Das Patellaspitzensyndrom: Knieschmerzen nach dem Sport? Daran kann es liegen

Eine Überbelastung der Kniescheibensehne kann zu unangenehmen Belastungsschmerzen am vorderen Knie führen. Hier erfährst du, wie du deine Symptome deuten und die Schmerzen behandeln kannst.
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von evidero Redaktion
Junge Frau springt beim Rennen© Jacob Lund

Beim sogenannten Springerknie (Patellaspitzensyndrom) treten vorne am Knie und in der Regel am Unterrand der Kniescheibe Schmerzen auf. Wer diese Schmerzen ignoriert, läuft Gefahr, die Sehne durch Teilrisse oder Risse zu verletzten. Von daher raten wir dazu, die Symptome genau zu beobachten und bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt aufzusuchen.

Das Patellaspitzensyndrom tritt besonders häufig bei Sprungathleten (daher auch die Bezeichnung jumper’s knee) und nach Stop-and-go-Sportarten auf. Dazu zählen beispielsweise Volleyball, Fußball und Tennis. Aber auch bei Läufer*innen und durch so manche Fitnessübungen kann das Patellaspitzensyndrom nach einer Fehlbelastung auftreten. Die falsche Absprungtechnik, sehr intensive Trainingseinheiten oder eine schlechte Schuhdämpfung auf hartem Laufuntergrund sind klassische Begünstigungen für das Springerknie.

Symptome: So erkennst du, ob du unter dem Patellaspitzensyndrom leidest

Wenn die folgenden Beschwerden nach einer Belastung durch die oben genannten Sportarten oder vergleichbares auftreten, ist es möglich, dass du eine chronische Überlastungsreaktion hast:

  • Steifheitsgefühl oder stechende Schmerzen
  • Schwellungen am Unterrand der Kniescheibe
  • Schmerzen während und nach der Belastung
  • Treppensteigen und vergleichbare Alltagstätigkeiten lassen sich nur mit Schmerzen ausführen
  • Bei Berührung mit Druck entstehen Schmerzen auf der Patella oder am unteren Rand der Kniescheibe
Springer- oder Läuferknie? Lokalisiere deine Schmerzen und finde die richtige Behandlung für deine Problematik. Spürst du eher einen stechenden Schmerz in der Außenseite deines Kniegelenks, leidest du vermutlich unter den Läuferknie, nicht dem Patellaspitzensyndrom. In diesem Artikel erfährst du mehr über das Läuferknie.

Was kannst du gegen die Knieschmerzen tun?

Um eindeutig zu diagnostizieren, dass du unter dem Patellaspitzensyndrom leidest, empfehlen wir dir, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Solltest du dich schon ohne stärkere Schmerzen in den oben genannten Symptomen wiederfinden, empfehlen wir dir, präventiv zu handeln. Neben dem Austausch der Schuhe gegen Schuhe mit einer ausreichenden Schuhdämpfung und der Vermeidung von Asphaltwegen, solltest du auch an deiner Bewegungstechnik arbeiten.

Vermeide abruptes stehenbleiben und loslaufen. Wenn du die Möglichkeit hast, beobachte dich bei Sprungbewegungen im Spiegel, um deine Ausführung besser beurteilen zu können. Hilfreich kann es auch sein, sich filmen zu lassen oder einen Experten oder eine Expertin um eine weitere Meinung zu bitten. Bei Sprungbewegungen ist es sehr wichtig, den Fuß richtig abzurollen, nur so wird das Knie entlastet.

Faszientraining gegen Knieschmerzen

Es ist auch möglich, die Patellaspitze direkt zu behandeln, beispielsweise mithilfe einer Foam Roll. Inzwischen bieten auch viele Sporteinrichtungen eine Einführung oder gar regelmäßige Einheiten zum Thema Faszientraining an.

Foam Rolling Übungen lösen verklebte Faszien und verbessern damit die Flexibilität und Elastizität. Das kann zu Schmerzlinderungen führen und präventiv vor Verletzungen schützen. Wenn du schon eine der Rollen zuhause hast, kannst du die Behandlung deiner Knieschmerzen auch bequem von Zuhause aus angehen.

Achte beim Foam Rolling immer auf eine langsame, bedachte Ausführung. Jede Bewegung auf der Rolle solltest du mindestens viermal wiederholen. Schmerzende Stellen sind dabei nicht zu vermeiden – keine Angst davor. Je häufiger du die Rolle benutzt, desto weniger unangenehm wird es.

Übung 1: Oberschenkelvorderseite

Vom Vierfüßlerstand aus legst du den Oberschenkel direkt oberhalb des Knies ab und rollst bis hoch zur Hüfte. Wiederhole diese Bewegung mindestens viermal. Das gleiche wiederholst du dann noch langsamer mit angewinkeltem Bein. Dann drehst du das Bein leicht nach außen, damit die Beininnenseite auf der Foam Roll liegt. Abschließend legst du die Beinaußenseite auf die Foam Roll und wiederholst die Auf-und-ab-Bewegung wieder viermal. Natürlich ist es empfehlenswert, die Oberschenkelrückseite anschließend zu behandeln, um die Balance zu gewährleisten.

Übung 2: Patellaspitze

Vom Vierfüßlerstand aus legst du die Unterseite der Kniespitze auf der Foam Roll ab, dabei bleibt das Knie gebeugt. Dann beginnst du langsam nach vorne und hinten zu rollen, nur soweit, wie die Unterseite deines Knies die Rolle noch berührt. Wiederhole diese Bewegung mit beiden Knien etwa 12 Mal. Du kannst das Knie nach 4 Wiederholungen leicht schräg nach innen und dann nach außen legen, so behandelst du es von allen Seiten.

Das A und O beim Faszientraining ist die Regelmäßigkeit. Um Knieschmerzen vorzubeugen, solltest du die Faszienrolle am besten vor jeder Trainingseinheit benutzen.

All diese Maßnahmen können das Verletzungsrisiko verringern und Schmerzen womöglich lindern. Dennoch solltest du dich vor anhaltenden Schmerzen schützen, gegebenenfalls auch durch eine Sportpause oder Verringerung der Trainingsintensität.

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