Sushi-Kurs für Anfänger: Was ich bei einem Sushi-­Kurs gelernt habe

Sushi machen ist eine Kunst für sich. Unsere Bloggerin hat einen Sushi-Kurs besucht und erzählt, was sie dabei gelernt hat.
von Nora Jakob
Sushi-VariationenFoto: 02-05-11 @ Keiichi Hiki

Unsere Jung-Bloggerin Nora Jakob hat zum ersten Mal an einem Sushi-Kurs teilgenommen. Was sie dabei spannendes gelernt und gegessen hat, erzählt sie bei uns.

Freitagabend am Rand von Köln: In einem Hinterhof ist die Kochschule von Jerry. Dort sitzen an diesem Abend über 20 Personen, um die Kunst des Sushi-Machens zu erlernen. Das kalorienarme Essen kommt ursprünglich aus China und wird heute vor allem in Japan gegessen.

Reis, Rollmatte und Reisessig

Auf dem Tisch liegen die Küchenutensilien bereit: Ein scharfes Messer, eine Rollmatte, vor allem aber Küchenrolle, um sich die nassen und klebrigen Hände immer wieder sauber machen zu können. Dass das auch dringend notwendig sein wird, stellt sich schon nach wenigen Minuten heraus als die erste Lektion beginnt: Das quadratische Nori-Blatt aus Seetang wird auf dem Tisch ausgebreitet — dann müssen wir das Blatt mit Reis bedecken, die Menge unterscheidet sich je nach Sushi-Art, die gemacht wird.

Für den gesäuerten Reis sollte am besten Rundkornreis, wie Milchreis, genommen werden, der klebt nämlich besser. Dazu trägt nicht zuletzt auch der Reisessig bei. Schon die Reis-Zubereitung ist eine Kunst für sich. Der Reis sollte dämpfend gegart und anschließend mit dem Reisessig vermengt werden. Ganz wichtig: Der Reis muss gewaschen werden, bei der Verarbeitung der Körner können Rückstände übrig bleiben, die zwar nicht schädlich sind, aber dort eigentlich nichts zu suchen haben.

Nigiri oder Maki?

Die zwei bekanntesten Sushi-Arten sind Nigri und Maki-Sushi. Während die Maki-Sushi gerollt werden, werden die Nigri mit der Hand geformt und der Belag schließlich mit einem kleinen Algenblatt-Streifen fixiert.

Für die Füllung kann alles Mögliche verwendet werden: Die Klassiker sind Fisch, Gurke, Rettich und Karotten. An dem Abend in Köln kommen aber auch süßes Ei und Teriyaki Hähnchen in oder auf die kleinen Häppchen. Den Höhepunkt bildet eine Riesen-Sushi-Rolle, die mit Ananas-Frischkäse und frischer Ananas gefüllt ist. Das ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber zumindest experimentell. Die meisten Teilnehmer essen ihre erste selbstgemachte Rolle direkt auf — zu groß war der Hunger. Zuvor fand bereits eine anderthalb-stündige Warenkunde in einem Asia-Laden statt: Dort wurden alle Zutaten vorgestellt und ihre Herkunft erläutert.

Jede Menge Sushi

Zwei kleine Tipps am Rande: Versucht mal den Sushi-Reis mit süßem Ei zu belegen oder zu füllen — ihr werdet ein ganz neues Geschmackserlebnis erfahren. Die Zutaten dafür gibt es auch im Asia-Laden. Und esst die kleinen Häppchen nie mit Stäbchen, sondern immer mit der Hand. Das machen die Japaner auch so!

Rückblickend musste man schon ziemlich schnell sein, um bei den einzelnen Schritten mitzuhalten. Es wäre daher hilfreich, zumindest schon mal eine Sushi-Rolle gemacht zu haben. Aber es macht Spaß!

Insgesamt fünf Stunden ging der Kurs: Danach konnte jede(r) anderthalb Kilo Reis — verarbeitet in Sushi — mitnehmen. Bei manchen hat es sicher noch für das ganze Wochenende gereicht.

Autorin: Nora Jakob
Nora Jakob, 25, studiert Politikwissenschaft und Medienmanagement an der Universität zu Köln. Sie arbeitet außerdem arbeitet als freie Journalistin für Online- und Printmedien mit dem Schwerpunkten Politik, China und Essen. Praxiserfahrungen sammelte die KAS-Stipendiatin unter anderem bei Maybrit Illner; hartaberfair, der Rheinischen Post und der Nachrichtenagentur dapd.