The Groove Yoga Festival: Ein Fest für Yoga, Musik, Kunst und Freundschaft

Nach Ontario, Berlin, Goa jetzt auch in Köln: The Groove Yoga Festival von Liz Huntly und Roland Jensch.
Roland und Liz
von Liz Huntly und Roland Jensch
Teilnehmer beim Yoga Groove Festival© Hannah Witte

Alles begann in einer frisch renovierten Scheune bei der Familie von Liz Huntly in Kanada. Aus einem eher privaten Yogafest mit Familie und Freunden ist schnell so etwas wie eine “weltweite Bewegung” geworden: Das “Groove” war letzten Sommer in Berlin, im Herbst dann in Goa und kommt jetzt nach Köln, wo die Yogalehrer und Groove-Organisatoren Liz Huntly und Roland Jensch ihre Homebase haben. Die nächsten Stationen sind: Kanada, Kroatien, Goa und Nepal.

Liz und Roland sind Vinyasa Yogalehrer, die hauptsächlich in Köln, aber auch international in Workshops, Retreats und Yogalehrer Ausbildungen unterrichten. Trotz oder gerade wegen so viel Bewegung ist Roland und Liz bei ihren Groove Festivals vor Allem eines wichtig: Die Atmosphäre eines warmherzigen und kreativen Familienfestes zu bewahren, bei dem sich alte und neue Freunde wohl fühlen und miteinander “grooven”.

evidero   Liebe Liz, lieber Roland, ihr organisiert die Yogafestival-Reihe “THE GROOVE Yoga Festival”. Schon der Titel ist außergewöhnlich und auch beim Blick auf die Veranstaltungsorte auf drei verschiedenen Kontinenten schwirrt einem der Kopf. Erzählt doch mal: Was ist da genau los bei “The Groove”?

Roland: Am besten drückt das unser englischer Slogan aus: A celebration of movement, music and community. Unsere Festivals sind ein bunter Mix aus jeder Menge Yoga und Meditation, Talks, verschiedenen Bewegungsformen, Musik, auch Kunst, Begegnungen mit alten und neuen Freunden und natürlich jeder Menge Spaß.

Die einzelnen Festivals unterscheiden sich dabei oft deutlich voneinander. Wir lassen uns jedes Mal neu von den unterschiedlichen Gegebenheiten inspirieren. Von den Leuten, der Landschaft, den Traditionen vor Ort. Unser Ziel ist es, dass alle Beteiligten – die unterschiedlichen Besucher, unser Team, die Lehrer und Künstler gleichermaßen – zusammen ‚grooven’ und eine gute Zeit haben. Von erfahrenen Yogis bis zum blutigen Anfänger, Hippies, Hipstern, hard-core Veganern, Fleischliebhabern und allen anderen dazwischen ist bei uns für jeden Platz.

evidero   Was macht “The Groove” zu einem Yoga Festival?

Roland: Uns geht es auf den Festivals weniger darum, einzelne Superstars zu präsentieren, bei denen man dann verschiedene Workshops belegen kann und sich „fortbildet“. Wir möchten stattdessen ein schönes Gesamterlebnis schaffen. Es geht um die Veranstaltungen insgesamt und nicht bloß einzelne, prominente Namen. Yoga und Künste wie etwa Musik sind für uns Quellen der Inspiration, die uns tief im Herzen berühren können. Darum geht es häufig bunt zu auf den Festivals…

Liz: Uns ist dabei eine persönlichere Atmosphäre wichtig. Wir wollen keine anonyme Massenveranstaltung sein. Auf den einzelnen Festivals versuchen wir, soviel es geht mit unserem Team, mit den Lehrern, Musikern und Künstlern, aber auch den Besuchern in Kontakt zu sein. Diese Stimmung scheint sich zu übertragen und wenn das Eis erst mal gebrochen ist, gehen die Leute tatsächlich mehr auf einander zu.

evidero   Und das Ganze hat auf einer Wiese bei Liz’ Familie in Kanada angefangen?

Liz: So ähnlich, ja. Das erste The Groove Festival hat auf einer ehemaligen Farm in der Nähe der kleineren Stadt Kingston in Ontario stattgefunden, die früher meinen Großeltern gehört hat und auf der heute meine Eltern mit meinem Großvater leben. Wir verbringen auch selbst einen Teil des Sommers dort. Seit meiner Kindheit habe ich viel Zeit dort verbracht. Es hat also einen wirklich persönlichen Bezug. Damals war es eher als kleines, größtenteils privates Event mit Familie und vielen Freunden geplant. Im Mittelpunkt stand die mehr als 200 Jahre alte und liebevoll restaurierte Scheune, in der die allermeisten Klassen und Workshops stattgefunden haben.

Gemeinschaft auf dem Groove Festival© Hanna Witte
Gemeinschaft auf dem Groove Festival

Naja – und nach sehr viel positivem Feedback und Zuspruch haben wir uns entschlossen, damit weiter zu machen. Wir konnten auch gar nicht anders. Noch im selben Jahr haben wir das Festival zum ersten Mal als urban edition, also in urbanem Gewand, in Berlin veranstaltet. Noch ein Jahr später kam uns die Idee zu dem Festival in Goa – der Zusatz Retreat Experience ist dort Programm und es geht deutlich relaxter zu! Wir sind im kommenden September dann zum ersten Mal auf der wunderschönen Insel Hvar in Kroatien und im März 2017 freue ich mich schon ganz besonders auf ein Abenteuer im Himalaya – The Groove goes Nepal! Es geht also weiter.

Roland: Wir haben kein Patentrezept. Wir bieten kein „one size fits all“ Modell an. Daher nutzen wir bewusst ganz unterschiedlichen und ungewöhnlichen Locations, beziehen lokale Lehrer und Künstler ein und richten das Festival entsprechend der Gegebenheiten vor Ort aus. Ich schätze, der gemeinsame rote Faden ist dabei die Tatsache, dass wir bei allen Festivals die Freude an Yoga auf undogmatische Art und Weise in einer kreativen Atmosphäre vermitteln wollen.

evidero   Wie seid ihr auf den Titel “The Groove Yoga Festival” gekommen?

Roland: Das war Liz’ Idee – ein schöner Name dafür, oder?

Liz: Im englischen ist das Wort groove sehr vielseitig. Zum Beispiel wird so eine Kerbe im Holz genannt, die durch wiederholte Benutzung entsteht. Das erste Festival hat rund um eine 200 Jahre alte Scheune stattgefunden. Das Holz dieser Scheune war natürlich voll von solchen Kerben. Die Yogatradition mit all ihren vielfältigen Ausprägungen erscheint uns ähnlich. Eine andere Bedeutung von groove ist Spaß haben. Einfach, aber als Essenz trifft es den Nagel auf den Kopf!

evidero   Groove weckt bei mir Bilder und Gefühle von lässig, entspannt mit dem Leben mitschwingen und genießen… Ist das euer persönliches Thema, eine Art Lebensthema vielleicht?

Roland: Ja. Ein bisschen schon. Wobei natürlich nicht immerzu Friede Freude Eierkuchen herrschen kann. So funktioniert das Leben nun mal nicht. Aber eine Offenheit, um das was da so kommt mit einer gewissen Leichtigkeit zu nehmen, macht das Leben sicherlich viel angenehmer. Mit einer ähnlichen Einstellungen gehen wir auch die Festivals an.

Wir haben nie nach etwas gegriffen und uns dann daran festgehalten. Tatsächlich ist es so, dass die Ideen und Möglichkeiten für eine neues Festival irgendwie immer auf dem Weg liegen. Natürlich investieren wir auch jede Menge Arbeit, aber wir machen nicht unser gesamtes Glück von Erfolg oder Misserfolg einer Veranstaltung abhängig.

evidero   The Groove und Festival – das klingt auch nach Musik, ihr habt das selbst bereits erwähnt. Welche Rolle spielt die Musik bei euren Veranstaltungen?

Gitarre spielen am Strand© Hanna Witte
Gitarre spielen am Strand

Liz: Egal ob ich sogenanntes modernes Yoga praktiziere oder mich auf traditioneller Yogaformen beziehe; in der Essenz geht es um das Herz. Und genau wie Yoga kann Musik, können Klänge und Gesang, unser Herz berühren. Deshalb war Musik in ganz unterschiedlichen Formen von Anfang an ein wichtiges Element. Sowohl in unserer eigenen Praxis und auf den Festivals. So gibt es zum Beispiel verschiedenen Konzerte, Kirtans, DJ-Sets, Yogaklassen mit Live Musik, Klangmeditationen, Soundhealing, Musiker die in Talks auch mal zu Wort kommen und vieles mehr.

evidero   Und was gibt es sonst noch so beim Groove?

Liz: Zum Beispiel die Erkenntnis, dass Yoga nicht nur auf der Matte stattfindet. Und vielleicht einen ordentlichen Muskelkater, viel Freude im Herzen, Vorfreude aufs nächste Mal – die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Wenn alle Beteiligten eine gute Zeit haben und die positiven Erfahrungen vielleicht sogar nachhaltig sind, dann haben wir gute Arbeit geleistet, schätze ich. Wir würde uns freuen, wenn die Veranstaltungen insgesamt einen Anstoß geben zu mehr Miteinander und zu weniger müssen.

evidero   Die nächsten Termine für 2016?

Roland: In diesem Jahr stehen insgesamt vier Festivals an. Los geht’s in wenigen Wochen in Köln. Die URBAN EDITION findet vom 19. – 21. Februar statt. Dann sind wir vom 17. – 19. Juni in Kanada. Dort findet ja das originale Festival statt. Vom 08. – 11. September sind wir auf der wunderschönen Insel Hvar in Kroatien und vom 05. – 10. Dezember geht es wieder nach Goa. Ist hier auch ein kleiner Ausblick auf 2017 erlaubt? Im März geht es nämlich nach Nepal! Wir arbeiten noch an einigen Einzelheiten, werden das aber bald auch offiziell ankündigen.

evidero   Als nächstes groovt es erst einmal hier zu Hause in Köln: Eure Highlights für das Kölner Groove vom 19. bis 21. Februar?

Liz: Puh…schwer zu sagen. Obwohl wir hier momentan leben, ist das unser erstes Festival in Köln. Die Tickets sind so gut wie ausverkauft. Da freuen wir uns natürlich sehr drüber. So gesehen ist die Veranstaltung sicher schon ein Highlight an sich. Wir freuen uns aber beide schon ganz gewaltig darauf, die Eröffnungsklasse am Freitagabend gemeinsam mit DJ Drez zu unterrichten.

evidero   Liz, was bedeutet für dich “Groove” in drei Worten?

Movement, Music & Community

evidero   Roland?

Ich schließe mich Liz an – das ist ja auch unser offizielles Motto.

evidero   Danke euch beiden und viel Spaß auf allen Grooves dieses Jahr!

Die Fragen stellte: Melanie Lotz

Roland und Liz
Liz Huntly und Roland Jensch unterrichten Yoga und fühlen sich in Deutschland und Kanada zuhause. Die Inspiration und Grundlage für ihren anspruchsvollen Unterricht finden sie in der eigenen, intensiven Praxis.

Buchtipp
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