Erfolg durch Körperhaltung: Das Job-Glück kommt mit der Körperhaltung

Gerade am Arbeitsplatz nehmen wir oft eine angespannte Haltung ein. Stress, Termindruck und einseitige körperliche Belastung beeinflussen dabei unseren Gefühlszustand mehr als wir vermuten.
Nicola Fritze
von Nicola Fritze
Glücklich durch die Körperhaltung© Alliance - Fotolia.com

Ich lade Sie zu einem ungewöhnlichen Experiment ein: Gucken Sie jetzt mal so richtig genervt und gestresst. Ja, ziehen Sie die Mundwinkel nach unten und die Schultern zusammen, verkrampfen Sie Ihren Bauch. Die Hände zu Fäusten. Atmen Sie nur ganz flach! Und natürlich haben Sie Recht, wenn Sie das lieber nur dann machen, wenn Sie gerade keiner sieht. Egal, ob Sie es wirklich gerade tun oder sich nur vorstellen. Sie wissen, wie es sich anfühlt. Schrecklich, oder? Sie spüren sich tatsächlich gestresst.

Ja, so schnell kann aus einer Simulation Wirklichkeit werden. Das, was wir nur spielen, ist auf einmal echt. Unsere verkrampften Körperteile beeinflussen unsere innere Stimmung so stark, dass unsere Psyche sozusagen auf den Körper reinfällt.

Das Gehirn schüttet bei Verkrampfung keine Glückshormone aus

Nicola Fritze
Expertin: Nicola Fritze
Nicola Fritze ist eine gefragte Expertin für wirkungsvolle Motivation. Sie begleitet Menschen mit Coachings und Seminaren während Veränderungsprozessen.
Es ist immer wieder erstaunlich: Warum verändert sich unsere Stimmung, nur weil unser Körper kurz ein bisschen verkrampft ist? Es war ja schließlich nur gespielt. Aber die Muskeln und Nerven senden eben echte Signale an unser Gehirn. Und wenn da zum Beispiel die Information “angespannte Schultermuskulatur” ankommt, wird unser Gehirn eben nicht veranlassen, Glücksbotenstoffe auszuschütten.

Was macht Ihr Körper, wenn Sie arbeiten? Welche Muskel-Signale empfängt Ihr Gehirn dabei? Es wird von uns immer erwartet, dass wir leistungsstark, kreativ und effizient sein sollen – und unser Körper ist acht Stunden lang oder mehr an einen Stuhl gebunden. Oft unbewegt, in ergonomisch ungünstiger Position. Dabei ist doch längst bekannt, dass unser Kopf nur zusammen mit unserem Körper optimal funktioniert und maximale Leistung bringen kann.

Die Siegerpose sorgt für mehr Testosteron im Körper

Zum Ausgleich jetzt was Schönes: Nehmen Sie eine Power Pose ein! Stellen Sie sich etwas breiter als hüftbreit hin, aufrechter Oberkörper, Körperspannung, Arme stemmen Sie in die Hüften, Kopf ein bisschen höher als sonst. Siegerpose! Und zwar zwei Minuten! Die Sozialpsychologin Amy Cuddy hat in ihren Studien gezeigt, dass diese Pose unser Selbstvertrauen steigert. Wenn wir zwei Minuten in der Power Pose waren, können wir Aufgaben besser lösen, andere besser von uns überzeugen und trauen uns mehr zu. Warum? Weil diese Power Pose die Ausschüttung von Testosteron aktiviert.

Körper und Geist stehen in Wechselwirkung

Die Forschung bestätigt immer wieder, dass die Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist viel enger sind, als viele von uns es vermuten würden. Grundsätzlich ist es so, dass unser kognitives System, unser Denken und die Psyche immer in engem Verhältnis zum ganzen Körper stehen. Und damit auch unser Gehirn. Wenn es dem einen Teil schlecht geht, leidet auch der andere. Wo es uns körperlich schlecht geht, können wir geistig nicht zu Hochform auflaufen. Und wo unser Hirn sich nicht entfalten kann, leidet auch das körperliche Wohlergehen.

Ebenso eindrucksvoll ist ein Experiment von John Riskind und Carolyn Gotay aus den 1980er Jahren. Die Forscher haben eine Versuchsgruppe acht Minuten in einer bequemen Haltung sitzen lassen, während eine andere Testgruppe extrem unbequem und verkrümmt auf einem Stuhl sitzen musste. Danach sollten die jeweiligen Testpersonen aus beiden Versuchsgruppen frustrierende, unlösbare geometrische Puzzles lösen. Das Ergebnis: Diejenigen, die vorher für nur wenige Minuten unbequem sitzen mussten, waren deutlich schneller frustriert und zur Aufgabe bereit als diejenigen, die aufrecht und bequem auf diesen Frust-Test warten konnten.

Mehr Bewegung führt zu klarerem Denken und mehr Zufriedenheit

Unsere Leistung steht also in direktem Zusammenhang mit unserem körperlichen Wohlbefinden. Wenn wir uns körperlich unwohl fühlen, leidet unsere Fähigkeit zu denken – und uns auch psychisch wohlzufühlen. Denken Sie daran, wenn Sie mal wieder so richtig im Stress sind. Atmen Sie durch, richten Sie Ihren Körper auf, stehen Sie auf und bewegen Sie mal kurz alle Gelenke, lächeln Sie! Nehmen Sie die Power Pose ein! Und mein ganz persönlicher Tipp: Hüpfen Sie! Deshalb steht in meinem Büro ein kleines Trampolin. Das wirkt wahre Wunder! Wenn Sie das ein paar Minuten lang durchhalten, wird es Ihnen schnell besser gehen. Also: Nutzen Sie Ihren Körper und bleiben Sie in Bewegung!

Ein paar Tipps von Nicola Fritze für mehr Bewegung am Arbeitsplatz findest du hier
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