Vorteile von Streaming Diensten: 10 Gründe, warum Netflix zu einem bewussten Leben dazu gehört – Das mein ich ernst!

Streaming Dienste wie Netflix oder Spotify erobern das Internet. Das ruft gleichermaßen Empörung und Jubel hervor. Ich gehöre zur jubelnden Kategorie Mensch und ich habe sehr gute Gründe dafür.
Manuela Hartung
von Manuela Hartung
Vorteile von Streaming

Früher. Früher war alles besser. Man hat CDs und DVDs gekauft (oder sogar Schallplatten. Oder VHS. Oder Mini Discs). Man konnte sie sich schön in den Schrank stellen, das war hübsch. Und außerdem ist das Internet doch nur ein Sündenpfuhl für Raubkopien. Und was hat ausgerechnet Netflix mit einem bewussten Leben zu tun? Die zerstören nur unsere DVD Sammlung, klauen den Künstlern ihr Geld und fernsehen soll man sowieso nicht so viel.

Ich weiß, ich weiß. Es wirkt erstmal seltsam. Fernsehen ist nicht unbedingt eine Beschäftigung, die man mit einem bewusst gelebten Leben assoziieren würde. Lesen würde besser passen aber zugegebenermaßen ist Lesen das einzige, wo ich Streaming a la Kindle verabscheue. Lest echte Bücher! Ist viel schöner und sieht außerdem intellektuell aus!

Das Fernsehen hingegen hat schon immer einen leicht negativen Ruf weg, zumindest in intellektuellen Kreisen. Wenn man nicht gerade eine Dokumentation auf Arte sieht (am besten auf Französisch), dann bleibt der Fernseher am besten aus. Ein ganz kleines bisschen sehe ich das auch so. Ich habe seit fünf Jahren keinen Fernsehanschluss mehr. Nur einen Bluray Player für Filmabende mit Freunden. Und Netflix. Für mich.

Nun wollt ihr wahrscheinlich wissen, was ich an Netflix so bewusst finde. Ich habe wirklich gute Gründe. Und ich bekomme kein Geld von Netflix dafür. Versprochen!

GENERATIONENFRAGE Logo

In unserem neuen Blog GENERATIONENFRAGE schreiben die Gen-Y-evideros über Themen, die sie und ihre Generation beschäftigen, ihren Alltag beeinflussen und zu ihrer Art des bewussten Lebens dazugehören. Bald werdet ihr hier eine eigene Landingpage zum Blog finden, auf der wir alle zugehörigen Artikel sammeln.

1. Streamingdienste wie Netflix oder Spotify sorgen für weniger Müll

Haha. Das ist ein Totschlagargument, findet ihr nicht? Habt ihr je darüber nachgedacht, wie viel Müll ihr produziert, wenn ihr Serien, Filme und Musik im Laden kauft?

Das Material für die DVD. Die Hülle. Die Plastikverpackung um die Hülle. Vielleicht sogar noch eine Plastiktüte für den Transport. Umweltschweine!

Ich verschweige jetzt lieber meine riesige DVD Sammlung. Aber durch Netflix ist sie ein bisschen kleiner.

2. Beim Streaming schaut man gezielter

Ich kenne das von allen Menschen, die noch einen Fernsehanschluss besitzen. Einem ist langweilig, man schaltet die Kiste an, zappt herum und bleibt irgendwo hängen, bis einen die Werbung nervt und man weiter zappt. Eventuell nutzt man Werbepausen für einen Gang zum Klo, dem Bettfertigmachen oder dem Lesen eines Buches (das waren früher meine Favoriten). Dabei sieht man dann vor allem: Schrott.

Auch beim Streaming kann es natürlich vorkommen, dass man mal herumstöbert und nachsieht, ob einem etwas zusagt, wenn einem langweilig ist. Mir geht es jedoch so: Wenn ich nichts finde, mache ich wieder aus, anstatt etwas zu sehen, das ich gar nicht sehen will.

Wenn ich jedoch gerade eine Serie habe, die mir gefällt, mache ich mir eine Folge davon an, zum Beispiel zum Runterkommen nach einem stressigen Tag oder wenn meine Augen zu müde sind zum Lesen. Ich schaue aber nicht irgendetwas, nur damit etwas läuft.

3. Keine Werbung beim Streamen

Kostenpflichtiges Streamen hat einen enormen Vorteil: KEINE WERBUNG. Wie ich Werbung hasse. Wenn ich morgens vom Radio geweckt werde und drei Minuten Werbung laufen, gehe ich so weit wie möglich vom Wecker weg (zum Beispiel ins Bad), um davon nichts hören zu müssen.

Als vergangenes Jahr einmal mein Spotify Premium auslief und Werbung kam, habe ich es ganze zwei Werbepausen ausgehalten, bis ich Spotify schlichtweg abonniert habe, damit das nie nie nie wieder passiert. Ganz ehrlich. Gibt es etwas grausameres als Werbung? Damit kann man foltern!

4. Man schaut weniger fernsehen, wenn man streamt

Jaja, außer beim Binge-Watching – es geht doch nichts über einen guten Serien-Marathon. Wenn man aber nicht gerade ein Serien-Junkie ist und die neueste Staffel Walking Dead an einem Wochenende sehen muss, dann hilft gezielteres Serien-Schauen dabei, schlichtweg weniger zu schauen. Weil man eben nicht einfach mal die Glotze anmacht und schaut was läuft, sondern sich gezielt etwas aussucht.

Ich habe – gemeinsam mit meinen Geschwistern – vergangenes Jahr meinen Eltern Netflix zu Weihnachten geschenkt (okay, eigentlich war das Geschenk ein Bluray Player, weil sie kein Smart TV haben und das Erklären, wie ein Netflix Account funktioniert). Sie waren ausgesprochen begeistert.

Und auch wenn meine Mutter es mittlerweile geschafft hat, alle 4 Staffeln von Orphan Black innerhalb von 2 Monaten zu sehen (du bist auf dem richtigen Weg, Mama), hat sie mir bestätigt, dass sie jetzt insgesamt weniger schauen und sie öfter abends den Fernseher ganz auslassen. Warum auch nicht – es läuft ja nicht weg! Das ist dann auch mein nächster Punkt.

5. Beim Streaming kann man gucken, wann und wo man will

Okay, das muss man eigentlich nicht extra betonen, oder? Aber es ist soooo angenehm. Man muss nicht zu einer bestimmten Uhrzeit den Fernseher anmachen oder eine Sendung aufzeichnen, um sie später zu sehen. Man kann einfach an und aus machen wie man lustig ist. An. Aus. An. Aus. Juchu.

Das nutze ich exzessiv. In der Regel sehe ich vier Serien mehr oder weniger parallel, je nachdem, auf was ich gerade Lust habe. Eine Sitcom für schlechte Tage, eine spannende Serie für stressige Tage, eine Beriesel-Serie für müde Tage, eine Doku für fitte Tage. Manchmal stelle ich mitten in einer Folge fest, dass ich doch lieber Harry Potter weiterlesen möchte. Dann mache ich einfach aus. So.

6. Streamen ist gesellig und sozial

Jetzt fahre ich die ganz großen Geschütze auf! Meine Behauptung untermauere ich mit folgenden Argumenten:

  1. Die meisten Streaming Dienste kann man mehr oder weniger teilen. Bei Netflix ist es erlaubt, den Account mit Freunden oder Familie zu teilen, bei Spotify gibt es vergünstigte Accounts für die Familie. Sehr sozial.
  2. Habt ihr euch mal mit Freunden über die neueste Folge von Richterin Barbara Salesch ausgetauscht? Nicht? Komisch! Fernsehen taugt dazu einfach nicht.
  3. Durch legale Streamingdienste gibt es weniger Raubkopien und illegale Downloads. Auch sehr sozial.
  4. Natürlich kann man auch Blurays gemeinsam sehen. Aber denkt doch an den Müll
  5. Gemeinsam schauen ist einfach viel lustiger, spannender, trauriger und schöner. Man kann sich direkt darüber austauschen und kommt so auch auf andere Gesprächsthemen. House of Cards eignet sich super für Diskussionen über Politik.
  6. Netflix & Chill.
  7. Netflix, Pizza & Chill.

7. Streamen bildet

Die meisten Serien kann man bei Streaming-Anbietern auch im Original schauen. Das verbessert nicht nur die Atmosphäre, sondern bei englischsprachigen Serien auch die Englischkenntnisse. Nicht umsonst sprechen Kinder in Ländern, in denen nicht synchronisiert wird, häufig besser Englisch als Kinder hierzulande. Synchronisation ist sinnvoll für Menschen, die weder Englisch sprechen, noch Untertitel mitlesen können. Alles andere ist nur eine Gewohnheitsfrage.

Auch andere Produktionen sind einfach besser im Original. Die Brücke zum Beispiel, eine dänisch schwedische Serie, habe ich auch im Original gesehen. Voice Acting gehört zum Schauspielen dazu. Und allzu häufig machen Synchronisationen das einfach kaputt.

8. Auch bei Streaming-Diensten gibt es qualitativ hochwertige Angebote

Nicht nur kann man beim Streamen französischsprachige Filme auf Französisch schauen (genau wie bei Arte!!), sie haben meist auch ein gutes Angebot an Dokumentationen. Auch um Vielfalt muss man sich in dem Sinne keine Sorgen machen: Die Netflix Eigenproduktionen umfassen von Comedy über Horror und Science Fiction bis zu herzergreifenden Dokumentationen das volle Spektrum an Möglichkeiten. Ob Literaturverfilmung oder 2. WK Dokumentation: Man findet es.

Noch dazu gibt es teilweise Auflagen, dass auch nationale Produktionen mit aufgenommen werden müssen. Nützt leider nicht viel, da die meisten deutschen Produktionen entweder schlecht oder depressiv sind und man also nicht so viele davon sehen kann. Schade.

9. Streaming spart bares Geld

Zum einen ist Netflix viel günstiger als Pay TV wie Sky. Zum anderen ist es viel viel viel günstiger als sich alles auf DVD zu kaufen. Und die Netflix Rechnung zu bezahlen macht mehr Spaß als die GEZ. Das ist aber auch nicht schwierig.

Mit den gesparten Moneten kann man dann sinnvollere Dinge tun. Überteuerte Grünkohl-Smoothies kaufen zum Beispiel. Oder einen Yogakurs buchen. Nach dem kann man sich dann noch über die neueste Folge American Horror Story austauschen.

10. Es gibt eine Kindersicherung

Bei Netflix gibt es ein KIDS Profil, über das ausschließlich Kinderfilme aufrufbar sind. Dabei gibt es die Auswahl “Kleine Kinder”, “Ältere Kinder”, “Teenager” und “Erwachsene”. Nun kann man den Account so einrichten, dass für Filme oder Serien ab 6, ab 12, ab 16 oder 18 ein zusätzlicher PIN Code eingegeben werden muss. Tadaa.

Ich glaube das wars. Bin dann mal Big Bang Theory gucken.

Manuela Hartung
evidero-Redakteurin Manuela Hartung hat an der Uni Köln Germanistik, Linguistik und Phonetik studiert. Zu ihren Hobbies zählen Radfahren und kreatives Schreiben.