Der richtige Schlafrhythmus: Bist du Lerche oder Eule?

Die einen sind schon um 5Uhr morgens hellwach, die anderen werden frühestens um Mitternacht wirklich müde. Der Biorhythmus jedes Menschen ist verschieden und wir sind gut beraten, uns an ihn zu halten.
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von evidero Redaktion
Eule oder Lerche© von Lieres - Fotolia.com

Kennst du das: Während deine Freunde noch putzmunter sind, schläfst du fast im Stehen ein? Oder das: Deine Freundin steht morgens um sieben Uhr auf und startet direkt munter in den Tag, während du den Wecker noch 10mal auf fünf Minuten später stellen musst? Im ersten Fall wärest du eine Lerche, im zweiten eine Eule.

Der Biorhythmus des Menschen bestimmt, wann wir wach sind, wann wir müde werden und zu welcher Tageszeit wir am produktivsten sind. Größtenteils richtet sich der Schlaf-Wach-Rytmus an der Sonne aus: Das ist sinnvoll, denn über Jahrhunderte hatte der Mensch kaum eine andere Möglichkeit, als sich am Sonnenlicht zu orientieren.

Heutzutage, mit elektrischem Licht, 24h geöffneten Einkaufsläden und flexiblen Arbeitzeiten oder gar Nachtschichten, ist der Rhythmus des Menschen nicht mehr auf den Zyklus der Sonne angewiesen. Das macht sich auch darin bemerkbar, dass sich die “Eulen”, also Menschen mit einem späten Produktivitätspunkt, nicht mehr anpassen müssen und ihrem natürlichen Rhythmus nachgehen können.

Welcher Schlaftyp bist du?

Lerchen:

  • Werden früh wach und haben keine Probleme mit frühen Arbeitszeiten
  • Können ihr Bett direkt nach dem Weckerklingeln verlassen
  • Sind morgens am produktivsten
  • Ihre Energiespeicher leeren sich im Laufe des Tages
  • Werden abends früher müde und gehen auch früh schlafen
  • Gute Arbeitszeiten für Lerchen: Frühschichten oder flexible Büroarbeitszeiten, etwa 6h – 15h, 8h – 17h

Eulen:

  • Schlafen problemlos bis in die Mittagsstunden, wenn man sie lässt
  • Brauchen häufig mehrere Wecker, wenn sie früh aufstehen sollen
  • Sind abends am produktivsten
  • Ihre Energiespeicher erreichen ihr Hoch erst am späten Abend, sie haben noch bis in die Nacht Energie übrig
  • Werden erst spät müde und gehen dementsprechend auch erst spät schlafen
  • Gute Arbeitszeiten für Eulen: Spätschichten oder flexible Büroarbeitzeiten, etwa 11h – 20h, 15h – 24h

Teste dich selbst! Die meisten Menschen sind weder Lerche noch Eule

Es ist selten, dass jemand am extremen Ende der Lerchen-Eulen Skala liegt, die meisten Menschen bewegen sich irgendwo dazwischen. Am einfachsten kannst du dich so testen:

  1. Wenn du deinen Wecker nicht stellst, wann wirst du wach? Zwischen 6h – 7h Uhr wärest du schon eine deutliche Lerche, ab 11h Uhr eine deutliche Eule
  2. Wie schnell nach dem Wachwerden bist du fit? Je länger du brauchst, um “in die Gänge zu kommen”, desto eher tendierst du zur Eule
  3. Brauchst du mehrere Wecker, um morgens aufzustehen? Auch das wäre ein deutliches Anzeichen für eine Eule
  4. Wann hast du dein Tageshoch? Wann dein Tagestief? Wenn du dich morgens am besten konzentrieren kannst und auf der Arbeit am produktivsten bist, tendierst du zur Lerche. Als Eule kannst du am Nachmittag besser arbeiten
  5. Wann gehst du unter der Woche ins Bett? Bereits zwischen 21h – 22h? Dann bist du eher eine Lerche. Wenn du selbst zu Arbeitszeiten bis Mitternacht wach bleibst, bist du ein Abendmensch
  6. Bleibst du am Wochenende deutlich länger wach und stehst auch deutlich später auf? Abendmenschen tendieren dazu, sich am Wochenende zurückzuholen, was sie während der Arbeitszeit vermissen: Ihren eigenen Rhythmus. Morgensmenschen hingegen stehen auch am Wochende problemlos früh auf

Wahrscheinlich wirst du irgendwo zwischen den extremen Lerchen und Eulen liegen, jedoch solltest du versuchen, dich so gut es geht deinem natürlichen Rhytmus anzupassen.

Sind Morgentypen die besseren Menschen?

Häufig liest man Tipps wie: Steh bei Sonnenaufgang auf, dann bist du am produktivsten. Oder: Wer früh am Morgen Sport oder Yoga macht, ist den ganzen Tag über fitter. Das hat durchaus seine Berechtigung, denn wer zeitig seinen Kreislauf in Schwung bringt, kann mehr Energie aktivieren und wird produktiver. Frühes Aufstehen bedeutet außerdem mehr Zeit in der Sonnenzeit des Tages.

Morgenmenschen empfinden wir als fleißig, Langschläfer hingegen meist als faul. Dass dieses Bild veraltet ist, liegt eigentlich auf der Hand. Ja, als unsere Vorfahren ihre Äcker bestellen mussten, konnte man natürlich nicht bis 12h mittags schlafen. Heute ist das anders, in vielen Jobs wäre es theoretisch egal, um wieviel Uhr man die Arbeit erledigt.

Eulen haben es in unserer Arbeitswelt meistens schwieriger, denn obgleich ihr Biorhythmus darauf ausgelegt ist, später aktiv zu werden, müssen sie häufig bereits zu frühen Stunden auf der Arbeit erscheinen. Das führt zu Unausgeschlafenheit, Tagesmüdigkeit und Unkonzentriertheit und trägt dazu bei, dass Eulen manchmal als fauler empfunden werden, als Frühaufsteher.

Unser Schlafrhythmus bestimmt nicht, wieviel wir schlafen

Dabei schlafen Eulen meist gar nicht mehr als die Lerchen – nur zu anderen Uhrzeiten. Die normale Schlafdauer eines Erwachsenen liegt zwischen sechs bis acht Stunden, egal ob von 22 – 6 Uhr oder von 1 Uhr bis 9 Uhr. Es dürfte also eigentlich nicht “Frühaufsteher versus Langschläfer” heißen, sondern “Frühaufsteher versus Spätaufsteher”.

Wichtig ist vor allem die Qualität des Schlafes und diese hat bei Abendmenschen häufig zu leiden. Denn wenn wir entgegen unseres natürlichen Schlafrhythmus aufstehen, kann der Körper sich nicht richtig erholen.

Die einzelnen Schlafphasen kommen durcheinander, unter Umständen klingelt der Wecker mitten in einer Tiefschlafphase, was über den Tag hinaus massive Müdigkeit zur Folge hat. Das können Frühaufsteher oft nicht nachvollziehen, denn wenn ihr Wecker klingelt, sind sie meist sofort putzmunter.

Tipps für Abendmenschen und Eulen

  • Du solltest dir unbedingt einen Job suchen, der sich so gut es geht deinem natürlichen Rhythmus anpasst, nicht andersherum
  • Eine regelmäßige Schlafenszeit ist besonders wichtig für einen gesunden Schlaf. Versuche deshalb, auch am Wochenende nicht zu lang aufzubleiben, auch wenn du es gerne würdest
  • Wenn möglich verteile deine Arbeitsaufgaben so, dass du am Nachmittag die wichtigsten Aufgaben erledigst, für die du viel Konzentration brauchst
  • Auch wenn es verlockend ist: Dauerhafte Nachtschichten sind auch für Eulen nicht geeignet, denn ganz kann unser Körper sich vom Sonnenzyklus doch nicht lösen. So wird beispielsweise das Schlafhormon Melatonin vorwiegend dann gebildet, wenn es dunkel ist

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