Grundlos lachen: Wieso wir häufiger lachen sollten

Lachen sollte ein fester Bestandteil jedes Tages sein! Warum? Weil es gesund für Körper und Seele ist. Hier gibt es Übungen, mit denen du häufiger lachen kannst.
Eva Maria Pollmeier
von Eva Maria Pollmeier
Lachen in der Gruppe tut gut© Rawpixel.com - Fotolia.com

Hast du heute schon herzhaft gelacht? Erwachsene tun es durchschnittlich 15x pro Tag, Kinder bis zu 400x am Tag. Wie kann es sein, dass wir Erwachsenen weniger lachen als Kinder?

Diese Frage stelle ich oft meinen Kursteilnehmern. Es kommen Antworten wie „Kinder sind unbeschwerter“ und „wir Erwachsenen haben Sorgen, denken zuviel über alles nach“.

Erwachsene haben also scheinbar weniger Grund zum Lachen. Das Leben ist für viele von uns ernst und mit dieser Einstellung bewegen sich die meisten durch den Alltag. Wenn wir lachen, dann meistens über Sketche, Witze, Situationskomik. Und das maximal ein paar Minuten lang.

Beim Lachyoga lacht man ohne Grund

Kannst du dir vorstellen, eine Stunde oder mehr zu lachen? Und das völlig grundlos? Einfach so? Wie ein Kind, das gerade in eine Pfütze gesprungen ist?

Auf dem grundlosen Lachen basiert das Lachyoga. Die vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria im Jahr 1995 entwickelte Methode besteht aus Atem- und Dehnübungen, pantomimischen Gesten und dem Hoho-Hahaha-Klatschen.

„Fake it, until you make it“, „tu so, als ob“, das bedeutet, wir kommen von einem absichtlichen Lachen in ein echtes Lachen. Das Gehirn schüttet in beiden Fällen Glückshormone aus.

Für meine Kursteilnehmer ist es anfangs ungewohnt, denn der innere Kritiker sagt häufig “ das ist albern, ich komme mir blöd vor“. „Ja”, bekräftige ich, “es ist albern, aber es macht Spaß, holen Sie Ihr inneres Kind hervor und seien Sie ausgelassen.“

Warum ist Lachen gesund?

Nicht umsonst hat Dr. Kataria Lachyoga als „Kindergarten für Erwachsene“ bezeichnet. Lachyoga, auch als „laute Meditation“ bezeichnet, hat zudem viele gesundheitliche Vorteile:

  1. Bessere Laune: Lachyoga kann deine Stimmung innerhalb von Minuten ändern, weil das Gehirn Endorphine ausschüttet. Dadurch wird dein ganzer Tag heiterer und die Grundstimmung verbessert sich.
  2. Lachyoga ist wie ein Herz-Kreislauf-Training, das dem Körper und Gehirn mehr Sauerstoff zuführt. Du fühlst dich energievoller und entspannter.
  3. Lachyoga reduziert Stress und stärkt das Immunsystem.
  4. Lachen ist eine positive Energie, die Menschen schnell miteinander verbindet und zwischenmenschliche Beziehungen verbessert, unabhängig von Religion, Alter oder Herkunft.
  5. In schlechten Zeiten unterstützt dich das Lachyoga darin, eine positive Haltung zu bewahren und mit schwierigen Situationen oder Menschen umzugehen.

Je öfter wir also lachen, desto schneller und leichter können wir auch lachen.

Am besten lacht es sich übrigens in einer Gruppe. Nicht umsonst heißt es “Lachen ist ansteckend”. Mittlerweile gibt es weltweit über 6000 Lachclubs in mehr als 100 Ländern.

Besuche doch mal einen Lachclub in deiner Nähe:

Informationen gibt es unter www.lachclub.info oder für alle Kölner Leser*innen auf meiner Website oder in einem meiner Kurse.

Einmal im Jahr, am ersten Sonntag im Mai findet der Weltlachtag statt. In vielen Städten versammeln sich die Lachfreudigen, um in aller Öffentlichkeit um Punkt 14:00 Uhr gemeinsam mit anderen europäischen Ländern zu lachen. Dieses Jahr findet der Weltlachtag am 7. Mai statt.

Übungen zum Lachen

Und hier noch ein paar Übungen, wenn du alleine bist und lachen willst:

  1. Atme dreimal tief ein und dann wieder aus. Beim ersten Ausatmen atmest du mit einem Lächeln aus. Beim zweiten Ausatmen mit einem lockeren Lachen und beim dritten Ausatmen lachst du richtig und aus vollem Hals.
  2. Hast du einen Bleistift oder Kugelschreiber zur Hand? Dann nimm diesen quer in den Mund, so dass die Mundwinkel angehoben werden. Schaue in den Spiegel und amüsiere dich. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob du so tust als ob oder ob du wirklich lächelst. Dadurch werden Endorphine ausgeschüttet.
  3. Lege deine Hände aufs Herz. Atme ruhig und lächele in dich hinein. Nun öffnest du langsam die Arme und lachst dann immer lauter. Bis du am Ende mit weit geöffneten Armen stehest und schallend lachst. Dann schließe langsam wieder die Arme und das Lachen wird leiser…spüre in dich hinein, wenn die Hände wieder auf deinem Herzen liegen.

Probier’ es aus! Einen heiteren Tag wünsche ich dir!

Eva Maria Pollmeier
Eva Maria Pollmeier arbeitet als Recruiterin in einem DAX Unternehmen und ist Personal Coach; Lachyogalehrerin und Burnoutberaterin...
Buchtipp
Lach mal wieder!