Hautpflege im Sommer: So schützt du dich diesen Sommer vor der Sonne

2012 sind 1,5 Millionen Hautkrebserkrankungen verzeichnet worden. Davon 318.000 mit bösartigem Melanom. Um Hautkrebs vorzubeugen ist der richtige Schutz vor Sonnenstrahlen das A und O.
Autorin_Esther_Hilger
von Esther Hilger
Sonnenschutz ohne Chemie© oneinchpunch - Fotolia.com

Im Sommer sind wir besonders intensiver UV-Strahlung ausgesetzt. Dementsprechend ist es wichtig, die Hautpflege den sommerlichen Bedingungen anzupassen.

Was ist UV-Strahlung?

Die Abkürzung UV-Strahlung steht für ultraviolette Strahlung. Diese teilt sich in 3 Formen: UV-A, UV-B und UV-C. UV-C Strahlen sind besonders aggressiv, werden jedoch von einer intakten Ozonschicht absorbiert und treffen somit kaum auf die Erdoberfläche.

UV-A- und UV-B-Strahlen haben Vor- und Nachteile. Wer sich dem Sonnenlicht häufig aussetzt, produziert 80 bis 90 Prozent des notwendigen Vitamin D Bedarfs selbst. Da das lebensnotwendige Vitamin D nur sehr begrenzt in Lebensmitteln auftritt, deckt der Mensch nur etwa 10 bis 20 Prozent des Bedarfs mit der Ernährung. Wer also nicht auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen will, braucht Sonnenstrahlen.

UV-B Strahlen haben einen weiteren Vorteil: sie bewirken den Aufbau einer Lichtschwiele. Die Verdickung der obersten Hautschicht wirkt als natürliche Schutzschicht.

Im Gegensatz zu der kurzfristigen Bräune durch UV-A Strahlen entsteht durch die UV-B-Strahlung eine langsam, aber langanhaltende Bräune. Doch auch Sonnenbrand und Spätfolgen wie Hautkrebs sind möglich.

Die sofortige, aber kurzfristige Bräune durch UV-A Strahlen hat weitere wesentliche Nachteile. Neben lichtbedingten Hautausschlägen und Sonnenallergien, die auftreten können, altert die Haut schneller, es bilden sich Falten, es können Schäden im Erbgut entstehen und die Hautkrebsgefahr erhöht sich.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich vor gefährlichen UV-Strahlen zu schützen?

  • Die intensivste Strahlung im Sommer während der Mittagssonne meiden
  • Im Wasser und Schnee vor Streustrahlen schützen
  • Den Körper mit Kleidung bedecken
  • Eine Kopfbedeckung tragen, die auch das Gesicht schützt
  • Den körpereigenen Sonnenschutz durch eine carotinoidreiche Ernährung unterstützen
  • Sonnenschutz mit mineralischen oder chemischen Filtern auftragen
  • Den Sonnenschutz rechtzeitig auftragen und sich erst etwa 30 Minuten später der Sonnenstrahlung aussetzen

Wie trägt man Sonnencreme richtig auf?

Sonnenschutz sollte grundsätzlich wasserfest sein. Doch auch dann ist das regelmäßige Nachcremen – besonders nach einem Bad – unumgänglich. Ein häufiger Fehler ist auch die verwendete Menge. Wer eine möglichst dünne Schicht aufträgt, um weiße Schleier zu vermeiden, wird den angegebenen Sonnenschutz nicht erreichen. Sowohl mit mineralischem als auch mit chemischem Filter – Sonnencreme sollte immer möglichst dick aufgetragen werden.

Welche Körperteile sollte man vor der Sonne schützen?

Nicht nur Körper und Gesicht wollen geschützt sein, auch Lippen, Haare, Kopf und Augen bedürfen eines besonderen Schutzes.

Für die Lippen gibt es Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor, natürlichen Sonnenschutz wie Kokosöl oder ein Sonnenhut, der die Lippen vor der Sonne schützt.

Der Kopf sollte bei intensiver Sonneneinstrahlung immer durch einen Sonnenhut, eine Schirmmütze oder mindestens einen Turban geschützt werden. Kinderköpfe sollten mindestens bis zum dritten Lebensjahr immer durch einen Hut bedeckt werden.

Auch die Haare reagieren auf Sonneneinstrahlung. Wer seine Haare nicht ausbleichen lassen möchte, kann das Haar entweder bedecken oder auf Sonnenschutzsprays zurückgreifen.

Die Augen schützt man am besten mit einer Sonnenbrille, die auch seitlich keine Sonnenstrahlen an die Augen lassen. Bei Sonnenbrillen mit der Kennzeichnung “CE” im Brillenbügel, kann man von einem guten Schutz ausgehen.

Welche natürlichen Inhaltsstoffe schützen vor Sonnenbrand?

Pflanzenöle, wie

  • Sesamöl
    Mit einem Sonnenschutzfaktor von bis zu 7 und der reflektierenden Wirkung gilt Sesamöl als der wirksamste pflanzliche Schutz.
  • Kokosöl
    Dank seines Geruchs und der Sonennschutzwirkung von LSF6 das beliebteste natürliche Sonnenschutzöl.
  • Erdnussöl
    Genau wie die folgenden Öle hat Erdnussöl einen Sonnenschutzfaktor von 3 bis 4.
  • Olivenöl
  • Avocadoöl
  • Jojobaöl
  • Shea-Butter

Die Angaben der Sonnenschutzwirkung einzelner Öle variieren stark. Die aktuelle Studienlage zeigt deutlich, dass die Sonnenschutzwirkung von Pflanzenölen unausreichend ist und sich die Verwendung dessen nur unterstützend empfiehlt.

Mineralische Filter, wie

  • Zinkoxid
  • Titandioxid

Lebensmittel, die reich Carotinoid sind, wie

  • Tomatem
  • Paprika
  • Möhren
  • Aprikosen
  • Orangen

Pflanzenöle und ihr Sonnenschutzpotenzial

Sesamöl blockt bis zu 30% der UV-Strahlung ab und hat somit den höchsten natürlichen Sonnenschutzfaktor. Im Gegensatz zu herkömmlicher Sonnencreme ist das jedoch ein sehr geringer Sonnenschutzfaktor, denn dieser liegt bei ungefähr 7. Die enthaltenen Antioxidantien schützen die Haut vor freien Radikalen. Die Haut wird durchfeuchtet und geschmeidiger.

Der beliebte Allrounder Kokosöl blockt bis zu 20% der Strahlung und wird ebenfalls gerne als Alternative zu Body Lotion und Feuchtigkeitscreme benutzt. Erdnuss- und Olivenöl haben denselben Faktor, liegen jedoch schwerer auf der Haut und brauchen dementsprechend länger, bis sie in die Haut einziehen.

Avocado-, Jojobaöl und Shea Butter blocken etwa 3-4% der Sonnenstrahlung ab. Jojobaöl ist ein sehr verträgliches Öl und wird deshalb von unterschiedlichen Hauttypen gerne als Pflege verwendet. Auch Shea Butter wird als Körperpflege meistens gut vertragen.

Alle Pflanzenöle schützen nur vor UV-B Strahlen.

Mineralische UV-Filter

Mineralische Pigmente sind kaum allergen, wirken gleich nach dem Auftragen und lassen sich einfach selbst zu einer Sonnencreme vermischen. Titandioxid blockt genau wie Pflanzenöle nur UV-B Strahlen. Zinkoxid schützt sowohl vor UV-B, als auch vor UV-A Strahlen.

Innerlicher Sonnenschutz

Carotinoide sollen den körpereigenen Lichtschutzfaktor erhöhen. Sie sind in Tomaten, Paprika, Karotten, Aprikosen und weiteren roten, orangenen und gelben Obst- und Gemüsesorten enthalten.

55g Tomatenmark pro Tag sollen den natürlichen, also körpereigenen Sonnenschutz der Haut um 33% erhöhen. Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Eigenschutzzeit je nach Hauttyp 10 bis 90 Minuten beträgt.

Schützt Aloe Vera auch vor Sonnenbrand?

Aloe Vera und Sonnenschutz werden immer wieder in Verbindung gebracht. Jedoch hat die Wüstenpflanze keinen eigenen UV-Filter. Erst nach dem Sonnenbad lohnt sich das Auftragen von Aloe Vera Gel, welches aus den dicken, fleischigen Blättern extrahiert wird oder direkt frisch aus den Blättern auf die Haut aufgetragen werden kann.

Es wirkt kühlend, beruhigend und bei Sonnenbrand schmerz- und juckreizlindern. Allerdings zaubert es Sonnenbrand nicht weg und macht ihn auch nicht ungeschehen. Durch das enthaltene Cholesterol, Campesterol und B-Sitosterol wirkt Aloe Vera entzündungshemmend und beschleunigt die Zellerneuerung.

So mischt man sich seine eigene Sonnencreme

Pflanzenöle schützen die Haut vor UV-B Strahlen und machen die Haut gleichzeitig schön geschmeidig. Je nach Hauttyp eignen sich unterschiedliche Fette. Bei zu Akne neigender Haut sollte auf Kokosöl verzichtet werden und stattdessen der Anteil an Jojobaöl höher sein. Bei trockener, unempfindlicher Haut ist ein hoher Anteil an Sesamöl empfehlenswert.

Da die Haut aber auch unbedingt vor UB-A Strahlen geschützt werden sollte, reicht die reine Verwendungen von Pflanzenölen nicht. Hier ist der Einsatz von mineralischen Filtern wie Zinkoxid ratsam.

Kommen mineralische Filter in herkömmlichen Sonnenschutzprodukten auf, handelt es sich meistens um Produkte in Form von Nano-Pulvern. Die kleinen Partikel dringen leicht in die Haut ein und stehen unter Verdacht, krebserregend zu sein. Deshalb sollte man auf die Verwendung von Nano-Pulver verzichten und stattdessen auf gröbere Produkte zurückgreifen, auch wenn diese wesentlich länger eingerieben werden müssen und einen weißen Schleier hinterlassen.

Achtung: Eine carotinoidreiche Ernährung kann zwar den körpereigenen Lichtschutzfaktor unterstützen, schützt jedoch auf keinen Fall ausreichend vor Sonnenbrand. Eine gesunde Ernährung allein genügt also nicht.

Salizylsäure, Retinol und Co. machen die Haut besonders sonnenempfindlich

Wer mit Enzympeelings und anderen Säuren Falten, Pigmentflecken und Aknenarben bekämpft, macht die Haut besonders anfällig für Sonnenschäden und bewirkt bei nicht ausreichendem Schutz genau das Gegenteil. In diesem Fall ist ein Schutz unter LSF30 nicht zu empfehlen und das Gesicht sollte in keinem Fall der direkten Sonne über einen längeren Zeitraum ausgesetzt sein.

Warum lohnt es sich, auf chemische UV-Filter zu verzichten?

Viele chemische Stoffe stehen unter Verdacht, Krebs zu fördern. Reizende Stoffe können die Haut irritieren und zu vorzeitiger Hautalterung führen. Leider sind Inhaltsstoffangaben sehr schwer zu entziffern und somit auch das Erkennen von bedenklichen Stoffen.

Empfindliche Haut kann zwar auch auf natürliche Öle mit Hautirritationen reagieren, jedoch haben diese meist geringere Folgen. Wer sich seine eigene Sonnencreme mischt, hat die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen zu experimentieren und die optimale Pflege für die individuelle Haut zu finden.

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Autorin: Esther Hilger
Esther Hilger studiert Erziehungswissenschaften und Ethnologie an der Universität zu Köln

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