Gelassenheit erlernen 5 - Wandel im Fühlen und Denken: Kann man Gelassenheit erlernen?

Über Stress wurde viel geforscht. Doch das Wissen um seine negative Wirkung hilft uns nicht dabei, ihn zu bekämpfen. Nun ist Zeit zu handeln und echte Gelassenheit zu trainieren.
Thomas Hohensee
von Thomas Hohensee
Gelassenheit lernen Teil 5© Alena Ozerova - Fotolia.com

In unserer Reihe “Gelassenheit Erlernen” veröffentlichen wir Auszüge aus dem Buch “100mal gelassener” von Thomas Hohensee, Autor und Coach für Persönlichkeitsentwicklung. Darin werden die wichtigsten Fragen zum Thema Gelassenheit beantwortet. In unserem fünften Teil fragen wir:
“Kann man Gelassenheit lernen?”

Gelassenheit ist eine Fähigkeit, die bei den meisten nur gering ausgeprägt ist. Das Bedürfnis, das Auf und Ab im Leben gelassen zu akzeptieren, ist weit verbreitet. Die Fähigkeit, dies auch wirklich zu können, steht in keinem Verhältnis dazu. Sie ist bei wenigen entwickelt.

Jeder hat die Möglichkeit, auf Herausforderungen entweder mit Stress oder mit Gelassenheit zu antworten. Die Stressreaktionen beherrschen den Alltag. Sie sind auch in der Wissenschaft gut erforscht. Wie wirkt sich der Stress auf den Körper aus? Welche langfristigen Folgen sind zu erwarten? Das alles ist gründlich untersucht.

Stress schadet uns – Entspannung ist eine Wohltat für Körper, Geist und Seele

Weniger bekannt ist die Entspannungsreaktion. Der amerikanische Arzt Herbert Benson hat sie mit seinem Team entdeckt und als Erster genauer beschrieben. Während Stress den Körper aufwühlt und in chronischer Form stark schädigt, ist die Entspannungsreaktion eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Sie senkt den Blutdruck, wirkt sich positiv auf Magen und Darm aus und stärkt das Immunsystem.

Entspannung kann man lernen. Benson hat herausgefunden, dass dafür 12 bis 15 Minuten am Tag ausreichen, eventuell ergänzt durch kleine zusätzliche Pausen von ein bis zwei Minuten, verteilt über den ganzen Tag.

Gelassenheit kann man trainieren

Ebenso ist Gelassenheit lernbar. Wie das geht haben schon vor Jahrtausenden Menschen wie der Buddha und seine Anhänger oder die Stoiker im Römischen Reich erkannt. Es sind die Gedanken, die uns in Angst und Schrecken versetzten, und nicht die Ereignisse an sich. Es sind die Phantasien, mit denen wir uns deprimieren, und nicht die reinen Tatsachen. Und es sind bestimmte Vorstellungen, die unseren Ärger erregen, und nicht die äußeren Umstände.

In jüngerer Zeit hat die Psychotherapie diese Zusammenhänge neu entdeckt. Angstzustände, Depressionen und Aggressionen lassen sich verringern oder ganz auflösen, wenn man lernt, anders über die Dinge zu denken. Wir können Angst durch Vertrauen, Depression durch Optimismus und Aggression durch Toleranz ersetzten. Mehrere Studien haben den Nachweis geliefert, dass dies innerhalb weniger Wochen möglich ist.

Thomas Hohensee
Thomas Hohensee ist Coach und Seminarleiter für Persönlichkeitsentwicklung in Berlin.
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