Fotografie Tipps: Die Kamera als Auge – Besondere Reiseerinnerungen schaffen

Mit diesen Tipps und Tricks gelingen dir ganz außergewöhnliche Urlaubsfotos. Mit der Kamera im Gepäck nehmen wir unsere Umgebung beim Reisen oft viel intensiver wahr.
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von evidero Redaktion
Die schönsten Urlaubsfotos machen© standret – Fotolia.com

Wer mit der Kamera verreist, kann durch Schnappschüsse oder eine clever gewählte Perspektive eine ganz besondere Urlaubserinnerung schaffen. Durch das genaue Beobachten der Umgebung auf der Suche nach dem ultimativen Erinnerungsfoto verändert sich auch unser Blick. Vieles wird bewusster und intensiver wahrgenommen oder Dinge fallen ins Auge, die sonst vielleicht übersehen werden.

Bilder als Erinnerung

Wer von einer Reise zurückkehrt, hat heute meistens eine Vielzahl an Bildern mit im Gepäck, um zuhause noch in schönen Erinnerungen schwelgen zu können oder daheimgebliebene Freunde an den Highlights des Trips teilhaben zu lassen. Auf diese Weise kann der Urlaub noch eine Weile länger wirken und wenn mal wieder das Fernweh plagt, können die Fotos als kleines Trostpflaster dienen.

Je expressiver die Bilder dabei sind, umso stärker lösen sie entsprechende Emotionen bei uns aus, so das Ergebnis einer Studie der Universität Leipzig.

Das ein oder andere gelungene Bild landet zudem vielleicht als Desktophintergrund auf unserem Rechner oder wird großformatig ausgedruckt, um hübsch eingerahmt die Zimmerwand zu schmücken. So wird ein Souvenir der ganz besonderen Art geschaffen.

Sehen lernen

Beim Blick durch die Kameralinse wird automatisch auch unser eigener Fokus verändert. Wir konzentrieren uns auf ein Motiv, suchen möglicherweise einen passenden Bildausschnitt oder verändern unseren Standpunkt, um die optimale Perspektive zu finden.

Wenn wir ständig auf der Jagd nach dem ultimativen Erinnerungsfoto sind, kann dies auch unsere Art zu Sehen beeinflussen. Dann achten wir besser auf Details und nehmen unsere Umgebung grundsätzlich bewusster wahr.

Um den Blick noch zu schärfen kann eine einfache Übung zudem helfen: Du kannst dir ein bestimmtes Thema setzen, zu dem du die verschiedensten Motive fotografierst.

  • Linien, Kreise oder Strukturen
  • Licht und Schatten
  • Eine besondere Farbe
  • Ruhe und Bewegung
  • Nah und fern

So oder ähnlich könnte dazu die übergeordnete Aufgabenstellung lauten. Mit der Zeit wirst du plötzlich an allen Ecken und Enden auf passende Vorlagen stoßen.

Inspirieren lassen

Die aktuelle Medienlandschaft hat ebenfalls einen Einfluss darauf, wie heute fotografiert wird. So gut wie jeder hat heute ein Smartphone mit einigermaßen guter Kamera zur Verfügung. Auch kurze Videos lassen sich damit erstellen. Die schnellen Schnappschüsse werden in unendlicher Vielzahl im Internet über die sozialen Kanäle verbreitet.

Tipps für die beste Perspektive Tipps für die beste Perspektive für ein bestimmtes Motiv können auch auf Footoblogs gefunden werden © standret – Fotolia.com

Inspirierende Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten aus aller Welt sind damit nur einen Klick entfernt. Auf den bildlastigen Netzwerken wie Instagram können so auch Anregungen oder interessante Motive für das eigene Urlaubsfoto gesammelt werden.

Wer unter den entsprechenden Hashtags nach den Highlights seines Reiseziels sucht, findet vielleicht die eine oder andere Idee für eine spezielle Perspektive oder bekommt einen besonderen Insider-Tipp.

Viele Fotoblogger haben sich für ihre Seite zudem ein ganz bestimmtes Thema gesucht. Spannende Bewegungsaufnahmen vom Aktivurlaub, außergewöhnliche Panoramaaufnahmen an den verschiedensten Orten der Welt oder epische Sonnenuntergänge am Strand – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der Fokus auf eine spezielle Thematik hilft manchmal auch dabei, schneller Fortschritte zu machen.

Fotografische Fähigkeiten verbessern

Beeindruckende Bilder sind in den seltensten Fällen schnelle Schnappschüsse. In der Regel wurde der passende Ort, Zeitpunkt oder auch die Lichtverhältnisse genau durchdacht, um ein herausragendes Ergebnis zu erzielen. Natürlich hilft es auch, ein ohnehin außergewöhnliches Motiv vor sich zu haben.

Dennoch kann etwas Übung dabei helfen, die Qualität der Fotos nach und nach zu verbessern. Dazu bietet es sich an, ein und dieselbe Szene mehrmals abzulichten, und verschiedene Kriterien dabei zu verändern:

  • Perspektive wechseln: Such dir einen erhöhten Standort oder leg dich zum Knipsen ruhig einmal auf den Boden. Der veränderte Blickwinkel lässt das Motiv gleich ganz anders wirken.
  • Bildausschnitt verändern: Das wichtigste Objekt muss nicht immer in der Bildmitte stehen. Versuche es auch einmal etwas versetzt oder gar angeschnitten.
  • Fokus verändern: Ein Motiv kann sowohl bildfüllend, als auch inmitten seiner natürlichen Umgebung fotografiert werden. Auch dadurch verändert sich die Wirkung des Bildes enorm.
  • Spielen mit der Tiefenschärfe: Ein unscharfer Vorder- oder Hintergrund kann einem Foto einen ganz besonderen Reiz verleihen. Um diesen Effekt zu erzielen, muss die Blende so weit wie möglich geöffnet werden. Dadurch verkürzt sich gleichzeitig auch die Belichtungszeit.
  • Bilddynamik beeinflussen: Ein waagerechter Horizont, etwa bei einer Landschaftsaufnahme, verleiht dem Bild eine gewisse Ruhe. Sind dagegen stürzende Linien vorhanden, wirkt das Foto dynamischer. So kann einem Motiv noch mehr Lebendigkeit hinzugefügt werden.

Das richtige Licht

Licht ist einer der ausschlaggebenden Faktoren für ein gelungenes oder gar außergewöhnliches Foto. Natürlicher Sonnenschein sorgt dabei meist von ganz alleine für gute Ergebnisse. Vor allem die tiefstehende Sonne am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang lässt unsere Umgebung in einem ganz besonderen Licht und schönen Farben erstrahlen. Der frühe Vogel schießt in diesem Fall also die besten Fotos.

Aber auch die blaue Stunde – die kurze Zeit der Dämmerung direkt nach Sonnenuntergang – kann für ausgefallene Aufnahmen genutzt werden. Panoramabilder von einem schönen Landstrich oder auch der Skyline einer Stadt wirken dann besonders schön.

Ist zu wenig Licht vorhanden, kommen einfache Smartphone-Kameras schnell an ihre Grenzen. Aber auch bei einer guten Spiegelreflexkamera sind dann einige Punkte zu beachten. Möglicherweise kann ein Stativ gute Dienste erweisen, auch wenn dabei die Flexibilität etwas auf der Strecke bleibt.

Fotografieren mit Stativ bei Nacht Für Nachtaufnahmen wie hier vom Thailändischen Lichterfest wird die Kamera am besten auf einem Stativ platziert. © krunja – Fotolia.com

Eine höhere ISO-Einstellung an der Kamera erhöht auch die Lichtempfindlichkeit und führt dazu, dass auch noch bei Dämmerung die größtmögliche Bildinformation bei der Aufnahme gespeichert werden kann. Niedrigere ISO-Werte hingegen führen zu einem körnigeren Bild, was jedoch ebenfalls manchmal reizvoll sein kann.

Auch mit dem Lichteinfall oder der Richtung, aus der die Sonne scheint, kann gespielt werden. Bei einem Foto mit Gegenlicht können interessante Blendeneffekte entstehen. Zusätzlich kann auch der Schattenwurf als gestalterisches Element für eine Aufnahme dienen.

Technische Tricks

Wer mag, kann seine Fotoausrüstung auch noch mit ein paar technischen Helfern erweitern. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten sowohl für die einfache Smartphone-Kamera als auch für die Kompakt- oder Spiegelreflexkamera:

  • HDR-App: Bei der HDR-Fotografie (High Dynamic Range) wird ein sogenanntes Hochkontrastbild produziert. Durch die Überlagerung beziehungsweise Kombination von Aufnahmen verschiedener Belichtungen wird ein größerer Dynamikumfang erzeugt und grundsätzlich mehr Bilddetails wiedergegeben.Um diesen Effekt zu simulieren, gibt es verschiedene Apps, die auf Knopfdruck ein HDR-Foto durch künstlich erzeugte über- und unterbelichtete Varianten errechnet. Wer schon einen Schritt weiter ist, kann sich mit dieser Fotografie-Technik auch auf klassische Weise mit einer besseren Digitalkamera auseinandersetzen.
  • Polarisationsfilter: Ein solcher Filter wird einfach auf die Kameralinse aufgesteckt und sorgt für einen kräftig blauen Farbton des Himmels. Je nachdem wie der Filter gedreht wird, können außerdem Spiegelungen auf glatten Oberflächen unterdrückt oder auch hervorgehoben werden.
  • Kameradrohne: Ganz neue Möglichkeiten bezüglich der Perspektive und dem Blickwinkel ergeben sich durch das Fotografieren oder Filmen mit einer Kameradrohne. Dank der technischen Entwicklung sind die Geräte heute relativ leicht zu steuern. Bevor ein entsprechend ausgerüsteter Multicopter jedoch im Urlaub zum Einsatz kommt, sollte der Umgang damit sicher beherrscht werden. Zudem sind zum Teil besondere Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes zu beachten.
  • Actionkamera: Auch eine solche Kamera, beispielsweise für Unterwasseraufnahmen oder speziell zum Filmen von bewegungsintensiven Aktivitäten kann für spektakuläre Bilder sorgen. Am Körper oder einem Sportgerät befestigt, bleiben die Hände frei, um sich ganz auf sein Tun konzentrieren zu können.

Urlaub genießen

Es ist wichtig, bei der ganzen Aufmerksamkeit für das perfekte Bild nicht den eigentlichen Urlaub aus den Augen zu verlieren. Nach einem guten Motiv Ausschau zu halten bedeutet nicht, sich die Umgebung nur noch durch die Kameralinse anzusehen.

Wer sich hingegen Zeit nimmt, den fremden Ort mit all seinen Eigenheiten und interessanten Details zu erleben und wahrzunehmen, trifft automatisch auf die vielversprechendsten Bildmotive.

Meist lohnt es sich, dabei die üblichen Pfade und einstudierten Sehgewohnheiten über Bord zu werfen und seine Umgebung einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Oft muss dafür nicht einmal an besonders exotische Ziele gereist werden. Auch in unserer Heimat lassen sich mit einem aufmerksamen Blick die Schönheiten und Highlights der verschiedenen Regionen entdecken.

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