Muster durchbrechen: Wie du unliebsame Gewohnheiten verändern kannst

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was sich einmal als Verhaltensmuster fest in unser Gehirn eingebrannt hat, lässt sich manchmal gar nicht so einfach ändern, auch wenn wir noch so sehr wollen.
von Anne Heintze
Verhaltensmuster ändern durch Fantasie© Dasha Petrenko - Fotolia.com

Wie oft hast du schon versucht, etwas in deinem Leben zu verändern und etwas Neues zu erlernen? Einfach alte Gewohnheiten in die Tonne werfen und neu anfangen. Oft geht es dabei um die Gesundheit, aber auch beruflich oder privat möchte der eine oder andere eine Veränderung. Doch warum scheitern neue Anfänge so oft und wieso ist es so schwer, neue Verhaltensweisen zu erlernen?

Das Gehirn kann schon so einiges leisten, leider auch Widerstand gegenüber Neuem. Spezielle Gehirnarreale sind dafür zuständig, einmal Erlerntes und Antrainiertes zu festigen. Je öfter ein Verhalten also ausgeführt wird, umso fester wird es im Gehirn verankert.

Im Kindesalter sind diese Funktionen im Gehirn besonders motiviert, Verhaltensweisen zu festigen. Daher haben auch viele Menschen Schwierigkeiten, die Glaubenssätze ihrer Eltern zu durchbrechen oder sich von anerzogenen Gewohnheiten und dergleichen zu lösen.

Das ist oft an der eigenen Familie zu sehen: Wie viele Menschen nehmen sich fest vor, die Erziehung ihrer Kinder anders zu gestalten, als es die Eltern es getan haben. Und was ist das Ergebnis? Genau, in der Erziehung der eigenen Kinder gibt es einige Parallelen mit der Erziehung, die man selbst als Kind genossen hat und das, obwohl man sich fest vorgenommen hat, dies und jenes ganz anders zu machen.

Träume und Wünsche: Aktiviere deine Fantasie-Muskeln

Du kennst es bestimmt noch aus deiner Kindheit, sie war voller Wünsche und Fantasie. Vielleicht hast du dir auch ein Ort der Geheimnisse erschaffen oder mit einer Decke eine „Bude“ gebaut, in der nur du rein durftest und in deiner Fantasie wurde die „Bude“ zu einem tollen Baumhaus. Hier war eindeutig die Teile deines Gehirns am Werk, in der die Träume, Wünsche und die Fantasien eine große Rolle spielen.

Mit dem Alter und der Schulzeit kamen dann immer mehr andere Gehirnregionen mit ins Spiel, die für die Sprache, das logische Denken und Analyse stehen. Noch aktiver wurden diese Gehirnbereich durch Ermahnungen der Eltern, mitdenken zu müssen, richtig schreiben zu lernen etc.

Die Fantasie-Muskeln deines Gehirns hatten somit immer weniger zu tun und Träume, Wünsche und die Fantasie wurden von Wissen, Logik, Sprache und vielem mehr abgelöst.

Natürlich sind Verstand und Logik wichtig, aber um Neues zu erlernen oder etwas im Leben zu verändern, ist vor allem die Fantasie gefragt. Also genau das, was du früher als Kind gemacht hast, geträumt, gewünscht und die Träume und Wünsche mit inneren Bildern gefüllt.

Innere Realität für neue Verhaltensmuster

Wie kannst du es nun schaffen, neue Verhaltensweisen zu erlernen oder einen Abschnitt, vielleicht sogar dein ganzes Leben, zu verändern?

Im Prinzip ganz einfach – aktiviere deine Fantasie-Muskeln. Damit ist nicht gemeint, dass du dich den ganzen Tag mit Träumen beschäftigen sollst, vielmehr lässt du innerliche Bilder entstehen, so wie damals bei deinem Baumhaus.

Hier gibt es nur einen kleinen Haken: Die Logik springt ein und gibt sofort zu verstehen, dass dieses „Baumhaus“ nur eine „Bude“ mit einer Decke ist. Also nur ein Traum, der sowieso keine Wirklichkeit ist.

Hier darfst du dich nicht aus der Ruhe bringen lassen, lasse deine inneren Bilder von deinem Ziel so klar wie möglich entstehen. Damals hast du schließlich auch nicht geweint, weil dein Baumhaus nur eine Bude mit einer Decke war, du warst überzeugt und hast dich ganz von deiner Fantasie treiben lassen. Genau das kannst du jetzt auch, es braucht nur etwas mehr Übung als damals.

Nutze deine Vorstellungskraft, um Verhaltensmuster zu ändern

Je klarer deine Vorstellungen und Bilder von deinem Ziel sind, umso besser kannst du es erreichen, denn jeder Veränderung geht ein Bild aus der Fantasie voraus. Hier hat die Natur etwas ganz Wunderbares erschaffen: das Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein weiß nicht, ob du dir gerade nur etwas in deiner Fantasie ausmalst oder ob es bereits Realität ist. Es kann es einfach nicht unterscheiden. Stellst du dir nun immer wieder deine neue Veränderung vor oder besser gesagt, du stellst dir vor, dass du es schon geändert hast, so als sei es schon passiert, dann wird dein Unterbewusstsein aktiv und es als „bereits geändert“ erkennen.

Hier merkt es natürlich, dass die Realität mit dem Neuen, was du erschaffen hast, nicht übereinstimmt, sozusagen dass die Realität noch nicht mit deiner neuen Veränderung mitgezogen ist und das ist der Punkt, wo es ins Rollen kommt. Das Unterbewusstsein macht hier sein möglichstes und wird dich mit „Zufällen“ zusammenbringen, die dafür sorgen, dass du so schnell wie möglich an dein Ziel kommst.

Es können Orte, Menschen, bestimmte Zeitschriften, in denen du entsprechendes findest, und alles Mögliche sein. Halte also die Augen auf und lasse deine Fantasie aktiv werden.

Expertin: Anne Heintze
Anne Heintze ist Expertin für Hochbegabung, Hochsensibilität und Hochsensitivität in Deutschland. Mehr als 5.000 Menschen hat sie durch Coaching, Mentoring und in Seminaren zur Realisierung ihres vollen Potenzials begleitet...
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