Alleskönner Honig: Goldener Nektar als heilende Wunderwaffe

Die Auswahl bei Honig ist riesig - Regional, Import, sortenrein oder gemischt, bio oder konventionell. Bei uns findest du dich zurecht!
Gina Capitoni
von Gina Capitoni
Heilmittel Honig© Pixaby

Vor mindestens 8000 Jahren schon wurde der Honig nicht nur als Nahrung, sondern auch als Heilmittel benutzt. Zur Heilung von Wunden sowie innerlich schätzen ihn schon die alten Ägypter, Buddhisten und Chinesen. In Studien wird heute die heilende Wirkung von Honig belegt. So unterstützt er die körpereigenen natürlichen Heilprozesse. Sorten und Verwendungen gibt es viele. Aber kann man mit gutem Gewissen Honig kaufen? Lest hier alles wichtige zu Qualitätsunterschieden, den verschiedenen Sorten und Wirkungen.

Honig als Heilmittel – Desinfinizierend und immunstärkend

Honig wirkt unterstützend bei den natürlichen Heilungsprozessen im Körper. Honig enthält die gesunden Nährstoffe Eisen, Calcium, Magnesium und Natrium. Dazu noch ein Enzym namens Glukoseoxydase, das zu desinfizierendem Wasserstoffperoxid umgewandelt wird.

Er verhindert bakterielles Wachstum, indem er den Zellen der Bakterien das Wasser entzieht. Diese Zellen schrumpfen und sterben nach einiger Zeit ab. Möglichst den Honig nicht erhitzen, denn so geht das Enzym verloren, das die Immunabwehr stärkt. Honig besitzt etwa 200 Inhaltsstoffe, je nach Honigsorte.

Hauptsächlich sind es die Stoffe Invertzucker, Wasser, organische Säuren, Enzyme, Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente, Karotin und Vitamin B2.

Honig für die Wundheilung reduziert Schmerzen und Verletzungen

Honig reduziert Schmerzen und Schwellung bei Wunden. Er beschleunigt die Heilung und schließt die Wunde, wobei die Sekretbildung zurückgeht. Bei Herpes, Hautunreinheiten und leichten, oberflächlichen Schnitt- und Schürfwunden wirkt Honig antibakteriell und fördert den Heilungsprozess.

Bei kleinen Wunden und ganz leichten Verbrennungen kann Honig direkt auf die Haut aufgetragen werden. Bei regelmäßiger Verwendung heilt die Wunde unter geringer Narbenbildung und weiteren Entzündungen.

Honig bei Erkältungen wirkt antibakteriell und damit entzündungshemmend

Honig wirkt antibakteriell, besonders bei den Symptomen einer Erkältung wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen wirkt Honig pur, im Tee oder in warmer Milch. Spürt man, dass eine Erkältung bevorsteht, empfiehlt es sich 3x täglich einen Teelöffel puren Honig zu verzehren. Salbeitee mit Honig wirkt doppelt entzündungshemmend.

Honig gegen Sodbrennen, Blähungen und Durchfall bei Magen-Darmerkrankungen

Bei Magen-Darm Beschwerden mit unangenehmen Begleitsymptomen wie Sodbrennen, Blähungen und Durchfall kann Honig helfen. Die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung hilft besonders bei Sodbrennen.

Sortenvielfalt – Honigsorten im Überblick

Man unterscheidet zwischen Honig aus Honigtau und Honig aus Blütennektar. Blütenhonig besteht hauptsächlich aus Nektar, einer zuckrigen, wässrigen Flüssigkeit die von Blütenpflanzen als Drüsensekret im Inneren der Blüte ausgeschieden wird. Der süße Saft sammelt sich im Nektarkelch und lockt fliegende Insekten an – die wichtigsten Bestäuber der Pflanzen.

Blütenhonig
Blütenhonig besitzt einen hohen Anteil an Traubenzucker, dazu auch noch einen Teil Fructose Der Blütennektar wird im Honigmagen der Biene mit wertvollen Enzymen, Säuren und Proteinen angereichert. Der Honig enthält Inhibine, diese wirken antiseptisch und entzündungshemmend.

Rapshonig
Rapshonig ist auch ein Blütenhonig, unterscheidet sich aber im Geschmack, Aussehen und Konsistenz. Er schmeckt mildsüß und hat ein blumiges Aroma. Drei bis fünf Millionen Rapsblüten muss eine Biene für ein Glas Honig anfliegen. Er enthält sehr viel Traubenzucker und kristallisiert deutlich schneller. Dadurch ist Rapshonig cremiger und dickflüssiger als andere Sorten.

Propolis-Honig
Propolis-Honig ist cremig und hat einen besonderen süßen, leicht harzigen Geschmack. Er wird gern als Brotaufstrich oder pur gegessen. Propolis ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung. Es wird meist mit Blütenhonig gemischt.

Manuka-Honig
Ein ganz besonderer Honig ist der neuseeländische Manuka-Honig, der sogar von der Schulmedizin als Heilmittel eingesetzt wird. Er ist aktiver und reicher an den heilenden Stoffen als normaler Honig. Die Aktivität des Honigs wird bei Abfüllung mit dem MGO-Wert angegeben. MGO ist die Abkürzung für Methylglyoxal, normaler Honig besitzt ein bis zwei Milligramm pro Kilo, die Sorte Manuka dagegen um die 100 bis 400 Miligramm.

Die Wirkung vom MGO macht den Honig zu einem natürlichen Antibiotikum. Manuka-Honig heilt und desinifiziert Wunden innerlich und äußerlich.

Eukalyptushonig
Eukalyptushonig wird bei Erkältungen und Harnwegsentzüngungen eingesetzt, da er eine infektionshemmende Wirkung besitzt. Seine Farbe ist dunkelgold bis braun und er schmeckt feinwürzig. Der Honig entsteht aus den Blüten und dem Honigtau, so ist er hoch aromatisch und sehr cremig.

Lavendelhonig
Lavendelhonig ist kein Honig, der in Massen hergestellt wird. Sein Geschmack ist lieblich-aromatisch, mit einem leichten Blütenaroma. Lavendelhonig werden krampflösende Eigenschaften zugeschrieben daher wird er bei Kopfschmerzen, Nervosität und Stress eingesetzt.

Löwenzahnhonig
Er ist ein sehr aromatischer Honig mit einer intensiven Gold-Farbe. Löwenzahnhonig stimuliert die Nieren- und Leberaktivität. Er reinigt das Blut, regt den Stoffwechsel und die Durchblutung an.

Waldhonig
Waldhonig ist die allgemeine Bezeichnung für Honig aus Honigtau. Quellen sind Schild- und Rindenläuse auf Fichten, Douglasien, Kiefern und Tannen. Der so entstandene Honig durchläuft mehrere Mägen, ist dadurch besonders reich an wertbestimmenden Inhaltsstoffen, Mineralstoffen und Enzymen.

Generell ist Waldhonig dunkel und sehr würzig. Es gibt verschiedene Waldhonige, die Sortenvielfalt erstreckt sich über den typischen Waldhonig, Tannenhonig, Weißtannenhonig und Schwarzwald Tannenhonig. Tannenhonig hat heilsame Wirkungen, auf Grund seiner ätherischer Öle hilft er bei Bronchialerkrankungen.

Honig Verwendung – Natürlicher Alleskönner

  • Süßungsmittel in Gerichten
    Verwende Honig als Brotbelag, Süßungsmittel in Tee, Dressings, Desserts, Marinaden. Zum Backen, für rohe Speisen oder einfach pur auf dem Löffel.
  • Natürliche Kosmetik
    Der nahrhafte Wirkstoff liefert viel Feuchtigkeit, glättet die Haut und bringt das Haar zum Glänzen. Honig als Gesichtsmaske oder Haarkur kann ganz einfach zu Hause gemacht werden. Die Enzyme wirken sich positiv auf das Hautbild und die Haarstruktur aus.
  • Natürliche Medizin
    Honig wirkt antibakteriell, antiseptisch und antimikrobiell. Bewährt hat er sich bei Halsschmerzen, Einschlafstörungen, Magen-Darm Beschwerden, kleinen Wunden, Hautunreinheiten, Erkältungen und Herpes. Er steigert die Energie, nimmt die Müdigkeit, stimuliert die geistige Wachheit und stärkt das Immunsystem. Honig wirkt beruhigend bei Angstzuständen und gleicht den pH-Wert des Körpers aus.

Was ist beim Honigkauf zu beachten?

Bei kaum einem Lebensmittel ist die Auswahl so groß wie bei Honig. Es existiert auch eine Bandbreite an moralischen Fragen. Regional, Import, sortenrein oder gemischt, bio oder konventionell? Es gibt sehr teuren und sehr billigen Honig. Der Deutsche Honig-Verband berichtet den Verbrauch einer Person von 1.3 Kilo Honig pro Jahr. Die deutschen Bienen können diesen Bedarf nicht decken, daher kommt rund 80 Prozent unseres Honigs aus dem Ausland.

Beim Kauf sollte man auf Bio- und Fair Trade Siegel achten. Ein Honig kann nicht alles sein, sprich fair, bio, regional und günstig. Generell ist es vorteilhaft, keine billigen Mischungen zu kaufen, sondern zum sortenreinen Honig zu greifen. Honig direkt vom Imker oder aus Reformhäusern hat eine Banderole mit dem DIB-Siegel des Deutschen Imkerbundes, der sehr strenge Kontrollen gewährleistet.

Bio-Honig ist ein schwerer Begriff, da die Bienen sich nicht komplett kontrollieren lassen. Hierbei geht es vielmehr um die Unterstützung von den Bio-Imkern und welche Mittel sie für die Bienen und auch für den Honig benutzen. Möchte man keine Verunreinigungen und gentechnisch veränderte Pollen im Honig haben, ist deutscher Honig und der aus Südosteuropa gut und unbelastet.

Fair gehandelter Honig kommt aus Entwicklungsländern. Da es keinen festen Weltmarktpreis gibt, schwanken die Preise enorm. Nur beim Fairtrade Siegel bekommt man Honig, der den Produzenten einen angemessenen Lohn liefert. Die Gewinne werden in Projekte investiert. Hier geht es weniger um die Qualität des Honigs sondern darum, dass soziale Kriterien und Kriterien der Herstellung und des Handels mit dem Produkt garantiert werden.

Mit gutem Gewissen Honig kaufen

Bei manchen ist es eine Gewissensfrage, ob man mit dem Kauf den Raub des Honigs vom Bienenstock unterstützt. Es gibt deutliche Unterschiede bei den Imkern und Massenware Herstellern von Honig. Die Behandlung der Bienen, Mittel für Bienenkrankheiten, Hygiene und die Ernte.

So sind konventionelle und industrielle Firmen, die massenweise Honig produzieren oft mit Verunreinigungen belastet, Sorten werden verdünnt und gemischt, es werden chemische Mittel benutzt und den Bienen wird der gesamte Honig genommen und als Ersatz Zucker-Wasser gegeben.

Ein starkes Bienenvolk produziert in einem Sommer etwa 140 Kilogramm Honig. Davon verbraucht es etwa 80 Kilogramm. Übrig bleiben 60 Kilogramm für den Wintervorrat. Davon benötigen und verbrauchen die Bienen nur circa 25 Kilogramm. Der Rest kann geerntet werden, ohne den Bienen etwas wegzunehmen oder anzutun. Bio-Imker überwintern ihre Völker größtenteils auf eigenem Honig.

Drei Rezepte mit süßem Honig:

1. Honig-Lavendel-Hafer Milch – Gut bei Erkältung

  • 200 ml Hafermilch
  • 1 Teebeutel Kamille
  • 2 Stiele frischer Lavendel
  • 1 TL Honig
  1. Die Hafermilch in einem kleinen Topf leicht erwärmen.
  2. Den Teebeutel und die Lavendelstiele dazu geben. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
  3. Den Teebeutel entfernen, die Lavendel-Hafermilch in eine Tasse gießen und mit etwas Honig süßen. Vor dem Schlafengehen genießen.

2. Honig-Balsamico Dressing – Lecker auf Salaten

  • 4 EL Balsamico Creme
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Honig
  • 1 TL Dijonsenf
  • Salz & Pfeffer
  1. Alle Zutaten bis auf das Öl in einer kleinen Schüssel gut miteinander verrühren.
  2. Zuletzt das Öl einrühren, bis es nur noch in sehr kleinen Tropfen erkennbar ist.

3. Honig-Erdnussbutter Fudge – Gesunde Süssigkeit

  • 5 EL Erdnussbutter (ungesalzen, ungesüßt)
  • 3 EL natives Kokosöl
  • 2 EL cremigen Honig
  • ¼ TL Salz
  1. Vermenge alle Zutaten in einer Schüssel, bis sich eine cremige Masse formt.
  2. Bereite eine Gefrierschrank-Form vor, bedecke den Boden der Form mit Backpapier.
  3. Füll die Fudge Masse in den Behälter und stelle ihn für 1 Stunde in den Gefrierschrank.
  4. Vor dem Servieren in kleine Fudge Rechtecke schneiden. Kann im Kühlschrank oder Gefrierschrank aufbewahrt werden.
Gina Capitoni
Expertin: Gina Capitoni
Gina Capitoni schreibt seit 2015 für evidero. Sie ist Ernährungsexpertin, Yogalehrerin und veranstaltet Events...
Natürliche Wunderwaffe
Leckere Honigsorten