Schülerinitiative verkauft Gute Schokolade: Kein Kinder­spiel – 1 Billion Bäume und Gute Schoko­lade für alle

Viele Produkte kann man mittlerweile FairTrade kaufen. Bei Schokolade ist das manchmal schwierig, häufig ist sie bitterer. Die Gute Schokolade soll abhelfen
von Annette Bonse
Schokolade© iStiockphotos

Initiatoren der Guten Schokolade sind die Mitglieder der Organisation Plant for the Planet. Die neue günstige Schokolade verspricht fairen Handel für wenig Geld.

Wenn man im Fairtrade- oder Bioladen Schokolade mit den entsprechenden Siegeln kauft, so ist sie häufig dunkel und relativ bitter. Sie enthält mehr Kakao und dafür weniger Zucker und Milch – und Kakao pur schmeckt nun mal herb.

Gerade Kinder können dieser Art Süßigkeiten nur wenig abgewinnen. Aber auch, wer als Erwachsener Schokohunger verspürt, greift häufig lieber zu den klassischen Riegeln und Tafeln. Bio- und Fairtrade-Schokolade haben noch immer einen eher edlen und exklusiven als einen süßen Ruf. Das liegt auch am Preis, der diesem Image in den meisten Fällen entspricht. Wohl auch aus diesen Gründen ist fair gehandelte Schokolade in Deutschland noch immer lediglich ein Nischenprodukt: Nur 1-5 Prozent (die Statistiken variieren) aller in Deutschland verkauften Kakaoprodukte erfüllen die fairen Sozial- und Umwelt-Kriterien. Ändern könnte sich dies durch eine Alternative, die seit kurzem in den ersten Läden erhältlich ist: „Die Gute Schokolade“.

Kreiert von der Schülerinitiative „Plant for the Planet“

Initiatoren der Guten Schokolade waren Mitglieder der Organisation Plant for the Planet. Diese Initiative, die von deutschen Grundschülern gegründet wurde, will den Kampf gegen den Klimawandel nicht den älteren Generationen überlassen. Inzwischen verzeichnet sie Mitglieder und Erfolge auf der ganzen Welt. Gemeinsam verfolgen die Kinder und Jugendlichen unter anderem das ambitionierte Ziel, bis zum Jahr 2020 weltweit unglaubliche 1000 Milliarden Bäume für den CO2-Ausgleich zu pflanzen. Die Gute Schokolade ist ein weiteres Projekt der Organisation, das seit Januar auf dem deutschen Süßwarenmarkt vorgestellt wird.

Gut für die Umwelt, fair für die Produzenten

Gemeinsam mit einem Schweizer Schokoladenhersteller haben die Kinder die Idee der Kreation einer eigenen und in jeder Hinsicht guten Schokolade umgesetzt. Ihre Bedingungen: Lecker musste sie natürlich sein. Aber vor allem sollte sie auch strenge soziale- und Umweltkriterien erfüllen. Die so entstandene Vollmilchschokolade entspricht diesen Vorgaben – und das funktioniert so: Eine Tafel Schokolade verursacht vom Anbau bis zur Ankunft beim Endverbraucher etwa 300 Gramm CO2. Der Schweizer Hersteller Chocolats Halba pflanzt pro 1.000 Tafeln einen Baum, der während seines gesamten Lebens rund 300 Kilo CO2 binden kann. Dadurch ist die komplette Produktion letztlich CO2-neutral. Außerdem wird unter sozial fairen Bedingungen angebaut, geerntet, produziert und gehandelt; dafür steht das Fairtrade-Siegel.

Zu kaufen gibt es Die Gute Schokolade schon jetzt in vielen dm Drogeriemärkten. Weitere Läden werden folgen: Die Liste der interessierten Händler schließt einige der größten Supermarktketten Deutschlands ein. Außerdem können die Tafeln auch online geordert werden. Journalisten und andere Vorkoster, die Die Gute Schokolade bereits vorab auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln probieren durften, waren allesamt begeistert von ihrem Geschmack. Und wer jetzt noch meint, dass ein solch gutes Produkt mit Sicherheit nur für teures Geld zu haben ist, der sei beruhigt: Die Schokolade kostet lediglich einen Euro pro Tafel.

evidero meint: Eine rundum faire Sache.

Weitere Informationen:

Hier gehts zur Seite: http://www.plant-for-the-planet.org/de/product/chocolate

Autorin: Annette Bonse
Annette Bonse hat ihre Kindheit und Jugend in Deutschlands Metropole der Wutbürger verbracht. Da von Stuttgarts revolutionärem Geist zu dieser Zeit noch nicht viel zu spüren war, verschlug es sie auf der Suche nach Alternativen zur schwäbischen Beschaulichkeit unter anderem nach Kansas, Montpellier und Guatemala...
  • Wolfgang

    In dem Artikel ist von Vollmilchschokolade die Rede. Das auf dem Foto ist allerdings keine Vollmilch-, sondern Zartbitter- oder Bitterschokolade.

  • Elisabeth

    Kleine Info am Rande: Auch in Österreich gibt es ein Unternehmen, das Schokolade fair produziert und ein äußerst facettenreiches Sortiment bietet (http://www.zotter.at/).

    • Pascale

      Das stimmt, aber eine Tafel Zotter Schokolade kostet ungefähr das dreifache wie die Gute Schokolade. Das können sich die meisten Kinder gar nicht leisten.

  • kaffeete

    Es ist eine gute Idee, so lernen Kinder viel über das Lebensmittel Schokolade und dessen Herstellung.