Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden - Teil 1: Die Entdeckung der universellen Weisheit hinter allen Religionen

Endlich ist der spirituelle Erfolgsroman aus Frankreich “Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden” von Laurent Gounelle in Deutsch erschienen. evidero veröffentlicht exklusiv drei Ausschnitte aus dem wunderbaren Buch.
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von evidero Redaktion
Eine glückliche Frau in der Natur© Pexels

Alles beginnt an dem Tag, als Alice, eine erfolgreiche Kommunikationsberaterin, ihren Jugendfreund Jérémie wiedertrifft. Sein Priesteramt frustriert ihn, weil nur wenige Menschen zum Gottesdienst kommen. Alice verspricht, ihm zu helfen. Als Atheistin beginnt sie, sich in die Welt der Spiritualität zu vertiefen. Sie liest nicht nur die Bibel, sondern beschäftigt sich auch mit Daoismus, Hinduismus und Buddhismus. Dabei entdeckt sie eine universelle Weisheit, die nicht nur ihr Leben grundlegend verändert.

Im ersten Teil unserer (leicht gekürzten) Leseprobe wagt Alice ein Experiment: sie möchte erleben, was es mit dem Begriff der Scham auf sich hat und will wissen, was sie selbst wert ist. Schlecht und unvorteilhaft zurecht gemacht, besucht die sonst so gestylte Alice eine Pariser Boutique mit feinster Adresse.

Zum ersten Mal zögerte Alice. Hatte sie wirklich den Mut, sich den Blicken und vielleicht auch den Kommentaren der Verkäuferinnen auszusetzen? Und wenn man sie wieder hinauskomplimentierte? Oder sie gar nicht erst hineinließ? Was erhoffte sie sich denn genau? Ganz einfach! Eben weil du es nicht weißt, musst du es ausprobieren!

Und wenn es zu nichts führte? Wenn sie keine neuen Erkenntnisse daraus zog, wie im Supermarkt? Warum hatte sie da eigentlich nichts gelernt? Weil sie dort gegen ihre Scham angekämpft hatte, mutmaßte sie. Sie hatte alles getan, um ihre Scham loszuwerden, hatte woanders hingesehen, sich gezwungen, an etwas anderes zu denken. Vielleicht hatte sie ihre Demütigung nicht wirklich durchlebt?

Laurent Gounelle Laurent Gounelle © Zoé Gardeur

Laurent Gounelle, was wollen Sie mit Ihren Büchern bewirken?

“Seit 25 Jahren befinde ich mich selbst auf einem spirituellen Weg der Persönlichkeitsentwicklung, auf einer Art Weisheitssuche. Und ich möchte die Erkenntnisse, die ich selbst für wertvoll und hilfreiche erachte, an andere Menschen weitergeben.”

Mein Gott, Du wirst noch richtig masochistisch, du armes Ding. Lud Aischylos in seiner Tragödie Agamemnon nicht zum Leiden ein, um zu verstehen? Sie musste die Demütigung durchleben und bereit sein, sie zu spüren, ihre Empfindung wahrnehmen und sie verstehen. Na los. Sie atmete tief durch und ging auf die herrschaftliche Tür zu. Der Portier macht keine Anstalten, ihr die Tür zu öffnen, die musste sie schon selbst aufdrücken, dann trat sie ein. Er musterte sie von oben bis unten, sagte aber nichts.

Das gedämpfte Licht uns die leicht parfümierte Luft schufen eine sehr erlesene Atmosphäre. Zum ersten Mal betrat sie diese Hochburg des Pariser Luxus, und sie hätten sie lieber unter anderen Umständen kennengelernt als mit einem flauen, beklemmenden Gefühl in Bauch und Brust.

Entspann dich, das ist nur ein Experiment

Sie schaute sich um und sah, wie mehrere Verkäuferinnen sie abschätzig musterten. Jetzt ist es soweit, ich schäme mich. Tatsächlich spürte sie eine Mischung aus Scham und Wut, Wut auf die Verkäuferinnen, Wut auf den Portier, Wut auf Jesus und seine bescheuerten Gebote.

Den hätte ich mal gern gesehen, hier bei Hermès, mit seiner Tunika und seinen Sandalen!

… Natürlich zeigte ihre Aufmachung, dass ihr die finanziellen Mitteln fehlten, um die hier käuflichen Artikel zu erstehen. Und merkwürdigerweise fand Alice das als solches schon beschämend genug, um hier einzukaufen. Sie hatte das Gefühl, als würde sie ein Schild um den Hals tragen, auf dem stand: “Nicht reich genug, um hier einzukaufen”, weshalb sie gute Lust hatte, alle eines Besseren zu belehren und laut und vernehmlich klarzustellen: “Ich kann mir das sehr wohl leisten! Das ist nur ein Spiel, ein Test! Ich kann durchaus eine zahlende Kundin wie alle anderen sein.”

Aber warum? Warum überkam sie solche Lust, ihnen das mitzuteilen?

Sie sollen wissen, dass ich etwas wert bin

Dabei wusste sie doch, dass ihr Wert nicht im Verhältnis zu ihrem Einkommen stand. Man ist nicht das, was man verdient, das war ganz offensichtlich! Aber in ihrem tiefsten Innern glaubte sie das vermutlich… und gleich darauf machte sie sich deswegen Vorwürfe. Wie auch immer, welche Bedeutung hat es schon, dass diese Unbekannten meinen Wert anerkennen?

Schließlich kannte sei sie nicht und würde sie auch nie wiedersehen. Ihre Schuldgefühle nahmen weiter zu, als ihr klar wurde, dass das Gefühl, mit dem sie durchs Leben ging, vom Blick und der Anerkennung der anderen abhing. Was nutzte es, seit Jahren an der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten, wenn sie noch immer an diesem Punkt war?

Ich bin nicht das, was ich trage! Ich bin nicht das, was ich verdiene! Ich bin nicht das, was die anderen in mir sehen!

Sie verspürte den Drang, diese Wahrheiten herauszuschreien, um sich endgültig davon zu überzeugen und sich von diesem bescheuerten Illusionen zu befreien, die man ihr gegen ihren Willen eingetrichtert hatte, Illusionen, die trotz ihrer Arbeit an sich selbst in ihr verankert blieben, Illusionen, die überhaupt nicht mit ihren Werten in Einklang standen.

Und mit einem Mal wurde ihr klar, was für negative Formulierungen sie da verwendete. Ich bin nicht das, was ich trage, was ich verdiene etc. Die Ablehnung dieser Illusionen sagte nicht, was sie war: Man kann sich nicht über das definieren, was man nicht ist…

In diesem Moment verspürte sie einen Schwindel: Wie kann man das, was man nicht ist, ablehnen, wenn man nicht weiß, was man ist?

 

Verwirrt durch ihre Überlegungen und verletzt in ihrem Selbstwertgefühl wanderte sie weiter durch die Boutique über den dichten Teppichboden, inmitten von luxuriösen Stoffen und kostbarem Leder, in gedämpftem Licht. Je weiter sie ging, umso mehr löste sie sich von ihrer Umgebung, von den Leuten, die sie bevölkerten, und schließlich von sich selbst.

Die Demütigung verwandelte sich langsam in eine Art innere Leere, ein beruhigendes Nichtvorhandensein. Sie ging durch die verschiedenen Räume, die unterschiedlichen Etagen, als schwebte sie durch die Luft, und durch diesen Zustand des Nichtvorhandenseins spürte sie, wie sich nach und nach ein Gefühl der Freiheit in ihr ausbreitete, eine sanfte und leichte Freiheit.

Ein undeutliches Gefühl strahlte aus dem tiefsten Inneren ihrer Eingeweide und befreite sie völlig vom gängigen Druck des Scheins

Sie gab sich diesem merkwürdigen neuen Gefühl hin, kostete es aus und plötzlich spürte sie, dass sie lebte, wirklich lebte. Sie war nicht mehr diese schwebende Wolke, die sie noch vor wenigen Augenblicken gewesen war, sie spürte jetzt vielmehr, dass sie immer präsenter in ihrem Körper war, immer bewusster.

Ihr war bewusst, dass sie lebte, dass sie sie selbst war, dass sie sogar über sich selbst hinaus, über die Grenzen ihres Körpers hinaus existierte. Dieses Bewusstsein war von einer außerordentlichen Freude begleitet, einer Freude, die sich ausbreitete und in ihren ganz Körper ausstrahlte, ihren Geist und ihre Umgebung, wie eine unsichtbare, aber durchaus reale Aura, eine Freude, die alle bisher gekannten Glücksmomente überstieg.

Sie war da, hässlich, unordentlich zurechtgemacht, schleicht gekleidet, von allen ignoriert, und sie fühlte sich so lebendig wie nie zuvor.

Dieser Text ist ein Originalauszug aus dem Buch “Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden” von Laurent Gounelle. Hier findest du Teil 2 und Teil 3.
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