Der Weg zum Glück: Bist du glücklich?

Miss Peppermint macht sich auf die Suche nach Glück. Was ist das überhaupt? Ist sie glücklich, sind ihre Freunde glücklich? In ihrem Blog erfahren wir es.
von Stefanie Heinrich
Wo ist das Glück?Foto: 05-24-08 @ Bart Coenders

evidero-Bloggerin Miss Peppermint macht sich so ihre Gedanken: Ist sie eigentlich glücklich? Sind ihre Freunde glücklich? Und was ist Glück überhaupt? Um das herauszufinden, macht sie sich auf die Suche.

Es ist Freitagnachmittag und ich sitze gut gelaunt in meinem Lieblingscafé. Ich habe auch allen Grund dazu. Freitags arbeite ich nur vier Stunden. Außerdem habe ich eine riesige Tasse Milchkaffee mit Karamellaroma in der Hand und mir gegenüber sitzt mein bester Freund.

Über den Rand meiner Tasse schaue ich ihn mit großen Augen an, während er von den Plänen für das neue Jahr erzählt. Neue Wohnung. Schon ein paar angeschaut aber eben nichts Gutes dabei gewesen. Ja, mit Terrasse. Aber so durch das ganze Haus laufen? Nein, das ist nichts. Lieber mit Balkon. Die Freundin zieht mit ein.

Also mindestens die Größe der aktuellen Wohnung sollte es sein. Muss ja ausreichend Platz für beide da sein. Und im Sommer dann in den Urlaub. Dieses Jahr aber fliegen. Irgendwo hin, wo es warm ist. Städtetouren schön und gut, aber ohne Strand geht gar nichts. Und dann ein neues Auto. Schon in ein paar Wochen. Etwas sportlicher soll es sein.

Brauchen wir immer mehr, um glücklich zu sein?

Ich kenne Malte und seine Ansprüche jetzt seit vier Jahren. Und während ich schweigend dasitze und seinem Vorhaben lausche, überlege ich, wie ich die Dinge sehe. Meine Wohnung habe ich seit drei Jahren und sie ist bestenfalls halb so große wie die von Malte. Erst zog eine Katze, dann mein Freund ein. Dann noch ein Kater und noch einer. Von ausreichend Platz kann bei uns niemand sprechen. Und für eine Terrasse, die in den Garten führt, würden hier Mensch und Tier so einiges geben.

Ich für meinen Teil, würde mir eine Katze auf den Bauch, eine auf den Rücken binden und eine mit beiden Armen — weit von den anderen weggestreckt— durch eine Staubsauger Darbietung tragen, wenn es nur bedeutet, dass die Tiere endlich mal an einem Baum und nicht an der Wand kratzen. Und in den Urlaub fahren wir nicht. Ich habe den Nordseestrand das letzte Mal vor sieben Jahren gesehen. Wir haben auf dem Bauernhof so viele Tiere zu versorgen. Wer macht das, wenn wir uns zwei Wochen Auszeit gönnen? Und an mein Auto möchte ich gar nicht erst denken.

Malte hört auf zu erzählen und schaut mich an. „Und was ist mit dir? Bist du glücklich so wie es ist?“ Glücklich? Na ja, auf jeden Fall bin ich nicht unglücklich, denke ich. Ich zucke mit den Schultern und gebe zurück, dass es auf der Arbeit gut läuft.

Auf dem Nachhauseweg denke ich über Maltes Frage nach, ob ich glücklich bin. Keine Ahnung. Es ist alles wie immer. Normal eben. Auf jeden Fall bin ich nicht unglücklich. Meine Beziehung ist intakt. Ich habe meinen Traumjob und sehe meine Freunde regelmäßig. Ich lebe umringt von Tieren und im Sommer wollen wir auf den Bauernhof ziehen. Wenn es richtig gut läuft, wird sogar noch dieses Jahr geheiratet. Scheiße sieht anders aus. Aber bin ich glücklich?

Was ist Glück überhaupt?

Dazu muss ich wohl erst einmal wissen, was Glück überhaupt ist. Der Duden sagt, Glück ist eine angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat. Das klingt ziemlich materiell. Würde aber erklären, warum Malte nur erzählt hat, was alles noch gekauft werden soll.

Aber ist ein neues Auto wirklich Glück? Ich setze mich an den Computer und schreibe eine Email, in der ich meine Freunde frage, ob sie glücklich sind, was sie glücklich macht und was überhaupt Glück für sie ist. In den nächsten Tagen erhalte ich Mails mit den unterschiedlichsten Antworten. Vollkommende Gesundheit, eine liebevolle Familie und eine erfüllende Arbeit — das ist Glück.

Freunde und ein Partner, der einen versteht. Niemanden vermissen müssen. Die eigenen Haustiere. Ein neues Paar Schuhe. Ein gelungenes Fotoshooting. Zeit für sich selber nehmen. Etwas, das man schon lange vor sich herschiebt, endlich erledigt zu haben. Spontane Ideen umsetzen. Ein neues Auto. Viel Geld.

Am besten gefiel mir die Erkenntnis einer Bloggerfreundin, dass man das eigene Glück nicht an anderen festmachen kann.

Langsam nimmt das Glück Gestalt an. Ich mache mich also auf den Weg, das Glück aufzuspüren!

Stefanie Heinrich ist 26, Heilerziehungspflegerin und bloggt als Miss Peppermint über das Leben und das Glücklichsein. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit ihrem Freund auf dem gemeinsamen Bauernhof, fährt mit dem Rad durchs Grüne und liebt das Leben auf dem Land im Allgemeinen...

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