Mit Fertility Yoga schwanger werden: Nutze die Kraft des Yoga für deinen Kinderwunsch

Ein Baby zu bekommen ist ein Traum vieler Frauen. Fertility Yoga, Yoga bei Kinderwunsch, weckt die natürliche Energie und stellt eine Verbindung zum eigenen Körper her. Entspannung, Durchblutung und die natürliche Empfängnisbereitschaft der Frau werden so gefördert.
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von Anne Loewer
Yoga bei Kinderwunsch© Rido - Fotolia.com

Seit vielen Jahren bin ich auf das Unterrichten von Pränatalyoga spezialisiert. Der Auslöser dafür war die Geburt meines ersten Kindes. Bis dahin fand ich Yoga für Schwangere irgendwie langweilig und praktizierte während meiner ersten Schwangerschaft selbstverständlich meine recht dynamische, gewohnte Yogapraxis bis kurz vor der Geburt. Die Geburt war sehr lang und viel schwerer als ich es mir je vorgestellt hatte, und um ein Haar hätte der Traum von einer ganz natürlichen Geburt mit einem Kaiserschnitt geendet.

Aber wahrscheinlich brauchte ich genau diese Erfahrung, denn durch den Wunsch, mein Geburtserlebnis aufzuarbeiten, lernte ich eine sehr erfahrene Hausgeburtshebamme kennen. Ihr Wissen um die Kräfte und Energien, die bei einer Geburt wirken, faszinierte mich. In unseren Gesprächen entdeckte ich, wie wunderbar Yoga nicht nur bekannter Maßen die körperlichen Veränderungen im weiblichen Organismus unterstützt, sondern wie besonders wertvoll es für die Vorbereitung auf die Geburt ist.

Körper und Geist arbeiten bei der Geburt auf natürliche Weise zusammen

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Expertin: Anne Loewer
Anne Loewer ist Yogalehrerin für Pre&Postnatal Yoga in München. Ihre Expertise eignete sie sich an mehreren Instituten an. Sie ist außerdem auch gelernte Physiotherapeutin
In meiner zweiten Schwangerschaft konnte ich die wohltuende Wirkung von Yoga für mich und mein Kind neu entdecken. Ich fühlte mich kraftvoll, gelassen und gut vorbereitet, um mich der naturgewaltigen Geburtskraft vertrauensvoll hinzugeben. Energetisiert und getragen durch meinen natürlichen, tiefen Atem, konnte ich mein Kind ganz natürlich auf die Welt bringen.

Ich habe am eigenen Körper gespürt, wie perfekt die Natur ist, wie harmonisch Körper und Geist zusammen arbeiten, und genau das hat mir unglaublich viel Vertrauen in mich, in mein Kind und in das Leben gegeben. Ein Vertrauen, von dem ich jeden Tag profitiere und das mich auch beim Unterrichten immer wieder inspiriert.

Pränatal Yoga verbindet mit den weiblichen Urkräften und Zyklus

Nun gab es natürlich nicht nur glückliche, junge Eltern in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, sondern auch Frauen, die sich schon lange sehnlich ein Kind wünschten. Und da war es ganz naheliegend, dass ich mich mehr und mehr auch diesem Thema zuwandte. Das Unterrichten von Pränatal Yoga führte mich immer tiefer in die Verbindung von Yoga mit den weiblichen Urkräften und ihrem natürlichen Rhythmus in enger Verbindung mit dem weiblichen Mondzyklus.

Es ist immer wieder faszinierend, wie wertvoll Yoga ist, um den eigenen Körper erkennen zu lernen und ihm zuzuhören. So kann Yoga helfen, den eigenen natürlichen Rhythmus zu erforschen und ganz wichtig, auch zu akzeptieren. Mit allen seelischen, energetischen und körperlichen „Auf und Abs“, die der weibliche Zyklus so mit sich bringt. Was in unserer Zeit ja oft als negativ empfunden wird, worin eigentlich aber eine unglaubliche Kraft liegt, die Wert ist entdeckt zu werden, um sie für ein energievolles, kreatives und erfülltes Leben zu nutzen.

Raum und Ruhe im Becken durch spezielle Asanas verbessert die Durchblutung

Yoga bei Kinderwunsch ist eine Kombination aus speziellen Asanas und entspannenden Mikrobewegungen, verbunden mit sanftem Pranayama, restorativen Haltungen, Entspannung, Meditation und Visualisierungen. So kann mehr Raum und Ruhe im gesamten Becken entstehen. Damit verbessert sich die Durchblutung und der Energiefluss.

Spannungen in Muskulatur und Bindegewebe können sich leichter lösen und die Funktion der Ovarien wird unterstützt. Es gleicht das endokrine System aus und reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen. Denn gerade, wenn der doch so natürliche Wunsch nach einem Kind schon länger unerfüllt ist, verursacht das unglaublichen Stress auf vielen Ebenen, was wiederum kontraproduktiv auf die Empfängnis wirkt.

Der natürliche Monatszyklus wird durch Yoga gefördert

Fertility Yoga unterstützt dabei, diese Empfindungen loszulassen, um Raum für neue, positive Gefühle zu schaffen. In vielen Fällen geht es auch erst einmal darum, wieder einen natürlichen, gesunden und schmerzfreien Zyklus herzustellen, sozusagen den Boden für eine Schwangerschaft auf natürliche Weise zu bereiten. Da Fertility Yoga nicht wie eine Pille wirkt, kann es gut drei Monate dauern, bis sich hier eine Besserung einstellt. Dafür ist sie aber durch die Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers entstanden.

Yoga Übungen funktionieren auch ohne Erfahrung

Meine Übungsreihe setzt sich vor allem aus sanften, runden, weichen Bewegungen zusammen und ist für jede Frau geeignet. Unabhängig von Alter und Yogaerfahrung. Egal ob der Wunsch nach einem Kind gerade erst entstanden ist, man schon lange versucht, schwanger zu werden oder gerade schwanger geworden ist. Besonders in der Zeit der Einnistung vom Ei ist diese sanfte Praxis wichtig. Für das gesamte erste Trimester der Schwangerschaft sollte auch auf diese Weise geübt werden.

evidero-Tipp: Unsere Expertin Anne Loewer ist auch Yogalehrerin der Schauspielerin Lisa Martinek. Erfahre im Interview, wie Yoga die Schauspielerin in der Schwangerschaft unterstützt hat.

Unterstützung bei IVF und Endometriose durch sanfte Übungen

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Außerdem bietet Fertility Yoga eine natürlichen Unterstützung bei IVF Behandlungen (künstliche Befruchtung) und bei Endometriose. Gerade hier ist es wichtig, keinen kraftvollen Yogastil zu praktizieren. Auch das klassische Hormonyoga regt zwar den Energiefluss im Becken stark an, ist aber für die Empfängnis selber viel zu intensiv. Genauso wie die dynamischen Yogastile, wo gerade darauf hingearbeitet wird, das „Agni Feuer“, eine starke, transformierende Energie im Beckenraum, zu schüren.

Die individuelle Wirkung dieses Feuers und die Reaktion des Körpers darauf ist schwer kontrollierbar und oft viel zu stark. Im Fertility Yoga arbeite ich mehr mit der erdenden „Apana“ Energie, die uns hilft, Sicherheit aufzubauen, um vertrauensvoll loszulassen und zu entspannen. Kann man diese erlernten Entspannungsübungen unter der IVF anwenden, sind die Erfolgschancen auf einen positiven Verlauf viel größer.

Francoise Freedman, bei der ich meine Ausbildung in London absolviert habe, hat bereits mit vielen Kliniken erfolgreich zusammengearbeitet. Sehr gute Ergebnisse mit Fertility Yoga, auch zur Unterstützung der künstlichen Befruchtung, wurden dort bereits in zahlreichen klinischen Studien erfasst.

Geduld bei der Empfängnis

Das Thema Kinderwunsch ist heute im Zeitalter des „social freezings“ aktueller denn je. Doch zum Glück werden immer noch sehr viele Frauen ohne fremde Hilfe schwanger. Statistisch sind es immerhin 17 aus 20 Paaren, die innerhalb eines Jahres schwanger werden. 19 aus 20 Paaren innerhalb von zwei Jahren. Diese Zahlen zeigen, dass man sich gerne etwas Zeit für die Empfängnis nehmen sollte und nicht dem Glauben aufsitzen, dass, sobald der Kinderwunsch entsteht, dieser auch umgehend vom Körper erfüllt wird.

Perfektionismus mit Yoga begegnen und Vertrauen lernen

Vielleicht auch nur unbewusst ist der Glaube an die Machbarkeit aller Dinge oft zur Normalität geworden. Jahrelang wird der Körper trainiert, um äußeren Ansprüchen zu genügen, es wird nach allen Mittel der Kunst verhindert, schwanger zu werden und alle Ziele im Leben genau geplant und verfolgt. Auch der passende Zeitpunkt für ein Kind hat oft mehr mit einem organisierten Plan zu tun als mit Offenheit für den natürlichen Rhythmus des Lebens.

Ein Dilemma, das das Leben einer Frau mit dem verständlichen Wunsch nach Unabhängigkeit und beruflicher Chancengleichheit mit sich bringt. Umso schwerer ist es, den Spagat zwischen Karriere und dem Wunsch nach einer Familie zu meistern. Auch hier kann Yoga eine wunderbare Unterstützung sein. Es hilft, Vertrauen, Respekt und Liebe für den eigenen Körper aufzubauen, denn oft baut sich eine richtige Aversion gegen den Körper auf, wenn er die sehnlichst gewünschte Schwangerschaft einfach nicht annimmt.

Lebensstil spielt wichtige Rolle beim schwanger werden

© Anne Loewer© Anne Loewer

Weitere Faktoren, die eine natürliche Empfängnis fördern und in der „Wartezeit“ zusätzlich zum Yoga sinnvoll sind, sind eine gesunde Ernährung, kein Alkohol, kein Nikotin und ein normales Körpergewicht. Unter- genauso wie Übergewicht können die Empfängnis erschweren. Außerdem befinden sich in unserem Essen, gerade in tierischen Produkten, viele Hormone, die das eigene Hormonsystem stören können.

Für Vegetarierinnen ist es eventuell sinnvoll, Sojaprodukte rund um die Eisprungphase wegzulassen, da Soja Pflanzenstoffe, sogenannte Phytohormone enthält, die im Körper wie Östrogene wirken, und zu diesem Zeitpunkt die Befruchtung erschweren können. Förderlich sind Folsäure, Zink, Eisen, Vitamin B12 und Vitamin E. Aber auch hier gilt: bitte keinen zusätzlichen Ernährungstress, sondern genussvoll essen.

Endometriose und Störungen der Eileiter sind oftmals Ursache für Kinderlosigkeit

Zusätzliche, natürliche Hilfe bieten auch die Homöopathie, Akupunktur, Naturheilkunde und Ayurveda. Yoga Nidra und Resoratives Yoga können zusätzlich die Entspannung fördern und das Nervensystem beruhigen. Achtsamkeitsübungen können helfen, den Körper und die Gefühle in ihrer Verbindung besser wahrzunehmen. Hat dann trotzdem nach einem Jahr mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr keine Empfängnis stattgefunden, sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden.

In zwei von zehn Fällen wird dann meist eine Störung der Eileiter oder Endometriose als Ursache diagnostiziert. In weiteren drei von zehn Fällen ist es der Eisprung, der nur sehr unregelmäßig stattfindet. In diesem Fall, wie auch bei Endometriose, kann Fertility Yoga sehr gut helfen, auch zusätzlich zur medizinischen Therapie. In weiteren zwei von zehn Fällen liegt das Problem beim Mann. In den letzten drei von zehn Fällen lautet die Diagnose unbekannt.

Energiezentren aktivieren und mit Menstruationszyklus verbinden lernen

Auch in diesem Fall ist es ratsam, sich weiter auf den Weg nach innen zu machen. Die Zeit der Schwangerschaft und Geburt eines Kindes ist eine große Veränderung im Leben einer Frau. Sie wird gerne als eine transformierende und spirituelle Zeit beschrieben und wahrgenommen. Ich denke, wenn die Natur eine längere Vorbereitungszeit fordert, ist es eine große Hilfe, diese Zeit zu nutzen, um sich ein gutes Fundament aus körperlicher und seelischer Gesundheit sowie innerer Ruhe und Gelassenheit aufzubauen.

Mit diesen speziellen Yoga Praktiken beleben wir die Energiezentren des ersten und zweiten Chakras und schaffen eine Verbindung zu unserem weiblichen Zyklus. Durch diese Vitalisierung fördern wir unsere sexuelle Lust und können das Vertrauen in uns selbst und unsere kreative, lebensspendende Energie, die jede Frau in sich trägt, beleben.

Fruchtbarkeit bekommt neuen Sinn

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Wenn wir uns besser spüren und eine gute Verbindung zu uns selber haben, ist es viel leichter, eine Balance zu schaffen zwischen den Möglichkeiten, die die technische, wissenschaftliche Welt uns bietet und der inneren, natürlichen, intuitiven Welt. Es ist immer wieder schön, Frauen, die durch einen gemeinsamen Wunsch miteinander verbunden sind, auf dem Weg zur Erfüllung dieses Wunsches zu begleiten.

Zu sehen, wie sich nach und nach Türen auf diesem Weg öffnen. Und manchmal führt der Weg zu einem ganz unerwarteten Ziel und „Fruchtbarkeit“ entpuppt sich nicht mehr als Kinderwunsch, sondern findet seine Bestimmung in einer erfüllten Partnerschaft, einem Projekt oder einer neuen, kreativen Lebensaufgabe.

Weitere Infos:

Yoga bei Kinderwunsch bei Anne Loewer: www.anneloewer.de

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Expertin: Anne Loewer
Anne Loewer ist Yogalehrerin für Pre&Postnatal Yoga in München. Ihre Expertise eignete sie sich an mehreren Instituten an. Sie ist außerdem auch gelernte Physiotherapeutin
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