Schädliche Umweltgifte vermeiden: 5 Dinge, die uns und unsere Umwelt vergiften

Wenn es um Umweltschutz geht, dann reden viele von der Klimaerwärmung und dem CO2 Ausstoß, von Autos oder Fabriken. Aber es gibt noch viel mehr Umweltgifte, die wir Tag für Tag dem Ökosystem zuführen und die leicht zu vermeiden wären.
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von evidero Redaktion
Gegen Umweltverschmutzung vorgehen© parabolstudio - Fotolia.com

Nicht nur tatsächlicher Giftmüll ist Gift für die Umwelt und davon gibt es schon mehr als genug. Nein, auch viele Produkte des Alltags bergen Giftstoffe in sich und belasten die Umwelt auf die Dauer. Oft sogar, ohne dass es uns wirklich bewusst ist, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Wir zeigen euch einige dieser vermeidbaren Umweltverschmutzer und bieten euch Lösungsvorschläge für ein umweltbewussteres Leben.

1. Chemische Reinigungsmittel enthalten Umweltgifte

Putzen ist so alltäglich, dass sich kaum jemand Gedanken macht, mit was wir Wohnung, Auto und Kleidung eingentlich reinigen. Die Werbung zeigt uns, dass die Mittel immer effektiver werden, mehr Bakterien entfernen und alles nahezu klinisch sauber machen – und das funktioniert natürlich nur durch Chemie. Viel davon.

Nicht umsonst sind auf vielen Putzmitteln Warnungen zu lesen, dass sie nicht mit der Haut und schon gar nicht mit den Augen in Kontakt kommen dürfen. Alleine dies sollte uns schon skeptisch machen. Denn wenn wir diese Mittel benutzen, gelangen sie früher oder später in unser Grundwasser. Und das ist problematisch, weil nicht alle Stoffe immer abgebaut oder ausgefiltert werden können.

Hinzu kommt noch, dass es für den menschlichen Organismus nicht einmal förderlich ist, sämtliche Viren und Bakterien in seiner Umgebung abzutöten, denn unser Immunsystem braucht immer “etwas zu tun”, um zu lernen und uns gegen Angriffe schützen zu können.

Die richtige Lösung ist es, auf ökologische Putzmittel umzusteigen oder direkt einfache Hausmittel wie Zitronensaft oder Backpulver zu benutzen. Was früher gut funktioniert hat, kann auch heute unsere Wohnung noch reinlich halten.

2. Plastik ist ein unterschätzter Umweltverschmutzer

Keine Frage, Plastik ist eine enorm praktische Erfindung. Es ist leicht, widerstandsfähig und mittlerweile so gut wie überall vorhanden. Doch genau da liegt auch das Problem der Kunststoffe, denn sie sind ökologisch nicht abbaubar. Natürlich gibt es die Möglichkeit, über den Grünen Punkt Plastik zu recyceln, doch wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Nicht alle Kunststoffe werden tatsächlich recycelt, ein Großteil von ihnen landet stattdessen über Umwege im Meer. Und das hat katastrophale Folgen.

Die WWF informiert darüber, dass ganze drei Viertel des Meeresmülls aus Plastik bestehen, im Nordpazifik gebe es bereits einen Müllstrudel so groß wie Zentraleuropa. Diese Ausmaße sollte man sich definitiv vor Augen führen, wenn man Plastiktüten, Kaffee in Plastikkapseln oder Teebeutel, die einzeln in Plastik verpackt sind, kauft.

Das Problem: Zwar verrottet Plastik nicht, es kann mit der Zeit jedoch zu winzigen Partikeln zerkleinert werden. Es wird von Meerestieren gefressen, auch von Fischen, und schadet nicht nur den Tieren, die teilweise elendig daran zugrunde gehen, sondern auch uns. Denn wenn wir Meerestiere essen, gelangen die winzigen Partikel auch in unseren Körper.

Nun mag man denken: Es ist ja nur Plastik, das wird einfach wieder ausgeschieden. Dieser Gedankengang ist falsch, denn da Plastik ein Kunstprodukt sind, sind viele Stoffe darin enthalten, die in Mensch und Tier nichts zu suchen haben – und auch nicht im Meer. Etwa Weichmacher oder Flammenschutzmittel. Welchen Einfluss diese auf den menschlichen Körper haben ist noch nicht ausreichend erforscht – aber gut kann er nicht sein.

3. Strahlung aller Art – Radioaktiv, vom Handy oder der Mikrowelle

Dass atomare Strahlung Mensch und Umwelt schadet, muss man niemandem erzählen. Doch es werden auch immer wieder Stimmen laut, die vom sogenannten “Elektrosmog” sprechen. Während die einen sich gegen die immer intensivere Strahlung in unserer Umgebung abschirmen wollen, belächeln andere den Elektrosmog als Verschwörungstheorie oder schlichte Übertreibung.

Auch die Studien in diesem Wissenschaftsfeld lassen einiges zu wünschen übrig. Immerhin verändert sich die Menge der Strahlung, der wir ausgesetzt werden, so schnell und häufig, dass man kaum hinterherkommt. Wer hat heutzutage kein Smartphone am Ohr oder in der Hosentasche? Vor 20 Jahren war das noch undenkbar, heute können wir Strahlung nicht mehr ausweichen, Langzeitstudien sind vonnöten.

Immerhin: Die WHO stufte Mobilfunkstrahlung als “möglicherweise krebserregend” ein und das schon 2011. Andere Studien beweisen auch, dass die Strahlung unserer Haushaltsgeräte den Orientierungssinn der Zugvögel stören kann, denn dieser beruht auf den Magnetbahnen der Erde. Zu glauben, sämtliche Strahlung habe keinerlei Auswirkungen. ist sicher naiv. Ob es wirklich sinnvoll ist, Tag für Tag in Schutzkleidung herumzulaufen ist noch einmal ein anderes Thema.

4. Pflanzenschutzmittel und Insektizide gefährden das gesamte Ökosystem

Monokulturen, Züchtung und Genmanipulation – der Mensch greift immer wieder in das Ökosystem ein, um es zu seinen vermeintlichen Gunsten zu verändern. Allerdings führt genau das dazu, dass die Pflanzen, die wir anbauen, immer anfälliger für Fressfeinde und Schädlinge werden, die wir wiederum mit Giften bekämpfen. Oder, dass die Böden so ausgelaugt sind, dass man mit künstlichem Dünger nachhelfen muss.

Diese Schadstoffe befinden sich nicht nur auf den Pflanzen, sondern gelangen in den Boden, damit auch in die Pflanzen, in Tier und Mensch, in den gesamten Umweltkreislauf. Natürlich werden “immer” nur zugelassene Mengen verwendet, dennoch kann niemand annehmen, dass ein solch massiver Eingriff in die Natur auf Dauer ohne Folgen bleiben könnte.

Ein erstes und vor allem auch dramatisches Beispiel, das wir gut verfolgen können, ist das Massensterben der Bienen. Zwar behauptet die Industrie natürlich, dass Pflanzenschutzmittel damit nichts zu tun hätten. Aber wie glaubwürdig ist die Versicherung eines Produzenten, der viel Geld damit verdient, das Gift zu produzieren? Ein Aussterben der Bienen und anderer Bestäuber hätte katastrophale Auswirkungen auf unsere Nahrungsmittelversorgung.

Und auch die direkten Auswirkungen auf den menschlichen Körper dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Die gesamte Menge, die wir an Pflanzenschutzmitteln tatsächlich in uns aufnehmen, kann kaum mehr jemand nachvollziehen. Studien zeigen aber, dass Menschen, die sich längere Zeit von Biolebensmitteln ernähren, deutlich weniger Schadstoffe im Blut aufweisen. Bio lohnt sich wirklich!

5. Naturkosmetik nutzen und Chemikalien in Kosmetik vermeiden

Während viele Menschen immer mehr darauf bedacht sind, keine Umweltgifte in Form von Pestiziden zu sich zu nehmen und häufiger Bioprodukte kaufen, denken die meisten nicht daran, dass wir auch durch Kosmetikprodukte dem Körper synthetische Stoffe zuführen, deren Auswirkungen wir noch nicht zu Genüge kennen.

Natürlich gilt bei Kosmetik genau wie bei Lebensmitteln eine Kontrolle, dass nur zugelassene Stoffe verwendet werden dürfen. So sind die Mengen innerhalb eines Kosmetikproduktes aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich nicht schädlich. Niemand kann jedoch überprüfen, wie viel wir insgesamt davon tatsächlich benutzen.

Paraffine oder Silikone in Cremes oder Shampoos können nicht nur den Menschen direkt beeinflussen, sondern auch wie andere Chemikalien ins Grundwasser gelangen. Sie sind nicht abbaubar und werden so dem Ökosystem zugeführt. Was dies auf Dauer für Auswirkungen haben wird, kann ebenfalls niemand so genau abschätzen.

Hier kann die Alternative lauten, auf Naturkosmetik oder Biokosmetik umzusteigen. Dort werden natürliche Zutaten verwendet, die die Umwelt nicht belasten und auch dem menschlichen Körper nicht schaden. Einzig problematisch: die geringere Haltbarkeit. Einen riesigen Vorrat kann man sich also nicht anlegen – nötig ist der aber eh nicht.

Quellen:

http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/

http://www.faz.net/aktuell/wissen/verblueffende-studie-zerstoererischer-elektrosmog-12927883.html

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