Chemikalien in Sonnencremes: So schützt du dich vor UV-Strahlen

Ohne Sonnencreme in der Sonne liegen - das ist kaum mehr denkbar. Wir werden ständig daran erinnert, wie wichtig der richtige Schutz vor der Sonne ist. Warum und wie möchten wir hier klären.
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von evidero Redaktion
Eine Frau genießt die Sonne in einer Hängematte am Strand© Peera

Seit Hawaii die Chemikalien Oxybenzon und Octinoxat in Sonnencremes verboten hat, ist die Verwirrung groß. In Sonnencremes stecken umwelt- und gesundheitsschädigende Stoffe – sollte man nun auf Sonnencremes verzichten? Doch ohne Sonnenschutz geht’s doch auch nicht? Wir erklären, wie du dich trotzdem vor der UV-Strahlung schützen kannst.

Das Thema Chemikalien in Kosmetik ist kein neues. Dennoch bleibt uns keine andere Wahl, als uns damit auseinanderzusetzen, denn kein Sonnenschutz ist keine Option. UV-Strahlen können für kurz- und langfristige Sonnenschäden sorgen und im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs.

Inhaltsstoffe in Sonnencremes: gesundheitsschädlich und schlecht für die Umwelt

Es lässt sich nicht leugnen – viele Sonnenschutzprodukte beinhalten Stoffe, die aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen sind. In diesem Jahr wurden die Chemikalien Oxybenzon und Octinoxat in Hawaii verboten (Das Gesetz tritt allerdings erst 2021 in Kraft).

Der Grund: Laut dieser Studie, scheint Oxybenzon wachsende Korallen zu töten und Schuld an genetische Schäden zu sein. Und nicht nur die Umwelt leidet unter den Chemikalien. Auch wird vermutet, dass die Stoffe gesundheitsschädliche Wirkungen für den Menschen haben.

Aktuell beinhalten die meisten amerikanischen Sonnenschutzprodukte Oxybenzon und Octinoxat. In Europa hingegen wird er schon seit einer Weile durch den Stoff Octocrylen ersetzt. Es bleibt zu hoffen, dass die Stoffe mit einer hormonähnlichen Wirkung weltweit verbannt werden.

Immerhin gab es vergleichbare Verbote wie in Hawaii auch schon vorher in einigen Teilen Mexikos. Welche Wirkung der Stoff Octocrylen hat und ob dieser wirklich weniger gesundheitsschädlich ist, bleibt erstmal unklar.

Verschmutzte Gewässer in Deutschland

Auch in Deutschland finden sich chemische UV-Filter in Gewässern. Die Ostsee ist beispielsweise davon betroffen. Wie lassen sich chemische UV-Filter also vermeiden?

Am sichersten ist es, auf Sonnencremes ohne synthetische UV-Filter umzusteigen. Sonnenschutzprodukte mit Bio-Siegel sind obendrein auch frei von Mikroplastik – ein weiteres Problem für Umwelt und Gesundheit.

Öko-Sonnencreme schützt Gesundheit und Umwelt

Aber sind Öko-Sonnencremes nicht die, die kaum einziehen und als weiße Schicht auf der Haut liegen? Die Naturkosmetik hat in den letzten Jahren deutlich aufgeholt. Inzwischen kann sie nicht nur durch das Bio-Siegel punkten, sondern auch durch wirklich gute Produkte. Statt auf chemischer Basis sind diese Sonnencremes auf mineralischer Basis, sie wirken also physikalisch.

Stoffe wie Titanoxid und Zinkoxid bilden eine Schutzschicht auf der Haut und reflektieren die UV-Strahlen. Das schützt vor Sonnenbrand, frühzeitiger Hautalterung und auch Hautkrebs.

Sind mineralische UV-Filter wirklich ungefährlich?

Allerdings steht auch Titanoxid aktuell in der Kritik. Laut einer Studie kann Titanoxid krebserregend sein, wenn es in hohen Dosen eingeatmet wird.

Einige Toxikolog*innen und Dermatolog*innen empfehlen daher Produkte auf Grundlage von Zinkoxid. Aufgrund der voranschreitenden Entwicklung der Produkte und neuen Forschungsergebnissen kommt man allerdings nicht drumherum, regelmäßig zu recherchieren und Informationen zu Stoffen zu hinterfragen.

Creme ist nicht gleich Creme
Eine klassische Creme ist in der Regel sehr reichhaltig und zieht nicht so schnell ein. Inzwischen gibt es Cremes aber nicht nur für den Hauttyp trockene Haut. Längst hat die Kosmetikindustrie erkannt, dass auch andere Hauttypen feuchtigkeitsspendende Pflege kaufen.

Entsprechend gibt es ölfreie Cremes, Fluids, Sorbets, Seren und vieles mehr. Auch Sonnenschutz muss nicht mehr schwer auf der Haut liegen, dickflüssig, weiß und stark duftend sein.

Frühzeitige Hautalterung aufhalten

Nicht nur Sonnenbrand hinterlässt deutliche Spuren auf der Haut. Sonnenschäden entstehen auch ohne einen merklichen Sonnenbrand und diese Sonnenschäden sind im Nachhinein nur schwer wieder loszuwerden. Was hilft dagegen? Sonnenschutz natürlich – und nicht nur Sonnencreme – sondern auch ein Sonnenhut und bedeckende Kleidung.

Im Schatten braucht man keinen Sonnenschutz – stimmt das?

Zwar ist die Strahlungsintensität geringer, dennoch kommen etwa 50 Prozent der UV-Strahlen durch Reflexionen und Umgebungsstrahlen ungeschützt auf der Haut an. Sonnenschirme oder Markisen schenken zwar Schutz, dennoch reicht dieser nicht. Empfindliche Hauttypen können sogar im Schatten Sonnenbrand bekommen.

Sonnenstrahlen hinter Fensterglas

Fensterglas ohne integrierten Sonnenschutz lässt Teile der UV-Strahlung durch. Zwar werden UVB-Strahlen fast vollständig abgeblockt, allerdings kommen die tiefer eindringenden UVA-Strahlen trotzdem auf der Haut an.

Diese bräunen die Haut zwar nicht (da wir dafür beide UV-Typen brauchen), können aber untere Hautschichten schädigen. Deshalb trägt man auch Sonnenbrillen, um die Augen vor der Sonne zu schützen und nicht etwa nur Brillen mit normalen Gläsern.

Heute werden häufig Verbundgläser genutzt, zum Beispiel als Auto-Windschutzscheibe, die vor beiden UV-Typen schützen. Dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass alle Fenstergläser gleichzeitig Verbundgläser sind. Auch in der Wohnung sollte man also nicht in der prallen Sonne sitzen. Wer besonders auf UV-Strahlen achten muss, etwa wegen einer Krankheit, der kann auch spezielle UV-Schutzfolie für die Fenster kaufen.

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