Veganer Ersatz für Milchprodukte: Alles Kokos oder was? Eine gute Alternative zur Milch

Mit den Bestandteilen der Kokosnuss kann man die meisten Kuhmilchprodukte ersetzen. Kokosmilch, Kokosmus, Kokoscreme - vegan und auch noch mit einem frischen exotischen Geschmack.
von Mihaela Mariean
Veganer Milchersatz Kokos© Africa Studio - Fotolia.com

Viele Menschen haben eine Laktoseintoleranz, weil ihnen das Enzym Laktase fehlt. Einige verzichten auch aus ethischen Gründen auf Milchprodukte. Dennoch ist ein Leben ohne Milch oder Milchprodukte kaum denkbar. Der morgige Kaffee mit Milch, der Joghurt, unser Müsli, eine leckere warme Schokolade, Kuchen mit Sahne, das Butterbrot – ohne all das kann man sich das Leben fast nicht  so schön vorstellen. Doch die Natur hat an alles gedacht und bietet uns einen super vegane Alternative zu diesen Produkten.

Expertin: Mihaela Mariean
Mihaelas Leidenschaft für gesunde Ernährung spiegelt sich besonders in ihren selbst entwickelten Rezepten wider. Vom Detox-Smoothie bis zum Power-Riegel: Alles ist roh, vegan und ohne zusätzlichen Zucker...
 Egal ob aus veganer Sicht oder aus krankheitsbedingten Gründen, ein vergleichbarer Ersatz zu Milch und Milchprodukten ist für viele Menschen interessant und empfehlenswert. Selbst wenn man nicht auf alle Milchprodukte verzichten will, kann man zumindest einen Teil von ihnen gegen pflanzliche Produkte austauschen. Aber welche?

Ich habe bei dieser Frage direkt an die Kokosnuss gedacht. Kokosmilch hat mir schon immer sehr gut geschmeckt, nicht nur in asiatischen Gerichten. Da ich Rog-Veganerin bin, experimentiere ich viel beim Kochen und habe dabei festgestellt, dass man mit Kokos wirklich fast alle Kuhmilchprodukte ersetzen kann.

Kokosöl zum Kochen und als Beauty Produkt

Kokosöl zum Beispiel ist für mich ein Alleskönner. Es fehlt bei mir niemals in der Küche und auch nicht im Bad. Kokosöl verwende ich für leckere Schokolade, Kuchen und Cremes.

Kokosöl enthält einen hohen Anteil Laurinsäure. Diese wirkt entzündungshemmend und desinfizierend, es ist ein guter Ersatz für chemische Pflegeprodukte. Für mich ist Kokosöl nahezu die einzige Kosmetik, die ich verwende. Ich benutze es als

  • Body Lotion
  • Nachtcreme
  • Handcreme
  • Nagel Pflege Öl
  • After Sun Lotion
  • Lippenbalsam
  • Augen-Makeup-Entferner
  • Massageöl
  • Deo
  • Zahnreinigung
  • After Shave
  • Haarpflege
  • Sonnenöl

Kokosmilch ist ein guter Ersatz für Kuhmilch

Reine Kokosmilch sollte aus Kokosfruchtfleisch, Kokoswasser und bestenfalls einer minimalen Menge Wasser bestehen. Die meisten Kokosmilchprodukte, die wir im Supermarkt oder in Bio-Läden kaufen, werden jedoch aus Kokosabfällen, 40% Wasser und Verdickungsmittel hergestellt. Oft werden auch Konservierungsstoffe beigefügt. Deswegen bereite ich mir die Milch selber zu. Wie, erkläre ich euch gleich.

Kokosmus und Kokosmehl eignen sich besonders zum Backen

Kokosmus besteht aus dem ganzen Fruchtfleisch der Kokosnuss. Genau wie beim Kokosöl sorgt bereits ein Esslöffel davon für einen schnellen Energieschub. Kokosmus kann vielseitig angewendet werden, zum Beispiel für grüne Smoothies, Tortencremes, Tortenteig, Dressings, Eis, Dips, Drinks im Piña Colada-Stil etc. Kokosmehl hingegen verwende ich zum Herstellen von Rohkosttorten oder glutenfreien Broten und  zum Andicken von Soßen.

Die ganze Kokosnuss verwerten

Gereifte Kokosnüsse (in brauner Schale) sind geeignet zum Trinken und zum Raspeln des festen Fruchtfleisches zu Kokosraspeln. Frische, junge Kokosnüsse, deren Kokoswasser “noelani“ (no-way lah-nee = „Frische des Himmels“ auf Hawaiianisch) ein hervorragender Elektrolytspender ist, enthält natürlich vorkommende Vitamine und Enzyme und einen sehr hohen Gehalt an Kalium. Kokoswasser ähnelt chemisch sehr stark unserem Blutplasma. Auf den Pazifischen Inseln werden Kokoswasser und das Fruchtfleisch übrigens als erste Nahrung nach dem Stillen angewendet.

Kokosblütennektar als natürlicher Zuckerersatz

Kokosblütennektar ist ein Süßungsmittel, das aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen wird. Kokosblütennektar hat mit einem Wert von 35 einen sehr niedrigen glykämischen Index, das bedeutet, er lässt den Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigen. Er ist außerdem reich an Mineralien wie Zink und wertvollen Enzymen.

Rezepte: Kokosmilch, Kokosjoghurt und Co. selbst machen

Kokosmilch selbst herstellen

  • 1/2 Packung Kokoscreme
  • 500 ml warmes Wasser

Kokoscreme und Wasser in einen Food Processor oder Haushaltsmixer geben und circa eine Minute auf der höchsten Stufe mixen.

Wie mache ich Kokosjoghurt?

  • Zwei Päckchen Symbioflor Probioticum
  • 300 ml Kokosmilch

Das Probioticum mit der Milch in einen Mixer gut mixen, die Mixtur in ein sauberes Glas geben und 3 Tage an einem warmen Ort mit wenig Licht ruhen lassen. Nach drei Tagen ist der Joghurt fertig, die oberste Wasserschicht gießt man vorsichtig ab. Den Joghurt kann man bis zu zehn Tagen im Kühlschrank aufbewahren.

Süßigkeiten mit Kokosrapseln

  • 1 EL Kokosraspeln
  • 1 Tasse Kokosmus auf der Heizung weich werden lassen
  • 3 EL Kokosmehl

Das Kokosmus mit den Kokosmehl mischen, kleine Kugeln formen und in Kokosraspeln wälzen. Im Kühlschrank circa 1 Stunde hart werden lassen.

Pina Colada mit Kokos und Chia

  • eine 3 cm große Scheibe Ananas
  • 1 EL Kokosmus
  • 1 EL Kokosblüten-Zucker
  • 1 EL Chia Samen

Alles im Mixer mit Eiswürfeln mixen.

Detox Milch aus der Kokosnuss

  • 300 ml Kokosmilch
  • 2 EL Kokosblüten-Zucker
  • 2 EL Kurkumapulver

Alle Zutaten gemeinsam zum Köcheln bringen. Die Milch kann man über mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Expertin: Mihaela Mariean
Mihaelas Leidenschaft für gesunde Ernährung spiegelt sich besonders in ihren selbst entwickelten Rezepten wider. Vom Detox-Smoothie bis zum Power-Riegel: Alles ist roh, vegan und ohne zusätzlichen Zucker...

Tipp
Alles Kokos oder was?