Stimmtraining Übungen: Was deine Stimme über dich aussagt und wie du sie besser für dich nutzen kannst

Unsere Stimme hinterlässt beim Zuhörer immer einen Eindruck. Welchen man vermittelt, liegt an der Tonlage und der Deutlichkeit. Man kann die Stimme trainieren.
von Birgit S. Schachner
SprechtrainingFoto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Neben dem Aussehen ist die Stimme das erste, was wir von einem Menschen wahrnehmen. Wir ordnen sie direkt ein und bewerten unter Umständen auch den Menschen selbst auf eine bestimmte Weise. Sprech-Trainerin und Life-Coach Birgit Schachner erklärt, was das für uns bedeutet.

Deine Stimme zeigt deine Stimmung. Wirkt sie entspannt oder quietscht sie angespannt? Dirigiert sie ein Orchester oder zittert sie vor Unsicherheit? Den meisten von uns ist gar nicht bewusst, wie viel Stimmung wir mit unserer Stimme erzeugen – bei uns selbst und bei anderen. So ist sie doch nach dem äußeren Erscheinungsbild der wichtigste Sympathieträger. Wir können mit unserem Sprech-Instrument so viel Einfluss nehmen, wie wir wollen – dazu müssen wir nur lernen, es als unser eigenes Instrument zu spielen.

1. Für Stimmtraining braucht man Bauchatmung

Flaches, schnelles Atmen mit hochgezogenen Schultern lässt die Stimme dünn werden und irgendwann heiser. Was wir lernen möchten ist die Bauchatmung, denn sie schafft Resonanz und nimmt den Druck aus dem Hals.

Tipp: Öfter am Tag bewusst tief in den Bauch atmen. Lass die Luft von selbst in den Bauch strömen und indem du dein Zwerchfell schnell einziehst, sprichst du die Laute: P T K, P T K (ohne angehängte Vokale).

2. Laut und deutlich sprechen

Wenn du leise und undeutlich sprichst oder gar nuschelst, wirst du weniger verstanden. Möchtest du gehört werden und dadurch auch ernst genommen werden, so sprich laut und deutlich.

Tipp: Übe regelmäßig, Texte laut und deutlich vorzulesen. Mit Zuhörer oder Aufnahmegerät gibt es auch ein direktes Feedback.

3. Stimme trainieren: Hörst du dir selbst zu?

Anderen gut zuzuhören, ohne dabei an etwas anderes zu denken, ist schon eine Kunst. Sich selbst bewusst zuzuhören, während man spricht, erfordert echte Selbstdisziplin. Statt piepsen und keifen sollten wir zur Steigerung der Zuhörbereitschaft immer wieder einmal in der Indifferenzlage sprechen, um uns und den anderen zu entspannen.

Dies ist der mittlere Tonbereich, was bedeutet, ohne Nachdruck und Emotion zu sprechen. Für mehr Abwechslung kann man zwischen der E-Oktave (emotionales Sprechen in höherer Tonlage) und der I-Oktave (informatives Sprechen in tieferer Tonlage) wechseln.

Tipp: Übe einen Text in verschiedenen Tonlagen (siehe oben) aufgeteilt zu sprechen. Nehme dies auf, höre es dir an und variiere. Du wirst erstaunt sein, welch verschiedene Wirkung das Gesprochene haben kann.

4. Halte deine Stimme gesund, denn sie begleitet dich ein Leben lang

Ob eine rauchige Stimme schön anzuhören ist, darüber lässt sich streiten. Eines ist jedoch klar: Gesund ist sie nicht.

  • Vermeide Rauchen, Staub, Chemikalien etc.
  • Vermeide kohlensäurehaltige Kaltgetränke, wenn du viel sprechen möchtest – greife zu warmen Getränken wie Tee
  • Trinke viel, wenn du lange und mühelos sprechen möchtest, das hält die Stimmlippen feucht
  • Vorsicht beim Räuspern und Husten, nicht mit zu viel Druck
  • Summen und Vokale tönen hält die Stimme fit
  • Lachen hält das Zwerchfell fit und hebt die Stimmung
  • Deine Stimme freut sich auch über einen gut verpackten Hals – gerade in der kälteren Jahreszeit
Willst du nicht nur deine Stimme richtig einsetzen, sondern auch das richtige sagen? Hole dir Anregungen in unserem Expertenartikel “Diese Regeln muss man beachten, um eine gute Rede zu halten

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