Gelassenheit erlernen 12 - Gedanken und Gefühle selber steuern: Wenn die Familie nur noch Stress pur bedeutet, was dann?

Wenn unsere Familie wieder mal stresst, reagieren wir meist wie gewohnt genervt. Dabei können wir schon mit einer entspannteren Haltung die Lage entschärfen.
Thomas Hohensee
von Thomas Hohensee
Mutter und Tochter streiten, statt gelassen zu bleiben© VadimGuzhva - Fotolia.com

In unserer Reihe “Gelassenheit erlernen” veröffentlichen wir Auszüge aus dem Buch “100mal gelassener” von Thomas Hohensee, Autor und Coach für Persönlichkeitsentwicklung. Darin werden die wichtigsten Fragen zum Thema Gelassenheit beantwortet. In unserem zwölften Teil fragen wir:
“Meine Familie bedeutet Stress pur. Was soll ich tun?”

Die Meinung über die Familie erzeugt Stress oder Entspannung im Zusammenleben

Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge. Diese zeitlose Erkenntnis trifft auch auf die Familie zu. Nicht sie ruft den Stress hervor, sondern bestimmte Gedanken über die Familie.

Probleme können leichter gelöst werden, wenn Stressgedanken durch entspanntere ersetzt werden

Das Familienleben bringt emotionale und praktische Probleme mit sich. Letztere sind leichter zu lösen, wenn man zunächst den Aufruhr der Gefühle besänftigt. Um das zu bewerkstelligen, ist es unerlässlich, die Stressgedanken durch entspanntere zu ersetzen.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

1. Was denke ich über meine Familie? Welche Gedanken wühlen mich auf?

Suchen Sie insbesondere Sätze, die absolute Forderungen, Übertreibungen und Dramatisierungen beinhalten. Schreiben Sie diese auf.
Beispiel: »Meine Eltern sollten mich verstehen und respektieren. Sie sind schrecklich. Ich halte das nicht mehr aus.«

2. Natürlich finden Sie Ihre Stressgedanken überzeugend. Sie glauben das, was Sie sich einreden. Sonst würden Sie ruhig bleiben

Stellen Sie die Gedanken, die Sie im ersten Schritt identifiziert haben, in Frage:
– Stimmt das, was mir da durch den Kopf geht?
– Hilft mir das, mich so zu fühlen, wie ich möchte?
Beispiel: »Stimmt das wirklich, dass meine Eltern mich nicht verstehen? Sind sie so schrecklich, wie es mir vorkommt? Hilft es mir, wenn ich mir einrede, dass ich es nicht mehr aushalten kann?«

3. Ersetzen Sie die Stressgedanken durch eine entspanntere Einstellung

Beispiel: »Meine Eltern müssen mich nicht verstehen und respektieren. Sie sind nicht schrecklich, sondern nur nicht so, wie ich es mir wünsche. Ich komme auch ohne ihr Verständnis und ihren Respekt klar.«

Alternative Gedanken können die Lösung für unsere Stressprobleme sein

Entscheidend ist, dass Sie andere Gedanken finden, die Sie genauso oder noch mehr überzeugen als Ihre Stressgedanken. Sonst ändern sich Ihre Gefühle nicht. Das erfordert etwas Übung.

Sobald Sie die Dinge etwas gelassener sehen, spielen Sie Alternativen durch, wie Sie die praktischen Probleme lösen können.
Beispiel: Sie sind ständig in Zeitnot. Die Aufgaben wachsen Ihnen über den Kopf.
Wie können Sie die Grundsätze des Zeitmanagements für sich nutzen?
Setzen Sie klare Prioritäten? Halten Sie sich strikt daran? Können Sie nein sagen?

Es könnte sich lohnen, wenn Sie auch die anderen Fragen in diesem Buch lesen und die Antworten soweit möglich auf Ihre Situation übertragen.

Hier findest du die ganze Reihe “Gelassenheit erlernen”

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Thomas Hohensee
Thomas Hohensee ist Coach und Seminarleiter für Persönlichkeitsentwicklung in Berlin.

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