Histamin Intoleranz: Schon einmal etwas von einer Rotwein-Intoleranz gehört?

Lactose, Fructose, Gluten ... alles keine Unbekannten, doch was ist eigentlich eine Histaminunverträglichkeit? Wir erklären, wie du diese Erkrankung erkennst und auf welche Lebensmittel du ab sofort achten solltest.
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von evidero Redaktion
Bei Histamin Intoleranz verträgt man keinen Rotwein und Käse© sarsmis - Fotolia.com

Eine Unverträglichkeit, die nicht nur Magen-Darm-Beschwerden auslöst, sondern auch Rötungen, eine laufende Nase oder sogar Migräne? Die Rede ist von der Histamin-Intoleranz, die neben den alten Bekannten wie der Glutenunverträglichkeit eher ein unscheinbares Dasein fristet. Ihre Symptome können unglaublich vielfältig sein, weswegen eine Diagnose häufig langwierig ist. Hier erfährst du alle Basics über die Histamin-Intoleranz.

Das Wort Histamin hat vermutlich jeder schon einmal gehört, doch was sich wirklich dahinter versteckt, wissen die wenigstens. Während sich der “Hype” um die Lactose– und Glutenunverträglichkeit in den letzten Jahren entwickelt hat, ist die Histamin-Unverträglichkeit eher in den Hintergrund gerückt.

Wer schon einmal etwas von der Unverträglichkeit gehört hat, verbindet sie häufig mit Rotwein und Käse, denn dies sind klassische Lebensmittel, die ein Betroffener nicht ohne Beschwerden genießen kann. Es handelt sich dabei um Lebensmittel, die während ihrer Herstellung einen Reifungsprozess durchlaufen mussten.

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Was genau ist eigentlich Histamin?

Histamin gehört zu den biogenen Aminen. Das sind Stoffe, die bei der Reifung von Lebensmitteln entstehen, aber auch selbst im Körper vorkommen. Sie haben Einfluss auf verschiedene Funktionen im Körper, wie zum Beispiel den Blutdruck oder die Produktion von Magensaft.

Was genau bei einer Histamin-Intoleranz im Körper passiert – darüber streiten sich heute noch die Forscher und Mediziner. Für den Abbau des Histamins benötigt der Körper das Enzym Diamonioxidase. Betroffene können das aufgenommene Histamin vermutlich nicht schnell genug abbauen, manche Forscher gehen auch davon aus, dass Betroffene nicht genügend von dem Enzym besitzen. Jedenfalls gerät der Histamin-Gehalt aus dem Gleichgewicht, wodurch sehr vielfältige und schwer zu deutenden Symptome entstehen können.

Eine Histamin-Intoleranz kommt ziemlich selten vor und entwickelt sich meistens erst im Laufe des Lebens. Besonders häufig betroffen sind Frauen über 40. In nur sehr wenigen Fällen ist eine Histamin-Intoleranz angeboren, also genetisch bedingt.

Welche Symptome verursacht eine Histamin-Intoleranz?

Eine Histamin-Intoleranz kann sehr vielfältige und vor allem allgemeine Symptome zur Folge haben. Gerade das macht eine Diagnose deswegen häufig sehr schwer.

Zu den Symptomen einer Histamin-Intoleranz können zählen:

  1. Kopfschmerzen
  2. laufende Nase
  3. Hautrötungen
  4. Pusteln/Quaddeln
  5. Schwindel durch sinkenden Blutdruck
  6. Blähungen
  7. Völlegefühl
  8. Durchfall
  9. Herzrasen
  10. geschwollene/juckende Augen

Die Diagnose geht häufig über das Ausschlussverfahren

Die Diagnose zu einer Histamin-Intoleranz ist gar nicht so einfach. Sie verläuft meistens in drei Phasen, doch zuvor wird auch versucht andere Krankheiten auszuschließen, gerade weil die Symptome so allgemein sein können.

  • In der ersten Phase wird dem Betroffenen ein neuer Ernährungsplan erstellt, in dem auf alle histaminhaltigen Lebensmittel verzichtet werden sollte. Der Patient sollte in dieser Test-Phase mindestens vier bis sechs Wochen ein Symptom-Tagebuch schreiben. Das hilft sowohl einem selbst, aber auch dem dabei Arzt die Krankheit besser einzuschätzen. Werden die Krankheitserscheinungen in dieser Zeit nicht besser, kann eine Histamin-Intoleranz ausgeschlossen werden. Lassen die Symptome nach, geht es weiter mit Phase 2.
  • In der Phase 2 werden nun nach und nach wieder histaminhaltige Lebensmittel eingeführt. Es sollte sich langsam wieder an die Lebensmittel herangetastet werden. So können Grenzen ausgetestet werden. Der Histamin-Gehalt der Lebensmittel kann stark variieren und jeder Körper nimmt das Histamin anders auf.
  • Nach den beiden Test-Phasen kann nun mit Hilfe eines Arztes oder Ernährungsberaters ein Ernährungsplan aufgestellt werden. Durch die vorherigen Tests kann festgelegt werden, ob manche histaminhaltigen Lebensmittel noch in Maßen verzehrt werden können.

Du möchtest mehr über Intoleranzen erfahren? Hier kannst du zum Beispiel alles über die Gluten-Unverträglichkeit nachlesen

Liste der Lebensmittel, auf die man bei einer Histamin-Intoleranz verzichten sollte

Wie bereits oben erklärt, kommt Histamin besonders bei Lebensmitteln vor, die bei ihrer Herstellung einen Reifungsprozess durchlaufen.

Folgende Lebensmittel enthalten Histamin in unterschiedlichen Stärken:

  • stark gereifter Käse
  • Rotwein (Weißwein ist verträglicher)
  • Tomaten (auch Saucen, Suppe etc.)
  • gepökeltes Fleisch
  • geräuchertes Fleisch und Fisch
  • Wurst, besonders Salami
  • überreife Bananen, Erdbeeren, Zitrusfrüchte
  • Sauerkraut
  • Auberginen
  • Spinat

Betroffene sollten generell besonders frisch einkaufen und essen, sodass gar nicht erst Histamin entstehen kann.

Auch sehr viele Medikamente können die Produktion des Enzyms Diamonioxidase, das für den Abbau von Histamin verantwortlich ist, hemmen. Falls du Symptome einer Histamin-Intoleranz bei dir feststellst, solltest du dich deswegen informieren, ob eventuell deine Medikamente etwas damit zu tun haben könnten.

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