochsensible Person nimmt sehr viel auf und braucht eine gewisse Zeit und Ruhe um diese Eindrücke verarbeiten zu können. Man braucht Zeit, um die neuen Eindrücke mit den eigenen Erfahrungen abzugleichen, sie abzuschätzen, einzuschätzen, für sich selbst beurteilen zu können.

Gleichzeitig ist dazu allerdings eine gewisse Form der Abgrenzung notwendig, um nicht von den Eindrücken und Meinungen anderer Menschen überrollt zu werden und unter Umständen irgendetwas zu glauben, was einem bei näherer Betrachtung reichlich unsinnig vorkommt.

Esoterische Theorien kritisch hinterfragen

Oftmals sind diverse Lehren oder Ratschläge nicht mehr als Hilfsmittel zur eigenen Weiterentwicklung. Es kann nicht darum gehen, irgendwelchen Hirngespinsten zu folgen, sondern man sollte sich die Mühe machen, Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass viele Dinge, die früher nicht wirklich belegbar waren, heutzutage durch die Naturwissenschaften belegt wurden. Zum Beispiel hat die Teilchenforschung erbracht, dass es durchaus möglich ist, dass sich ein Teilchen gleichzeitig an unterschiedlichen Orten befinden kann.

Hierbei sollten man allerdings nicht direkt den Schluss ziehen, dass sich auch ein Mensch gleichzeitig an unterschiedlichen Orten befinden kann, aber es lässt den Begriff der Parallelwelten in einem völlig neuen Licht erscheinen. Auch die Wirkung von Farben und die Aromatherapie sind in der Zwischenzeit erforscht worden.

Bei Vögeln ist ihre Sensibilität auf Magnetismus bekannt, es gibt Versuche, die belegen, dass auch der Mensch sensibler darauf reagiert, als man früher meinte.

Besinnung, Toleranz und Verantwortung

Sinnvoll ist es sicherlich immer, nach dem „warum“ zu fragen und nicht einfach zu „glauben.“ Es gibt nicht umsonst das geflügelte Wort: „Glauben heißt nicht wissen“. Es gilt Offenheit zu entwickeln, unterschiedliche Meinungen zuzulassen und sie gedanklich durchzuspielen. Und es geht darum, sich auf sich selbst zu besinnen und sich seines Selbst sicher zu werden. Und das bedeutet Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Leben nach dem Tod?

Seit Anbeginn beschäftigt die Menschheit die Frage des Lebens nach dem Tod. Die Religionen beantworten diese Frage auf unterschiedliche Weise. Letztendlich wird allerdings die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod als Druckmittel eingesetzt, um die Menschen in der Gegenwart zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen.

Ist wirklich die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod, die Aussicht, dass es ein wie auch immer geartetes Gericht gibt nötig, um Menschen zu einem menschenwürdigen Verhalten zu bewegen? Materie ist Schwingung, Schwingung stirbt nicht, in einer wie auch immer gearteten Schwingung bleiben wir erhalten, aber sicherlich nicht in einer personifizierten Form.

Diese Schwingung wird in Form von Materie sicherlich auch irgendwann „wiedergeboren“ werden. Dazu ist weder Himmel noch Hölle notwendig und schon gar nicht ein wie auch immer geartetes Gericht. Warum nur erscheint vielen Menschen ein Leben nach dem Tod so wichtig, wir haben doch dieses Leben hier? Die Religionen arbeiten alle mit Symbolen. Ist es nicht an der Zeit, diese Symbole aufzulösen und auf naturwissenschaftlicher Ebene zu agieren?

Hochsensible sollten sich selbst mehr vertrauen

Gerade hochsensible Personen nehmen so viel mehr wahr als ihre Mitmenschen, sie sollten sich selbst mehr Vertrauen schenken. Es geht im Leben nicht darum, möglichst viele Kurse zu besuchen oder die alleinseligmachende Religion zu finden. Es geht darum, aufzuwachen, mitzudenken, zu hinterfragen und für sich selbst zu entscheiden.

Jeder Mensch ist einzigartig, jeder Mensch hat seine eigenen Erfahrungen, letztendlich kann nur jeder für sich selbst entscheiden, was richtig ist für ihn, er selbst muss auch die Konsequenzen aus seiner Entscheidung tragen. Viele Menschen versuchen über die Köpfe anderer hinweg zu entscheiden, dies geht aber nur mit deren Einwilligung, bzw. mit deren Nichtreaktion.

Raus aus der Opferhaltung, blick auf die Fülle und nimm dein Leben in die Hand, übernimm Verantwortung!

Silvia Christine Strauch
Die erfahrene Buchautorin Silvia Christine Strauch, geboren 1955, beschäftigte sich beruflich über 40 Jahre lang mit dem Themengebiet der Naturheilverfahren...
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