Der DFB zeigt seine grüne Seite: Ein Kick für die Umwelt

Der DFB und seine grüne Seite - dabei spielen auch die Bender-Zwillinge & Manuel Neuer eine Rolle.
von Marc Saha
© evidero / Quelle: DFB

Marc Saha aus der evidero-Redaktion muss beim Thema Fußball & Grün an früher denken. War der DFB vielleicht immer schon ein bisschen grün?

Mir geht es wie vielen Fußballfans. Ich schaue nicht nur gerne Spiele, ich habe auch mal davon geträumt, Fußballprofi zu werden. In meinem Fall ein kurzer Traum mit frühem Ende. Nämlich im Grundschulalter, als ich feststellte, dass genügend andere deutlich mehr „Brasilianer am Ball“ waren als ich.

Wobei der Ball auch nicht immer ein Fußball war – oft mussten Tennisbälle aushelfen oder auch mal eine Getränkedose. Zerquetscht und auf flugtauglich getrimmt. Sollte ja nicht beim Außenrist-Kick direkt vor die eigenen Füße fallen. Und gerade da zeigte sich damals, wer es „technisch drauf“ hatte – und wer eher ein reiner Fighter auf dem Platz war.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Clip gesehen, in dem zwei der meiner Meinung nach besten Fußballer Deutschlands mit einer solchen Getränkedose spielen: Die 22jährigen Bender-Zwillinge Lars (Bayer Leverkusen) und Sven (vom aktuellen und kommenden Meister Borussia Dortmund) sind Nationalspieler, legen regelmäßig auf dem Platz mehr Kilometer zurück als die meisten anderen Bundesliga-Profis – und sie kicken nun mit der Dose im Dienste einer guten Sache.

Der DFB und Umweltschutz

Der Dosenkick der Bender-Twins ist nur ein Beispiel, mit dem der Deutsche Fußballbund (DFB) seine (bisher verborgene?) grüne Seite zeigt. Auf seiner Homepage präsentiert der Verband 90 Ideen (= eine pro Spielminute), mit denen sich Spieler und Fans für die Umwelt einsetzen können.

Darunter Ideen, die es schon gab, als Jogi Löw noch selber gespielt hat – wie das Recycling-Papier. Oder Vorschläge, die schon zu den guten Sommermärchen-Zeiten galten, etwa die Energiesparlampe.

Aber auch Ideen, die zur Generation Bender und Neuer gehören wie das Elektro-Auto. Noch sehen die Fuhrparks der Fußball-Profis übrigens nicht danach aus.

Sogar einen eigenen Ökoleitfaden hat der DFB erstellt. Unter den Mottos „Kosten sparen“ und „Nachhaltig gewinnen“ sind einige Tipps aufgelistet, die sich speziell an Fußballklubs (der unteren Klassen) richten. Und wer noch einen Anreiz braucht – über allem schwebt der „DFB Umweltcup 2012“.

Im Wortlaut: „Ab sofort kämpfen die Fußballvereine Deutschlands nicht nur um Meisterschaft und Pokal; sie können auch Punkte für den Umweltschutz sammeln. Und durch eine Teilnahme kann jeder Klub sogar doppelt profitieren: Durch den Gewinn toller Preise wie beispielsweise einen Besuch eines DFB-Trainers im Verein, vor allem aber mittelfristig durch finanzielle Einsparungen und somit mehr Geld für die Vereinskasse.“

Riecht etwas nach Greenwashing, ist aber auch eine große Chance, viele zu erreichen, die bisher um “Öko”, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein einen großen Bogen gemacht haben. Und wenn dann noch Jogi Löw zum Training vorbei schaut, dann kann es sogar mit dem Traum von Profi noch was werden.

Weitere Informationen:

DFB und Umwelt
Autor: Marc Saha
Marc Saha stammt aus Solingen und arbeitet seit 1992 als Journalist...