Fenchel als Heilpflanze: Hilft nicht nur bei Husten – Der Fenchel

Fencheltee ist ein Klassiker bei Erkältungskrankheiten oder bei Magenbeschwerden. Doch das Gewürz, das eigentlich ein Gemüse ist, hat noch viel mehr Vorteile für die Gesundheit.
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von evidero Redaktion
Fenchel für Hals und Magen© meteo021 - Fotolia.com

Der Fenchel ist seit Jahrhunderten als Gemüse, Gewürz oder als Naturheilmittel in Gebrauch. Die Inhaltsstoffe des Fenchels haben eine krampflösende, antiseptische und schleimlösende Wirkung. Zusätzlich lässt sich die Knolle als Fenchelgemüse in Salaten oder Suppen zubereiten und erzeugt ein angenehmes anis-ähnliches Aroma. Der Fencheltee hat vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eine milde verdauungsfördernde Wirkung.

Der Fenchel als Heilpflanze

Unweit von Mainz wirkte Hildegard von Bingen (1098-1179) in den Klöstern Disibodenberg und Rupertsberg; in ihrem Kräuterbuch findet sie auch Worte für den Fenchel: “Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme Wärme und guten Schweiß und eine gute Verdauung.”

Somit haben wir Kenntnis, dass der Fenchel schon seit dem Mittelalter in Europa bekannt war. Fenchel stammt aus dem Mittelmeerraum und aus den westlichem Teilen Asiens. Schon in der Antike wurde er als Gewürz-Gemüse mit heilenden Eigenschaften geschätzt.

Fenchel gegen Hunger, Nierenschmerzen und Husten

Die Fenchelpflanze wird ein bis zwei Meter hoch und hat einen blaugrünen, blattlosen und gerillten Stängel, der sich oben stark verästelt. Am Ende dieser Verästelungen reifen die Früchte heran, die landläufig als “Fenchelsamen” bezeichnet werden. Die getrockneten, reifen Früchte werden als Naturheilmittel verwendet. Die Heilkraft kommt aus dem Öl des Fenchels.

Die alten Griechen haben ihn gegessen, um den Hunger zu unterdrücken. Im Mittelalter wurde er als Heilpflanze gegen Nierenschmerzen, Appetitlosigkeit und Husten in Form von Sud verwendet. Auch zur Abwehr von Insekten wurde er in Form von Duftbeutelchen in der Kleidung eingesetzt.

Das Gemüse Fenchel kann man roh oder gekocht essen

Als Gemüse ist Fenchel vor allem in Südeuropa beliebt. Auf dem Balkan kann man Zubereitungen des Fenchel als Nationalgericht werten. In Frankreich wird er in Suppen oder als Beilage gegessen und in alkoholischen Getränken als Geschmacksverstärker eingelegt. In Italien isst man den Fenchel gerne sowohl roh als auch gekocht.

Verantwortlich für Geschmack, Geruch und Heilwirkung sind vor allem die beiden im Fenchelsamen enthaltenen ätherischen Öle Anethol und Fenchon. Anethol findet sich beispielsweise auch in Anis und bewirkt den anisartigen Duft und Geschmack des Fenchels. Das Fenchon dagegen schmeckt bitter und kampferartig.

Fenchel – Heilpflanze mit breiter Wirkung

Fenchel wird verwendet bei der Behandlung von Nieren-, Leber-, Erkältungen, Magen-Darm-Krämpfen und Koliken.
Wegen des Gehalts an ätherischen Ölen ist Fenchel auch ein Bestandteil von Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen der Harnwege, bei Diabetes, Übergewicht und für Magen und Gallenkoliken.
Fenchel-Wasser (aqua Foeniculi) wird zur Behandlung von Augen und zum Gurgeln verwendet.

Auf den menschlichen Körper wirkt er erfrischend. Fenchel ist ein köstlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung und hilft bei einer Vielzahl von medizinischen Problemen.

Dies rührt von der einzigartigen Zusammensetzung her. Fenchel enthält eine Vielzahl von Beta-Carotin (6-10mg/100g), Vitamine des B-Komplexes, Vitamin C (50-90mg/100g) und E. Fenchel enthält darüber hinaus Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Calcium, Eisen, Magnesium und Schwefel. Neben dem ätherischen Öl enthält er noch seltene Aminosäuren.

Er besitzt eine starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen, trägt zur Gesundheit der Blutgefäße und des Darmtrakts bei. Darüber hinaus unterstützt Fenchel die Verdauung, beseitigt Mundgeruch.

Fenchel hilft gegen Erkältungskrankheiten

In den Bronchien entfaltet Fenchelöl seine volle Wirkung, wenn es mit dem Essen aufgenommen wird. Bei Erkältungskrankheiten mit trockenem Husten tragen die Inhaltsstoffe des Öls dazu bei, den zähen Schleim zu lösen und es steigert die Bewegung der Flimmerhärchen in den Atemwegen. So kann der Schleim besser abgehustet werden.

Dem ätherischen Öl Fenchon wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, sodass Fenchel auch dazu beitragen kann, Keime in ihrem Wachstum zu hindern.

Fenchel lindert Verdauungsbeschwerden

Leichten Verdauungsbeschwerden kann man mit Fenchel wirkungsvoll zu Leibe rücken. Der Grund wird im Inhaltsstoff Anethol gesehen, der die die Bewegung der Muskulatur in Magen und Darm steigert; zusätzlich wirkt Anethol krampflösend.

Beides zusammen hilft bei Völlegefühl, Blähungen und krampfartigen Bauchbeschwerden. Anethol regt außerdem den Appetit an und fördert die Verdauung.

Fenchel ist gesund für die Augen

Durch seine entzündungshemmende Wirkung werden Zubereitungen aus Fenchel zum Augenspülen benutzt. Die enthaltenen Antioxidantien, Vitamin C, Aminosäuren und Arginin tragen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Augengewebes und zur Verhinderung des Abbaus der Macula insbesondere bei älterenMenschen bei.

Fenchel ist der wichtigste Rohstoff für viele alkoholische Destillate. Er befindet sich im Anislikör und selbst im Absinth.

Hilfe beim Abnehmen: Fenchel in der Diät

Fenchel wird auch bei der Gewichtsabnahme und Diäten verwendet. Aufgrund seines Kalium-Gehalts ist er hervorragend zur Senkung des Bluthochdrucks, der zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann, geeignet. Fenchel verbessert die Nährstoffaufnahme im Verdauungstrakt, stimuliert die Produktion von Magensaft und Gallenflüssigkeit, die Bindung der Magensäure, reduziert Blähungen und Symptome von Verstopfungen, schützt die Leber und hilft bei der Entfernung von angesammelten Giftstoffen aus dem Körper.

Er hat einen hohen Gehalt an Fasern als Ballaststoff, der hauptsächlich bei der Entfernung von krebserregenden im Verdauungstrakt angesammelten Stoffen hilft. Dies ist von zentraler Bedeutung für die Prävention von Krebs des Dickdarms.

Fenchel beim Stillen für Mutter und Säugling

Trinken stillende Mütter Fencheltee, schlagen sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits regen sie damit die Milchproduktion an. Andererseits wirken sich Bestandteile des Fencheltees, die über die Muttermilch aufgenommen werden, beruhigend auf die Verdauung des Säuglings aus.

Besonders bewährt hat sich Fencheltee bei Säuglingen und Kleinkindern. Er kann direkt im Fläschchen gegeben oder unter Brei und andere Speisen gemischt werden.

In der pharmazeutischen Industrie werden die Samen verarbeitet, um die Wirkung der ätherischen Öle, die ausgezeichnet krampflösend wirken und vor allem in der pädiatrischen Praxis als Mittel zur Förderung des Milchflusses für stillende Mütter eingesetzt werden, gezielt nutzen zu können.

Das hoch konzentrierte Fenchelöl (reines Fenchelöl) dagegen sollte bei Babys und kleinen Kindern nicht verwendet werden: Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen kann bei ihnen zu Atemnot und Erregungszuständen führen.

Fencheltees oder Fenchelhonig sind jedoch unbedenklich, da hier die Öle niedrig konzentriert sind.

Noch ein Kraut mit Superkräften bei Erkältung: Salbei

Fenchel beim Kochen verwenden und richtig zubereiten

Wurde Fenchel bisher vor allem im asiatischen Raum zum Verfeinern von Speisen genutzt, geschieht dies heute zunehmend auch in europäischen Küchen. Rohe Fenchelknollen und -blätter im Salat oder gedünstet als Gemüse lassen sich genauso finden wie Fenchelsamen zum Würzen von Brot oder Fleisch- und Wurstwaren.

Mit seinem süßlichen anisartigen Aroma gibt Fenchel vielen Speisen eine aparte Note. Wer Fenchel in seinem Gewürzregal haben möchte kann sich Fenchelsamen zum Beispiel aus der Apotheke holen.

Ein Tipp: Quetscht man die Fenchelsamen kurz vor der Zubereitung leicht mit einem Mörser oder einer Gabel, können die ätherischen Öle ihre Wirkung noch sehr viel besser entfalten. Nicht verwendete Fenchelsamen sollten stets lichtgeschützt, kühl und trocken aufbewahrt werden.

Eine sehr aromatische Art der Zubereitung mit rohen Fenchelknollen findest du in folgendem Rezept:

Knackiger Fenchel-Salat mit Walnüssen

  • 2 Fenchelknollen
  • 100 g Walnüsse
  • Saft einer Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • Frische Petersilie
  • Etwas Meersalz
  • 2 Tassen vorgekochte Linsen

Zubereitung

  1. Fenchel längs halbieren, den Strunk keilförmig herausschneiden und in hauchdünne Streifen schneiden.
  2. In einer Salatschüssel die Fenchel-Streifen mit Zitronensaft, Olivenöl und Salz vermengen.
  3. Etwas Petersilie und die Walnüsse grob hacken.
  4. Die vorgekochten Linsen unterheben, mit Walnüssen und Petersilie garnieren.

Fencheltee selber machen: Hausmittel gegen Husten und Heiserkeit

Wer Fencheltee aus getrockneten Samen herstellen möchte, übergießt ein bis zwei Teelöffel Früchte mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee zehn Minuten ziehen. Fenchel wird neben Tees auch in Hustensäften, Bonbons und Tropfen angeboten. Bei Sängern gilt Honig, der mit Fenchel versetzt ist, als Geheimtipp gegen Heiserkeit.

Der überwiegend genutzte Teil des Fenchels ist seine fleischige Knolle, die weiße oder grünliche Farbe hat. Fenchel wird entweder roh, gedünstet oder gekocht gegessen. Er verfügt über ein süßlichen, sehr angenehmen Geschmack. Die fleischigen Blätter bilden einen gelb-grünen Knollen, der zum Würzen von Fleisch und Fisch oder als Beilage dient.

Das Kraut des Fenchels kann wie Dill zum Abschmecken von Soßen und Salaten verwendet werden.

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Tipp
Hole dir Fenchel nach Hause.