Mais war das Brot der Armen: Mais – Fluch und Segen eines Grundnahrungsmittels

In Südamerika und Afrika ist Mais das, was bei uns der Weizen ist: Die wichtigste Getreidesorte. Erfahre hier mehr über die Geschichte und die Bedeutung des Mais.
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von evidero Redaktion
Mais ist sehr gesund© smereka - Fotolia.com

Bereits etwa 7000 Jahre ist der Mais ein Begleiter der Menschen in Amerika und war ein Hauptnahrungsmittel nahezu aller bekannten indianischen Kulturen. Die alten Mayas glaubten, dass der erste Mann aus Maiskörnern geschaffen wurde. Mais war somit das Grundnahrungsmittel in Mittel- und Südamerika. Mais ist die einzige Getreide-Art, die ihren Ursprung in Amerika hat. Mais ist heute weltweit verbreitet und zugleich die wichtigste Getreideart in den tropischen und subtropischen Zonen.

Kolumbus entdeckte Mais im Jahr 1492 während seiner Reise in die “Neue Welt” und brachte das Getreide nach Spanien mit, von wo aus es sich in ganz Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten, Indien und China verbreitet hat. Da Mais billig war, wurde er das überwiegende Nahrungsmittel und die wichtigste Quelle für Energie und Protein für arme Menschen, vor allem in ländlichen Gebieten.

Kann Mais krank machen? Die 3-D-Symptomatik

Nachdem Mais zunächst in Europa als Nahrungsmittel Einzug gehalten hatte, breitete sich eine seltsame Erkrankung aus, deren Leitsymptom eine raue Haut war. Hinzu kamen noch andere körperliche und psychische Symptome.

Das Erscheinungsbild der Krankheit wird mit der 3-D-Symptomatik umschrieben: anormale Hautveränderung = Dermatitis, mehr als drei Entleerungen eines flüssigen Stuhls pro Tag = Diarrhöe und geistiger Verfall = Demenz. Diese Krankheitssymptome wurden später mit dem Namen Pellagra zusammen gefasst. Pellagra endet in der Regel innerhalb von vier bis fünf Jahren mit dem Tod.

Es wurde zwar schon vermutet, dass der Mais etwas mit dieser Erkrankung zu tun haben könnte. Das geringe Wissen über die richtige Ernährung hat aber im 18. und 19. Jahrhundert regelrechte Pellagra-Epidemien hervorgerufen. Warum aber war dann dieses Krankheitsbild im Herkunftsgebiet nicht aufgetreten?

Die richtige Zubereitung von Mais ist entscheidend dafür, wie gesund er ist

Die Ursache lag in der unterschiedlichen Zubereitung der Nahrungsmittel aus Mais. Die Azteken und Mayas machten Mais durch Einweichen in einer alkalischen Lösung aus Kalkwasser essbar. Heute wissen wir, dass erst durch die alkalische Lösung die gebundene Nikotinsäure (das Vitamin B3) und die wichtige Aminosäure Tryptophan aus dem Mais im Verdauungsprozess bioverfügbar werden. Aus Tryptophan kann der menschliche Körper ebenfalls Nikotinsäure bilden.

Pellagra ist eine Hypovitaminose, also eine Vitaminmangelkrankheit. Bei der einseitigen Ernährung mit nicht richtig aufbereitetem Mais fehlt es hier an Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure). Bei unserer vielseitigen Ernährung und mit dem heutigen Wissen um die Zusammenhänge ist ein Auftreten der Krankheit aufgrund von einseitiger Ernährung auszuschließen. Wie müssen also keine Angst davor haben, von Mais krank zu werden.

Maisbrei liefert sehr viel Energie

Die Maispflanze wurde von Europäern in der Kolonialzeit in Afrika eingeführt. Mais hat im östlichen und südlichen Afrika im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts andere Feldfrüchte nahezu verdrängt. Auch die Hirse (Sorghum), die ursprünglich noch sehr verbreitet war, hat an Bedeutung verloren.

Die stärkehaltigen Pflanzenteile des Mais werden bis zur Konsistenz von Mehl, Schrot oder Grieß zerstampft und anschließend zu einem Brei gekocht. Dieser Brei ist in Kenia unter dem Namen „Ugali“ geläufig.

Geläufig ist hier eine passende Überleitung, denn Ugali ist das wesentliche Nahrungsmittel der so erfolgreichen kenianischen Läufer. Aus diesem Brei holen sie sich die Energie für ihre kräftezehrenden Trainingsläufe. Der zwar vorhandene aber dennoch nachrangige Proteingehalt im Mais wird durch andere Gemüse wie Bohnen, Erbsen oder Fisch und etwas Fleisch geliefert.

Mais ist sehr gesund für Körper und Gehirn

Denkst du an den geschmacklosen, stichfesten Brei aus Maisgrieß oder –mehl, so traust du ihm auf den ersten Bissen möglicherweise nicht viel zu. Doch Mais ist ernährungsphysiologisch ein reiches Lebensmittel und eine sehr wichtige Quelle von Verbindungen und Energie für deinen Körper und das Gehirn.

Maiskörner besitzen eine ungewöhnlich hohe Zahl an B-Vitaminen, insbesondere Thiamin (B1), Niacin(B3), Biotin (B7), Pantothensäure (B5) und Folsäure (B9), die für die richtige Funktion, den ausgewogenen Hormonspiegel unserer Körper und der Stoffwechselvorgänge notwendig sind. Ein Mangel an Thiamin führt unter anderem zu Diabetes Typ 1 (Störung des Kohlenhydratstoffwechsels).

Biotin ist wichtig für gesunde und kräftige Haare, Niacin für eine gute Stimmungslage und für gesunde Zellen in der Haut. Durch einen Mangel an Niacin können bei Zellerneuerungsprozessen auftretende Fehler in DNA und RNA nicht mehr genügend korrigiert werden. Niacin verbessert durch seinen Einfluss auf das Nervensystem auch die Merkfähigkeit.

Diese Mineralstoffe sind in Maiskörnern enthalten

An Mineralstoffen sind vor allem Eisen, Magnesium, Zink, Mangan und Selen vertreten, die für die Blutbildung, zelluläre Sauerstoffversorgung, die Fruchtbarkeit und Potenz, gesunde Haut und schönes Haar von Bedeutung sind. Außerdem beinhaltet Mais eine Menge Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Proteine und ungesättigte Fettsäuren.

Mais gibt uns Energie, regt die Hirnaktivität an und steigert die Widerstandsfähigkeit gegen Stress. Mais ist nicht nur gesund, er schmeckt auch lecker. Ein gekochter Kolben hat nur 90 Kalorien, dafür aber auch Ballaststoffe. Ballaststoffe helfen Verstopfungen zu verhindern und das Risiko der Entwicklung verschiedener Krebsarten zu reduzieren.

Im Mais enthaltenes Kalium ist an der Aufrechterhaltung des normalen Blutdrucks und der Herzfunktion beteiligt und mindert das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall. Zuckermais ist leichtverdaulich, sein Nährwert im Rohzustand ist vergleichbar mit Erbsen. Frischer Mais soll nur kurz gelagert werden, weil der Maiszucker sich sehr schnell in Stärke umwandelt.

Mais ist ein glutenfreies Getreide und schon für Kinder sehr gesund

Mais gehört zu den glutenfreien Nahrungsmitteln und ist daher besonders für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet.

Er ist für alle Altersgruppen als Nahrungsmittel geeignet. Für Kinder im Vorschulalter und Schulalter und in der Pubertät ist Mais nicht nur Energieträger, sondern liefert auch die notwendigen Zutaten für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung. Erwachsenen und älteren Menschen wiederum hilft er, eine gute Kondition, allgemeine Vitalität, gute Nerven, Belastbarkeit und Funktion des Immunsystems zu erhalten.

Kann man Mais roh essen? So kann man Maiskörner zubereiten

Mais ist eine Getreide-Delikatesse einer ausgewogenen Küche. Du kannst ihn nicht nur frisch, gefroren und aus Dosen konsumieren, sondern auch als Maismehl, Grieß und zu Stärke verarbeitet.

Maiskolben kann man roh essen, aber meistens werden sie im Wasser gekocht. Wir können sie in Butter mit Fleisch und anderem Gemüseanbraten oder auf einem Grill schonend vorbereiten und mit Butter bestrichen, zart gewürzt verzehren.

Maiskörner sind sehr beliebt in Salaten und Suppen, als Gemüsebeilage oder mit Fleisch. Durch Mais im Nahrungsangebot während des ganzen Jahres haben wir eine natürliche Quelle von essenziellen Nährstoffen, die uns oft besser als jedes Medikament helfen.

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