Fair Trade-Produkte im Supermarkt: Neulich beim Ein­kaufen – Den Unter­schied schmeckt keiner!

Wenn man Bio kauft, sollte man dies auch konsequent tun. Was heißt das beim Backen eines Kuchens?
von Daniel Debray
Backzutaten Schokolade, Nüsse und MandelnFoto: Tobias Flaccus / CHROMORANGE © picture alliance

Viele wollen fair gehandelte Produkte einkaufen. Jedoch beginnen viele zu schummeln, wenn niemand hinsieht. Über das Problem die Zutaten für einen fairen Bio-Kuchen einzukaufen. 

Ein Mann und eine Frau mittleren Alters gehen durch einen Supermarkt der Marke „Bewusster Leben“. Die beiden sind gut gekleidet, der Einkaufswagen voll mit Bio-Artikeln und Obst – natürlich aus der Region. Am Wochenende werden die beiden Besuch empfangen – alte Freunde aus der Heimat haben sich angemeldet, beruflich recht erfolgreich, privat Typ LOHAS. Man hat sich schon länger nicht mehr gesehen und gänzlich entspannt sind die beiden nicht, möchten positiv auffallen.

Trotzdem: Der Einkauf gestaltet sich größtenteils wie gewohnt, etwas hiervon, etwas davon, ein wenig mehr als sonst, jedoch die gewohnten Produkte. Das Duo hat ähnliche Vorstellung von bewusster Ernährung und einem gesunden Ernährungsstil. Beide machen Sport, fahren viel mit dem Fahrrad, sind bewandert mit der öffentlichen Diskussion um nachhaltige Themen und können mitreden, wenn es um Ausbeutung, Arbeitsbedingungen in der dritten Welt oder die Rolle der Viehzucht-Industrie beim ökologischen Fußabdruck geht.

Normalerweise teilen sich die beiden die Kosten für ihre Einkäufe. Heute ist es anders: Bereits vor dem Einkauf hat ER angekündigt, die Kosten übernehmen zu wollen – schließlich sind es seine Freunde, die zu Besuch kommen – SIE war einverstanden!

Nachdem die Frage des Abendessens geklärt ist – es wird Sojaschnitzel mit Rosmarinkartoffeln und Erdnuss-Curry-Gemüse geben – geht es weiter Richtung Frühstück. Bio-Eier, check! Dinkelmehl für Pfannkuchen, check! Regionale Milch, check! Fairtrade-Kaffee, check!
Der Weg führt in Richtung Backartikel – schließlich soll es Sonntag Kuchen geben. Vielleicht ein Marmor-Orangen-Kuchen? Die beiden sind sich einig!

SIE greift zur Fairtrade-Schokolade und wirft sie, mit überzeugter Selbstverständlichkeit, in den Einkaufswagen. ER scheint nicht so überzeugt, äugelt kritisch in Richtung Schokoladentafel und überwindet sich schließlich Gedachtes rauszulassen: Kuchen würde ja wohl reichen, wofür die Beiden denn noch Schokolade bräuchten?! Leisten könne ER es sich, keine Frage, aber man kann ja trotzdem auf die Rechnung achten …

Vielleicht ein wenig genervt, definitiv aber angriffslustig greift SIE zu den bereits gekauften Backartikeln, wie Bio-Vanillezucker, natürlichem Backpulver und bereits erwähntem Dinkelmehl: „Wir brauchen doch Schoko-Glasur, Schatz!“, sagt SIE gelassen und gespielt ruhig. Vielleicht ist es naiv, vielleicht ignorant, definitiv jedoch unüberlegt als ER antwortet: „Nimm doch die normale Schokolade, den Unterschied schmeckt eh keiner!“

Nach einer wahren Begebenheit!

Daniel Debray ist in Bonn groß geworden, aber Kölner aus Überzeugung. Im Sozialarbeits-Studium setzt er sich mit Themen der sozialen Nachhaltigkeit auseinander....
  • Chlodwig

    Versteh nicht, was die Botschaft ist…..
    Nicht mal das Rezept zum Orangen- Kuchen…

    • Glibbering Foles

      Ich auch nicht. Wahre Begebenheit können erhellend oder lustig sein oder zum Nachdenken anregen. Aber das hier? Dass bio kaum anders schmeckt, ist bekannt und dass man mal aufs Geld gucken muss, doch auch… Hätte übrigens Bock auf das Curry-Gericht. Noch was persönliches: Heißt der Herr (ER) Daniel mit Vornamen?

  • Susanne

    Persönlich hatte ich es so verstanden: Das Thema ist FairTrade Schokolade – unwichtig hierbei, ob die Schokolade anders schmeckt als andere oder als Bio. Vielmehr, dass ER (nachdem bereits einige Bio und FairTrade Produkte gekauft wurden) aufs Geld achten möchte – in dem Moment rückt seine "Überzeugung" in den Hintergrund …. Die Gäste, welche den Kuchen später bekommen, sehen ja nicht ob die Schokolade fair gehandelt ist …. doch bei der Milch, die später auf dem Tisch stehen wird, mit Sicherheit … das es ein Fair gehandeltes Erzeugerprodukt ist.

  • Chlodwig

    Ja, Susanne, aber bei diesem ganzem Einkaufsgesäusel vermisse ich etwas Tiefgang: So ist der Begriff: "FairTrade" erst einmal zu bestimmen:
    "Oft ist für die Verbraucher nicht nachprüfbar, wer welchen Anteil an dem Preisaufschlag erhält. So ist die Differenz fair gehandelter Produkte im Vergleich zu konventionell gehandelten teilweise höher als der Mehrbetrag, den die Produzenten erhalten."
    Nun, ein netter , nichts aussagender blog, von dem ich mich verabschiede.