Stressprävention mit autogenem Training

Wie Autogenes Training gegen Stress hilft

Autogenes Training ist eine gute Methode um zu entspannen. Wir stelen sie euch vor.
Autogenes TrainingFoto: Kroener, U. © picture alliance / Arco Images GmbH

Wenn die Alltagshektik zunimmt, brauchen wir Gegenpole. In Teil zwei der evidero-Entspannungsreihe stellen wir eine weitverbreitete Methode vor: das Autogene Training.

Das kennt jeder: Ein Berg von Pflichten und Erwartungen türmt sich auf. Nach jeder Etappe stoppt Geröll den Aufstieg. Der Alltag ist mal wieder gnadenlos. Doch es gibt Techniken, um einen kühlen Kopf zu bewahren und die beruflichen und privaten Herausforderungen mit links zu meistern. Etwa das Autogene Training, kurz: AT.

Ursprünglich einmal nur der Psychotherapie vorbehalten, ist AT längst eine der allgemein gängigsten Stressabbau-Methoden. Autogenes Training  dient der Verbesserung unserer Lebensqualität, der Steigerung unserer Leistungsfähigkeit und vor allem: der Entspannung! Die Yoga-Expertin Nicole Quast nennt es einen „Lockerungsprozess“ und beschreibt, was AT mit stressgeplagten Gemütern macht: „Autogenes Training beeinflusst körperliche, seelische und geistige Gesundheit – steigert Selbstvertrauen, Wohlbefinden und Lebensfreude.” Im Gegensatz zur Progressiven Muskelentspannung erfordert das AT ein wenig mehr Übung, schließlich bedient es sich der Selbsthypnose – und die will gelernt sein: „Sie schlafen nicht und sind auch nicht bewusstlos. Sie sind sich immer noch bewusst. Jedoch ist der alltägliche Verstand zur Ruhe gebracht”, erklärt Quast.

Und so funktioniert das AT in seinen Grundzügen: Sich Zeit nehmen, hinlegen, einzelne Teile des Körpers bewusst ansprechen, ruhen und entspannen. Und dann, so Nicole Quast, werde „in der Grundstufe durch bestimmte Suggestionen – auch als ‚Formeln‘ bezeichnet – eine erste Entspannung eingeleitet. Stufenweise erlernt der Praktizierende eine Reihe von Übungen. Fortgeschrittene können sich innerhalb weniger Augenblicke in eine tiefe Versenkung bringen.” Ist diese Versenkung erst einmal erreicht, können selbst gesteckte Ziele, wie der Abbau von Nervosität, Verspannungen und Ängsten leichter angegangen werden: „Mit Autogenem Training laden Sie Ihre Batterien wieder auf. Stellen Sie sich vor, Sie legen Batterien über Nacht in ein Ladegerät. Die Batterien müssen nichts weiter tun, als still zu liegen und sich aufladen zu lassen.” Die Grundstufe beinhaltet beispielsweise Schwere- und Wärmeübungen, bei denen Suggestionen unterschiedliche Gefühle in den einzelnen Körperteilen auslösen – etwa: „Mein linker Arm ist ganz schwer. Ich bin ruhig und gelassen.”

Gerade die ersten Gehversuche im Autogenen Training brauchen Anleitung. Zahlreiche Videos führen im Internet durch Traumreisen und Übungen und geben erklärende Hilfestellungen. Nicole Quast hat auch noch einen Tipp: „Um Fehlprogrammierungen vorzubeugen, empfehle ich zu Beginn einen Kurs mit einem ausgebildeten Lehrer zu besuchen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach: Autogenes Training ist als Präventionsprogramm zertifiziert.”

Autogenes Training erfordert ein gewisses Maß an Ausdauer und Übung, aber der Einsatz lohnt sich. Beruhigen und entspannen, aber auch Raucherentwöhnung, Blutdruck-Senkung und Schmerzlinderung gehören zur breiten Wirkungs-Palette. evidero hebt beide Daumen und geht auf die Suche nach weiteren Methoden zum Stressabbau …

Daniel Debray
Daniel Debray ist in Bonn groß geworden, aber Kölner aus Überzeugung. Im Sozialarbeits-Studium setzt er sich mit Themen der sozialen Nachhaltigkeit auseinander....

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