Kohl ist gesund: Das Geheimnis des Kohls und andere Gesundheitstipps

Kohl ist vielseitig einsetzbar. Auch Dieter Trzolek, ehemaliger Physiotherapeut der Bundesliga weiß das.
von Dieter Trzolek
Kohl ist gut für die Gesundheit© Gabriele Rohde - Fotolia.com

Ein gesunder Körper braucht natürliche und gute Ernährung. evidero-Experte Dieter Trzolek, der Mann, dem die Fußballprofis der Bundesliga vertrauen, gibt Tipps zum gesunden Leben. Trzolek glaubt: „Du bist, was du isst.“

Gesund Leben – Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage

Einen gesunden Körper gibt es nur mit gesunder Ernährung. Grundlage ist eine ausgewogene Mischkost, mit viel frischem Obst und Gemüse (Vitamin K) und Vollkornprodukten (B-Vitamine, Magnesium, Spurenelemente ).

Der Kochsalzkonsum sollte beschränkt werden. Achten Sie auf eine regelmäßige Calciumzufuhr — am besten durch Milchprodukte. Aber Vorsicht, es gibt auch Nahrungsmittel, die dem Körper Calcium entziehen. Cola und Fast Food zum Beispiel sind wahre Calciumräuber. Ein bis zweimal pro Woche ist Seefisch eine gute Eiweißquelle und ein Lieferant für Vitamin D. Fettes Fleisch sollten Sie vermeiden, da es ungünstig für das Herz-Kreislaufsystem ist und der Cholesterinspiegel ansteigt.

Wenn jemand sehr viel Fleisch isst, dann hat er auch viele Purine im Körper. Und die verschlechtern die Heilungs-Chancen. Eine intelligente Ernährung aber stärkt das Immunsystem.

Heilmittel mit wertvollem Vitamin C – Das Geheimnis des Kohls

Hippokrates sagte: „Eure Nahrungsmittel sollen Heilmittel und eure Heilmittel sollen Nahrungsmittel sein“. Ganz besonders gilt das für den Kohl. Er ist sehr vielseitig einsetzbar. Der Leibarzt des deutschen Kaisers Maximilian II, Rudolf Dodens, der von 1517 bis 1585 lebte, schrieb dazu folgendes: Der Saft des Kohls macht den Bauch weich und fördert den Stuhlgang.

Er reinigt und heilt alte Geschwüre. Mit Honig vermischt ergibt er einen gegen Husten und Heiserkeit ausgezeichneten Sirup. Kohl der leicht gekocht ist, beeinflusst den Harn. Kohlblätter heilen Wunden, denn sie wirken austrocknend und wundheilend.

Was ist nun das Geheimnis des Kohls? Bei Untersuchungen hat man festgestellt, dass folgendes enthalten ist: Phosphor, Zink, Kaliumsulfat, Kaliumnitrat, Eisen, Vitamin C, B1, B2. Auf 100 g frischen Kohl entfallen 101 mg Vitamin C.

Schließlich hat der Kohl einen normalisierenden Einfluss auf die Körpertemperatur, sowohl auf Untertemperatur als auch auf Fieber. Dazu kann ich eigentlich nur sagen: Leute, esst mehr Kohl!

Wie sinnvoll sind Vitaminpräparate?

Ich höre oft, dass sich die Leute mit Zusatzmitteln, wie zum Beispiel Vitaminpräparaten, eindecken. Wenn man sich aber vernünftig ernährt, hat man im allgemeinen von allem genug und braucht nicht zusätzlich viel Geld für chemisch hergestellte Vitamine auszugeben.

Woher sollen die Hersteller wissen was mir fehlt und wie viel ich davon brauche? Um Vitamine richtig dosiert einzunehmen, müsste vorher eine Vollblutanalyse gemacht werden. Wer macht das schon?

Auch kennen viele Menschen die Zusammenhänge gar nicht, die sie wissen müssten, um diese Produkte vernünftig anzuwenden.
Vitamin C zum Beispiel ist ein wasserlösliches Vitamin. Das kann der Körper nicht speichern und scheidet direkt aus, was zu viel ist. Das sind Anti-Oxidantien, die braucht man fürs Immunsystem. Gerade Raucher brauchen mehr davon.

Andere Vitamine wiederum sind fettlöslich und entfalten ihre Wirksamkeit nur durch den Zusatz von zum Beispiel Öl oder Butter.

Viele Sportler nehmen zusätzlich Magnesium. Dazu sollte man wissen, dass Magnesium einen Weichmach-Effekt hat. Es macht die Muskulatur weich und entspannt. Deshalb sollte Magnesium abends eingenommen werden. Dann unterstützt es auch den guten Schlaf.

Entspannte Ernährung – Alles nicht so eng sehen

Wer sich gut ernährt, hat in der Regel von allem genug: Kohlenhydrate, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Aber ich mag es nicht, wenn man alles so eng sieht. Hin und wieder darf es ruhig mal eine Schweinshaxe mit Bratkartoffeln sein. Man kann auch gern mal ein Bier trinken. Das ist ja nicht schädlich. Wenn man jeden Tag einen Kasten trinken würde, wäre es problematisch.

Tipps für Hausmittel aus Lebensmitteln

  • Bei chronischem Eisenmangel: Um den zu beheben braucht man keine teuren Säfte. Man nimmt einen schönen Apfel, besorgt sich im Baumarkt 6-10 (zinkfreie) Eisennägel und steckt sie über Nacht in den Apfel. Am nächsten Tag ist schön viel Eisen im Apfel und man kann ihn essen. Natürlich muss man die  Nägel vorher rausziehen. Das macht man dann ein bis zwei Wochen lang. Dann sollte man genug Eisen haben.
  • Bei Sodbrennen muss man die Ernährung umstellen: mehr basische Nahrungsmittel, also Kohlrabi, Blumenkohl, Rosenkohl und so weiter. Akut kann auch mal ein Glas lauwarme Milch helfen.
  • Bei Kopfschmerzen: eine Tasse schwarzen Kaffee mit Zitrone trinken. Oft hilft das. Häufig aber haben Kopfschmerzen auch etwas mit bestimmten Nahrungsmitteln zu tun. Zum Beispiel können Stoffe, die in ungeschälten Tomaten oder Käse enthalten sind, Kopfschmerzen auslösen.
  • Bei häufigem, starken Heißhunger auf Süßes könnten Darmpilze die Ursache sein. Morgens auf nüchternen Magen Obstessig trinken sollte helfen die Pilze zu bekämpfen.

Aufgezeichnet von Nadja Gawrisewicz

Dieter Trzolek (Jahrgang 1947) war bis 2011 über 36 Jahre Sportphysiotherapeut im Profi-Fußball. Erst bei Bayer Leverkusen, dann beim 1. FC Köln. "Tscholli", wie ihn Spieler und Fans nennen, hat die Naturheilkunde in den Profi-Fußball eingeführt...
Heilende Nahrung
Basische Heilmittel
  • fbs

    Kohl bläht aber auch, soviel ich weiß, hat die eine Wirkung eines zu medizinischen oder bereinigenden Dingen einsetzbaren Mittels auch immer eine andere Gegenwirkung zur Folge, ein auf und ab der Anwendungsbereiche und deren Einsatzgebiete eben. Ein Zuviel ist bei jedem Produkt nicht empfehlenswert, ich kann da Maria Treben empfehlen, das geht in die ungefähr selbe Richtung. Es ist wirklich ein allgemeines Übel, dass dermaßen viel Antibiotika verwand werden, die Häufigkeit der Einnahme der Arzneimittel, die durch einige Kniffe aus der alten Zeit ersetzbar wären und deren Anwendung durch die Allgemeinmedizin verordnet werden, ist frappierend. Sanfte Medizin auf Pflanzenbasis ist genial und dieses Wissen sollte jedem praktizierendem Arzt zur Verfügung stehen, somit auch zur allgemeinen Anwendung gelangen. Ja, es ist sogar so, daß die Pflanzen eine sehr starke Wirkung auf den Organismus haben können, deshalb ist es auch zu empfehlen, einen geschulten Fachmann/frau zu Rate zu ziehen. Erkältungen und Heiserkeit muss man wirklich nicht unbedingt gleich mit der Keule des Pharmakonzerns bekämpfen, warum da unsere Allgemeinmediziner nicht mehr daraufhinwirken?
    Anmerkung: Kohl auf die Wunde legen? "Kohlblätter heilen Wunden, denn sie wirken austrocknend und wundheilend," meist ist das Gemüse ja schon gespritzt oder hat Reste von natürlichen "Verunreinigungen", ist da nicht besser, die hygienischen Verbandsstoffe und Salben, die entzündungshemmend wirken zu benutzen? Die Idee mit dem Nagel im Apfel ist für mein Empfinden auch eher etwas für Hartgesottene, denn in der Herstellung dieser Apfelkost liegt schon ein brachialer Wert. Die chemische oder physikalische Reaktion würde mich interessieren, ist es der Rost, der das Eisen absondert?

    • Tanja Korsten

      Dieter Trzolek sagt dazu:

      Bevor Sie die Kohlblätter auf die Wunde legen, müssen sie natürlich gewaschen werden.
      Wenn Sie selbst Kräuter sammeln, z.B. Bärlauch oder Löwenzahn usw., dann gehen Sie ja auch davon aus, dass diese Kräuter steril sind. Ich bin in 36 Jahren Berufserfahrung noch nie mit Nebenwirkungen dadurch konfrontiert worden.
      Zum Apfel: Durch die Säure im Apfel wird Eisen aus dem Nagel gezogen.

  • fbs

    ist ja toll, Kohl kann auch schlechte Stoffe herausziehen oder eventuell nur die Hitze nehmen oder einfach nur Vitamine in die Haut hineingeben durch Auflagen oder Abreibungen, Großmutter nahm die Gurkenschale zur Kühlung der Haut schon instinktiv, meine Vorstellung von dieser sanften Medizin, die ja so sanft garnicht ist, z.B. Senfkörner und vieles mehr, ein sehr interessantes Thema. Ich kann mir vorstellen, diese Art von Medizin ist dem Körper nahe und wirkt deshalb direkt, danke für Ihre Antwort.