Gesunde Pilze: Pilze sind weder Pflanze noch Tier

Pilze sind vielleicht die mysteriösesten Lebewesen, denen wir im Alltag begegnen. Sie sind eine ganz eigene Spezies und von Speisepilz bis Schimmelpilz auch insich völlig unterschiedlich.
Domy Dolle
von Romy Dollé
Pilze sind unheimlich, aber lecker© Pixaby

Pilze sind unheimlich. Wir erleben kulinarische Höhenflüge mit Trüffel, Steinpilz, Morchel und Blauschimmelkäse. Gewisse Sorten können uns schwer krank machen oder sogar tödlich sein.

Wir wissen nicht so genau, was ein Pilz ist. Er ist weder Pflanze noch Tier. Pilze gedeihen auf eher feuchtem Grund. Sie bleiben ein Leben lang am selben Ort. So betrachtet vermuten wir eher eine Pflanze.

Pilze haben Ähnlichkeit zu Pflanzen und Tieren

Doch Pilze stehen den Tieren näher als den Pflanzen, sagt Professor Reinhard Agerer von der Ludwig-Maximilian-Universität München. Er begründet dies mit genetischen Faktoren und dem Stoffwechsel der Pilze.

Pilze benötigen für ihren Stoffwechsel organische Nährstoffe, die von anderen Lebewesen gebildet werden. Sie können nicht wie Pflanzen ihre Lebensenergie aus Sonnenlicht via Photosynthese gewinnen. Daher sind mehr Tier als Pflanze.

Von Tieren unterscheiden sich Pilze etwa auf der Zellebene. Sie haben Zellwände und -organellen wie Pflanzen.

Mehr interessante Informationen über die echten und unechten Pilze, ein- und mehrzelligen Pilze, im Artikel „Warum Pilze weder Pflanzen noch Tiere sind“.

Pilze als Heilpflanzen

“Esst Pilze und ihr lebt länger!”, sagt Prof. Jan Lelley, Professor für Pilzkunde an der Universität Bonn. Pilze bereichern nicht nur den Speiseplan, sie haben auch erstaunliche Heilwirkungen bei unterschiedlichen Krankheiten.

Die Mykotherapie (analog der Phythotherapie) wird die Pilzheilkunde genannt. Die stärkste Heilwirkung haben die zähen ungenießbaren Pilzsorten. Sie müssen getrocknet und zu Pulver zerrieben werden, damit sie eingenommen werden können.

Heilende Wirkung haben auch viele Speisepilze wie Champignon, Austernseitling oder Shiitake. Sie zählen nicht umsonst zu den begehrtesten Speisepilzen überhaupt zählen.

Warum sind Pilze gesund?

Unabhängig von der Heilkraft empfehlen Experten den Verzehr von Steinpilz, Pfifferling, Maronen, Birkenpilz und Speisetäubling, Stockschwamm, Perlpilz und Butterpilz. Diese Pilzsorten sind sehr kalorienarm.

Interessant ist die Kohlenhydrat-Art, die Pilz enthalten. Anders als Pflanzen handelt es sich nicht um Stärke sondern um Mannit. Eine besonders für Diabetiker geeignete Zuckerart.

Die Ballaststoffe in den Pilzen regulieren die Verdauung. Sie liefern wertvolle Mineralstoffe und Vitamine.

Der Austernseitling hat starke cholesterinsenkende Wirkung. In Japan wird der Extrakt erfolgreich gegen verschiedene Tumorarten angewendet.

Champignons enthalten den Wirkstoff Tyrosinase. Dieser hat eine blutdrucksenkende Wirkung. Chinesische Heiler empfehlen Müttern, oft Champignons zu essen, um die Milchproduktion anzuregen.

Der Riesenbovist wird 20 bis 50 Zentimeter im Durchmesser. Er wiegt bis zu 20 Kilogramm. Jung und weiß gilt er als ergiebiger Speisepilz. Die Inhaltsstoffen wirken vorteilhaft gegen Blutarmut, chronische Entzündungen der Verdauungsorgane und bei Blasenentzündung.

Zusammensetzung und Inhaltsstoffe von Pilzen

Pilze sind proteinreich, haben wenig Fett und Kohlenhydrate. Champignons zum Beispiel bestehen aus 73% Protein, 16% Kohlenhydraten und 11% Fett. Sie sind eine idealer Proteinlieferant für Vegetarier und Veganer.

Die meisten essbaren Pilze sind reich an Vitamin C, Vitamin D, Vitamin B6, Folate (Folsäure?), Eisen, Zink, Mangan, Selenium, Kalium, Phosphor, Riboflavin, Thiamin, Kupfer und Niacin. Sie enthalten viele Ballaststoffe und machen zusammen mit dem hohen Proteinanteil nachhaltig satt.

Verwendung von Pilzen – Frische Pilze erkennen

  • Essbare (nicht giftige) Pilze können meistens roh oder gekocht gegessen werden, es gibt aber auch Ausnahmen wie den Hallimasch, der gegart werden muss
  • Essbare Pilze vor dem Reinigen prüfen, ob feuchte Stellen vorhanden sind. Feuchte Stellen sind ein Zeichen von Fäulnis und müssen großzügig weggeschnitten werden.
  • Der Stamm der Pilze sollte fest und nicht ausgetrocknet sein. Stilansatz wegschneiden.
  • Bei einem frischen Pilz sind die Lamellen unten am Hut eng aneinander anliegend. Pilze mit Lamellen, die anfangen sich zu öffnen und ausbreiten, sind nicht mehr frisch.
  • Pilze mit einem Pinsel reinigen und Stilansatz wegschneiden. Pilze können auch unter fließendem Wasser gewaschen werden, wenn sie nachher sofort gegessen oder gekocht werdem.
  • Gewaschene Pilze fangen schnell an zu faulen. Pilze trocken lagern in einem Papiersack. Erst kurz vor dem Essen reinigen.
Domy Dolle
Expertin: Romy Dollé
Romy Dollé ist zertifizierte Primal Blueprint Expertin und Buchautorin mehrerer Paleo Lebensstil Bücher. Seit 2007 lebt sie einen Paleo/Primal Lebensstil und konnte so ihre Gesundheit signifikant verbessern und ästethische Körperziele erreichen...
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